Zeitgeschichtliche Ausstellung im Haus der Niederlande
Lernen aus dem Krieg

Münster -

Er rät ihr, zu Hause zu bleiben, es sei kalt geworden. Er selbst werde in Kürze wohl „in Urlaub fahren“. Gemeint ist, er wird untertauchen. Denn es ist das Jahr 1942, und Wolfgang Maas ist Jude. Ebenso wie Thea Windmuller, der er diese Zeilen schreibt. Der junge Gelsenkirchener war schon 1936 vor den Nazis in die Niederlande geflüchtet, wo er Thea kennenlernte und sich in sie verliebte. Es ist eine kurze Romanze. Noch vor Ende des Krieges sterben beide in Auschwitz.

Donnerstag, 30.11.2017, 17:11 Uhr

Präsentierten die Ausstellung: Mirjam Huffener (Projektleiterin) und Arie von Dalen (Recherche).
Präsentierten die Ausstellung: Mirjam Huffener (Projektleiterin) und Arie von Dalen (Recherche). Foto: jas

Dokumentiert ist die Geschichte in der Ausstellung „Warum schreibst du mir nicht“ im Haus der Niederlande. Die holländische Lotty Veffer Foundation hat sie vor acht Jahren konzipiert und seitdem mehrmals ergänzt. Jetzt ist sie in einer zweisprachigen Version erstmals in Deutschland zu sehen.

„Unser Thema sind Flüchtlinge und Flüchtlingspolitik – damals wie heute“, erklärt Projektleiterin Mirjam Huffener . Sie erkennt in der Geschichte von Wolfgang und Thea aber noch eine weitere Dimension. Nämlich die, dass man aus dem Krieg lernen kann. Die beiden sind mehrmals untergetaucht, und es gab immer Menschen, die ihnen dabei halfen. Es gab aber auch Menschen, die sich nicht gekümmert haben. „Wir wollen erreichen, dass jemand nachdenkt über das, was geschieht und wie er sich verhält“, so Huffener.

Neben der Geschichte von Wolfgang und Thea gibt es noch andere. Die von Wanda Verduin zum Beispiel. Das jüdische Mädchen ist 14, als Hitler in die Niederlande einmarschiert, 18, als sie in Auschwitz stirbt. Zu den wenigen Überlebenden zählt der Amsterdamer Jude Jules Schelvis. Nach dem Krieg wird er von den Franzosen befreit. Seine Frau stirbt im deutschen Vernichtungslager Sobibor auf dem durch Deutschland besetzten polnischen Gebiet.

In der Ausstellung sind Briefe, Postkarten, Tagebücher und Fotos zu sehen. Auch das Schicksal von Sinti und Roma wird beleuchtet. Zudem gibt es kurze Filme. Für Schüler hat man Recherche-Aufgaben entwickelt, mit denen sich das Thema aktiv erschließen lässt.

Zum Thema

Bis 21. Januar 2018 im Haus der Niederlande, Mo-Fr 12-18 Uhr, Sa und So 10-16 Uhr, Eintritt frei

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