Faszinierendes Studierendenprojekt „Lux Aeterna“
Musikalische Details ins rechte Licht gerückt

Münster -

Gute musikalische Arbeit, künstlerische Kreativität und großes Engagement: die Zutaten für ein besonderes Konzerterlebnis. Das Studierendenprojekt „Lux aeterna“ stellte dies am vergangenen Wochenende eindrucksvoll unter Beweis. Die Konzerte waren das Ergebnis halbjähriger Probenarbeit, selbstständig organisiert unter Beteiligung von Studierenden verschiedener Fachbereiche der WWU.

Sonntag, 19.11.2017, 16:11 Uhr

Musik und Licht gingen in der Überwasserkirche eine feine Verbindung ein.
Musik und Licht gingen in der Überwasserkirche eine feine Verbindung ein. Foto: Werbick

Zwei zeitgenössische Werke wurden aufgeführt: John Rutters Requiem sowie „Lux aeterna“ von Morten Lauridsen . In beiden ist Licht das zentrale Motiv. Naheliegend daher – und in letzter Zeit en vogue –, die musikalische Aufführung mit einer Lichtinstallation zu begleiten. Selten gerät das so schlüssig wie hier durch Friedhelm Bruns. Statt ein Spektakel abzufahren, werden durch Farbe und Bewegung musikalische Details begleitet, ja, das Licht macht die musikalische Struktur der Werke sichtbar. Ein besonderer Moment das Agnus Dei im Requiem: Zu gleichermaßen schlichten wie chromatisch verwobenen Chorklängen und ruhigen Paukenschlägen erhebt sich ein blutroter Nebel aus dem Altarraum, der beim musikalischen Höhepunkt des Satzes plötzlich das angestrahlte Altarkreuz freigibt. Das ist so gut gemacht, dass man es am liebsten sofort noch einmal erleben würde. Die Musik Rutters und Lauridsens mag Anhängern der musikalischen Avantgarde nicht modern genug sein, aber sie wirkt mit überwiegend tonalen Klängen doch überzeugend, erst recht, wenn sie so gut aufgeführt wird. Denn was das Leitungsteam seinem Ensemble entlockt, lässt kaum Wünsche übrig: ein äußerst homogener, in allen Lagen unangestrengter Chorklang, auch in den A-cappella-Passagen des „Lux aeterna“ sehr intonationssicher. Das Orchester, in nur drei Proben zusammengeführt, spielt gut ausbalanciert, die kleinen Intonationsprobleme im Lauridsen trüben den Gesamteindruck nicht. Sopranistin Isabelle Taege singt ihr Solo im Pie Jesu klangschön mit warmem Timbre, wenn auch für die schwierige Akustik der Überwasserkirche etwas die Tragfähigkeit fehlt.

Zusammengehalten wird alles durch Theresa Kruse und Felix Neugart, Studierende der Musikpädagogik. Dass sie Begeisterung wecken können, zeigen sie nicht nur mit der Organisation des Projektes: Beide dirigieren auf hohem Niveau und gestalten musikalisch überzeugend. Ein tolles klangliches und visuelles Erlebnis muss das auf dem Dirigentenpult gewesen sein, ein nicht minder faszinierendes für das Publikum der voll besetzten Überwasserkirche, das sich mit stehenden Ovationen bedankt.

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