Filmfestival Münster: Die internationalen Langfilme im Wettbewerb
Sorgsam kuratierte Auswahl

Münster -

Klar, das Herzstück des Filmfestivals Münster sind seit seligen „Filmzwerge“-Tagen die Kurzfilme. Aber auch der Europäische Spielfilmwettbewerb lohnt sich wieder: eine sorgsam kuratierte Auswahl von acht Langfilmen aus sieben Ländern, die durch formalen und erzählerischen Eigensinn bestechen. Hingehen lohnt sich schon allein deshalb, weil oft die Regisseure höchstpersönlich ihre Filme vorstellen.

Donnerstag, 05.10.2017, 18:10 Uhr

Florence Pugh (l.) als genial-brutale „Lady Macbeth“.
Florence Pugh (l.) als genial-brutale „Lady Macbeth“.

Nach dem gestern gelaufenen Eröffnungsfilm aus Deutschland („Sommerhäuser“ wird am 26. Oktober regulär im Kino anlaufen) kreist ein Großteil der weiteren Beiträge ums Erwachsenwerden unter erschwerten Bedingungen. Die Jury um Schauspieler Markus Knüfken („Bang Boom Bang“), die am Sonntag den Preis für die Beste Regie vergeben wird, hat die Qual der Wahl: Im beeindruckenden Drama „Heartstone“ müssen zwei Jungs in einem isländischen Fischerdorf damit fertig werden, dass einer von beiden auf Mädchen steht, der andere aber auf seinen besten Freund; in „Home is Here“ (Österreich) schleicht sich eine junge Frau in die mondäne Villa eines Managers ein; in „All These Sleepless Nights“ (Polen) erleben zwei Studenten die Warschauer Partyszene als endlose Trance, und im famosen, quer durch alle Genres hüpfenden „Ava“ (Frankreich) blüht die renitente Titelheldin auf, während ihr Augenlicht schwindet. Freunde dunkler Romantik kommen auch auf ihre Kosten: „November“ (Estland) erzählt in zauberschönem Schwarz-Weiß ein schräges, surreales Fantasy-Märchen.

Die beiden britischen Beiträge bereiten derweil zwei tollen Schauspielerinnen die Bühne: Als genial-brutale „Lady Macbeth“ glänzt Newcomerin Florence Pugh, Ellie Kendrick dominiert die Agrartragödie „The Levelling“. Ellie Kendrick? Genau, das ist Meera Reed aus „Game of Thrones”.

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An diesem Donnerstag stellt um 19.30 Uhr der isländische Regisseur Guðmundur Arnar Guðmundsson sein Regiedebüt „Heartstone“ vor. Am Freitag präsentiert die österreichische Filmemacherin Tereza Kotyk ihr Erstlingswerk „Home Is Here“ (19 Uhr). Am Samstag wird die britische Produzentin Anna Griffin ihren Wettbewerbsbeitrag „The Levelling“ (18 Uhr) vorstellen und Paul Guilhaume, der französische Kameramann und Co-Autor, den in Cannes ausgezeichneten Film „Ava“ (22.15 Uhr).

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