Juniortanzcompany Flics im Theater
Ab in die Fantasie

Münster -

Bücher bieten Stoff für Träume, mitunter verändern sie ihre Leser gar auf ungeahnte Weise. Bei „Alice tanzt“ scheint dies so zu sein, geht es hier doch nicht darum Lewis Carrolls Kinderbuchklassiker wiederzubeleben, sondern etwas Eigenes zu schaffen. Im Rahmen von Tanzspektrum Münster brachte die Juniortanzcompany Flics im Kleinen Haus ein zweistündiges Stück auf die Bühne, das junge wie auch jüngste Tänzerinnen zu Höchstleistungen motivierte. Gemeinsam gelang eine fantastische Tanz-Geschichte, die ihre Protagonistin am Ende zu sich selbst führt, indem sie sich von ihrer Fantasie leiten lässt.

Montag, 23.10.2017, 18:10 Uhr

Auch klassisches Ballett war mit dabei. 
Auch klassisches Ballett war mit dabei.  Foto: Hubertus Wittmers

Das vierköpfige Leitungsteam (Idee und Konzept: Iris und Nora Scherzer ) zitiert bekannte Figuren wie den weißen Hasen, die Herzkönigin oder den verrückten Hutmacher, jedoch ohne „Alice im Wunderland“ chronologisch nachzuerzählen. 40 ausgewählte Tänzerinnen des Tanz-Zentrums Hiltrup bringen in wechselnden Rollen schwarz gekleidete, düstere Gestalten auf die Bühne, überdimensionierte, kantige Spielkarten, springende Giftpilze, hüpfende Erdbeertörtchen und rot gekleidete Figuren mit gefährlich-überschäumender Energie. Das Mädchen Alice läuft in blauem Kleid und weißer Schürze durch den Wald, ist mal groß, mal klein, tanzt hier klassisches Ballett, dort Jazz, modernen Tanz oder auch, in kreativem Mix, alles zusammen.

Herausragend ist die ästhetisch-schöne Ensembleszene trippelnder Mädchen auf Spitze, die das Tor ins Wunderland markieren. Tänzerinnen mit steifen Körpern und gestreckten Beinen ahmen Pendel von Uhren nach. Putzig und wie aus einem Guss wirkt das durch akrobatische Elemente bereicherte Pas de deux zweier Mäuse wie auch die beiden gut aufeinander abgestimmten weißen Häschen. Fünf Mädchen in bunten Tutus wecken Assoziationen an den Pas de Quatre aus „Schwanensee“. Hinreißend auch der Charaktertanz mit Tamburin und die vielen großen, dynamischen Szenen.

Die drei Choreographinnen Sandra Landwehr, Svetlana Robos und Nora Scherzer haben ganze Arbeit geleistet. Die Tanzstücke sind abwechslungsreich, Kinder und Jugendliche brillieren durch synchrone Bewegungen. Bemerkenswert sind akrobatische Tanz-Elemente und Hebungen, saubere kleine und virtuos große Sprünge. Den begeisterten Applaus haben sie sich verdient.

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