Romantik und Neoromantik im Rathauskonzert
Impressionistische Momente

Münster -

Das zweite Rathauskonzert mit Mitgliedern des Sinfonieorchesters am Donnerstagabend war gut besucht - ein romantischer und neoromantischer Abend.

Freitag, 20.10.2017, 18:10 Uhr

Musiker des Sinfonieorchesters präsentierten romantische Musik.
Musiker des Sinfonieorchesters präsentierten romantische Musik. Foto: ukc

Das zweite Rathauskonzert mit Mitgliedern des Sinfonieorchesters am Donnerstagabend war gut besucht. Im Mittelpunkt stand Schuberts „Oktett in F-Dur“, D 803, das als alleiniges, 45-minütiges Werk die zweiten Konzerthälfte füllte. Zuvor erklang das ebenso wie bei Schubert mit Klarinette, Fagott, Horn und Streichern besetzte „Oktett“ des erst 1997 verstorbenen Jean Françaix .

Am Anfang stand François Deviennes (ein Zeitgenosse Schuberts) „Quartett für Fagott und Streichertrio, g-moll“ op. 73 Nr. 3. Den zügigen, vergnügten, an einen klassischen Divertimentosatz erinnernden Beginn gestaltete Fagottist Giedrius Zukauskas schnörkellos, wenngleich man ruhig mal ohne schlechtes Gewissen einzelne Parameter beherzter hätte ziehen können. Souverän dialogisierten Zukauskas und Violinist Ionescu miteinander.

Mit warmen, jedoch ruhig bis trägen mediterranen Klängen begann Jean Françaix Oktett. Lustige, folkloristische Bläsermotive zu markanten Streicher-Pizziccati folgten: Das Werk entstand 1972.

Da hatte Stockhausen seine serielle Kompositionsphase bereits hinter sich. Insofern hatte man es sicherlich nicht mit einem avantgardistischen, sondern mit einem Werk zu tun, das viele Momente und Klischees der traditionellen Tonsprache miteinander verband. Da klang, wie zu Beginn, mediterrane, neoromantische Folkloristik, aber auch satter Schubertscher Kammersound, der in der zweiten Hälfte noch reichlich folgen sollte. Da klangen rhythmische Vertracktheiten und schön musizierte impressionistische Momente.

Schuberts Oktett ist ein bisweilen sinfonisch, bisweilen kammermusikalisch daherkommendes Werk. Klug verstanden es Mihai Ionescu und Christian Büscherfeld (Violine), Svenja Ciliberto (Viola), Giedrius Zukauskas (Violoncello), Rüdiger Paeth (Kontrabass), Konrad Balint (Horn), Milos Dospsaj (Fagott) und Werner Raabe (Klarinette), diesen Grenzgang niemals eindeutig in eine Richtung zu verlassen. Erklang mal ein sattes Unisono-Tutti, klang dann eine zarte Solomelodie zu spröder Begleitung.

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