Alfons Eggert und Stephan Sagurna stellen Bildband vor
Fotos, die Anekdoten erzählen

Münster -

Die Nacherzählung einer Familiengeschichte über Generationen hinweg – und ein Einblick in die Geschichte der Fotografie: Der Bildband „Kleine westfälische Fotografiegeschichte“ ist beides. Heute laden die Buchautoren Alfons Eggert und Stephan Sagurna zu einer Lesung ein, die zugleich eine literarische und visuelle Zeitreise ist.

Donnerstag, 30.11.2017, 17:11 Uhr

Gemeinsam dem Radio lauschen: Originale wie dieses verdeutlichen die enge Beziehung von Familiengeschichte und technischen Innovationen.
Gemeinsam dem Radio lauschen: Originale wie dieses verdeutlichen die enge Beziehung von Familiengeschichte und technischen Innovationen. Foto: Alfons Eggert

Alles begann mit einigen Familienfotos. Eggert und Sagurna kennen sich seit Jahren. Doch erst spät stieß Fotograf und Bildwissenschaftler Stephan Sagurna auf den umfangreichen Fotobestand der Familie Eggert. Teilweise waren die Fotografien während der Kriegsjahre beschädigt worden, doch schnell wurde klar: Hier liegen rund 150 Jahre Familien- und Fotografiehistorie vor. „Alfons Eggert ist ein Sammler“, berichtet Sagurna.

Die Fotografie genießt einen hohen Stellenwert in der Familie von Alfons Eggert. Er selbst gilt als Erfinder der Kombinatorischen Fotografie. Ein Leben lang hat er alles, was ihn bewegte, fotografisch festgehalten – und das stets parallel zur landwirtschaftlichen Erwerbsarbeit. So bilden die Fotografien im Bildband auch eine Chronik der sich weiterentwickelnden Fototechnik im Lauf der Jahrzehnte. Die ältesten Bilder stammen aus den 1860er Jahren, das jüngste wurde 2014 geschossen. „Fast die gesamte Fotografiegeschichte lässt sich anhand dieser Bilder beschreiben“, urteilt Sagurna. „Der Sprung zur Farbe, die Entwicklung von der Glasplatte hin zum Papierbild – alles wird anschaulich.“

Gemeinsam mit dem Landwirt strukturierte er die Fotos und brachte sie in einen Gesamtzusammenhang. Aus den historischen Fotografien liest er beinahe forensisch Information heraus. Die Bilder „erzählen viel über ihren Entstehungsprozess“, sagt er.

Alfons Eggert ist heute 89 Jahre alt, aber zur Kamera greift er noch immer regelmäßig. Sogar den Sprung zu einem digitalen Gerät hat er gewagt. Wenn sie ihr Werk vorstellen, werden sie eine historische Kamera und Originalfotografien im Gepäck haben und so manche Anekdote preisgeben. Ein Stück westfälische Fotografiegeschichte eben.

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Die Autorenlesung findet am Freitag, 1. Dezember, um 19.30 Uhr in der Buchhandlung Lesezeit, Dingbängerweg 33, statt. Der Eintritt ist frei. Um Anmeldung unter ' 97 432 94 wird gebeten.

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