Kurzfilm-Premiere im Landesmuseum: „Westfälische Erinnerungsorte im Film“
Leicht verständlich und kritisch

Münster -

laus ist ein netter junger Mann mit Tendenz zur Rundlichkeit, was ihn nur sympathischer macht. Mit dem Rad fährt er durch Münster und schaut sich verschiedene Sehenswürdigkeiten an. Bei einem Selfie vor der Lambertikirche entdeckt er im Turm die drei Käfige, deren Bedeutung er mit seinem Smartphone auch gleich googelt. Und damit beginnt der didaktische Teil . . .

Mittwoch, 22.11.2017, 19:11 Uhr

Nachgespielt: Schauspieler Björn Boresch als „König von Münster“ in dem neuen LWL-Film „Die Täufer“.
Nachgespielt: Schauspieler Björn Boresch als „König von Münster“ in dem neuen LWL-Film „Die Täufer“. Foto: LWL/Patrick Schulte

Klaus ist ein netter junger Mann mit Tendenz zur Rundlichkeit, was ihn nur sympathischer macht. Mit dem Rad fährt er durch Münster und schaut sich verschiedene Sehenswürdigkeiten an. Bei einem Selfie vor der Lambertikirche entdeckt er im Turm die drei Käfige, deren Bedeutung er mit seinem Smartphone auch gleich googelt. Und damit beginnt der didaktische Teil . . .

Die Täuferherrschaft und der Westfälische Frieden sind das Thema zweier Kurzfilmen, die Mark Lorei während seines Volontariats im LWL-Medienzentrum gedreht hat. Die rund 20-minütigen Dokumentationen sind primär für den Unterricht gedacht und sollen den Schülern die historischen Ereignisse auf leicht verständliche, aber nicht unkritische Weise näherbringen. Dass sie dabei auch noch unterhaltsam sind, wie die Aufführung am Dienstag im Landesmuseum gezeigt hat, kann als zusätzlicher Bonus gewertet werden.

Lorei erzählt aus wechselnden Perspektiven. Neben der Rahmenhandlung mit dem radelnden Klaus gibt es Interviews mit Theologen und Historikern, die Fragen zum Thema beantworten und dabei auch auf die Rezeptionsgeschichte eingehen. Das optische Sahnehäubchen beim Täufer-Film ist ein Reenactment, also ein Nachspielen des geschichtlichen Ereignisses. In diesem Fall geht es um die oft dargestellte Szene, in der Jan van Leyden seine Frau Elisabeth Wandscherer hinrichten lässt, weil sie ihn der Völlerei bezichtigt, während des Volk hungert.

Dass ein solches Reenactment nicht unproblematisch ist, weil es immer auch eine bestimmte Deutung beinhaltet, ist Lorei durchaus klar. Um es didaktisch trotzdem sinnvoll nutzen zu können, hat er bewusst mit Brechungen gearbeitet, indem er beispielsweise Aufnahmen von den Dreharbeiten in den Film einbaute. „Damit dekonstruieren wir die nachgespielten Szenen und zeigen, dass es sich nur um eine von mehreren möglichen Interpretationen der Wirklichkeit handelt“, erklärt er.

Eine DVD mit den beiden Kurzfilmen nebst weiteren Unterrichtsmaterialien ist für 14,90 Euro beim LWL-Medienzentrum, Fürstenbergstraße 13, oder online erhältlich. Sie bildet den Auftakt zur geplanten Reihe „Westfälische Erinnerungsorte im Film“, in der historische Themen schulgerecht aufbereitet werden sollen. 

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