Letzte Proben für „Kappe App“-Saison
Noch Leerstellen im Manuskript

Münster -

In zwei Wochen ist „Kappe App“-Premiere, die Proben für den alternativen Karneval 2018 laufen auf Hochtouren. Noch zieren keine Requisite, keine Bühne den Saal bei Lappe am Albersloher Weg. Stattdessen stehen Vitamin-C-haltige Getränke und Stullen auf den Tischen, und das Intro von Ulrich Sprenger lautet auf dem Papier noch: „An dieser Stelle kommt der Text, den wir noch nicht haben.“

Sonntag, 21.01.2018, 17:01 Uhr

Gabriele Brüning (r.) feilt hier mit ihren Mannen gerade noch an einer Szene.
Gabriele Brüning (r.) feilt hier mit ihren Mannen gerade noch an einer Szene. Foto: Andreas Hasenkamp

Das Programm mit 18 Nummern aber steht. Lokales prickelt besonders, darauf dürfen sich die Besucher freuen. Bei der Retro-spektive zu den „ Skulptur-Projekten “ in Münster etwa tischen die „Appen Kappen“ den Gästen durchbohrende Ein- und Ansichten auf, lassen sie die Quellen „kon-struktiver“ Kreativität auch Richtung Zukunft sprudeln. Schließlich wird in diesem Jahr das 25-jährige Bestehen des alternativen Karnevals in Münster gefeiert – deswegen lautet das Motto 2018: „Kapp App Forever“.

Im Jahr 1993 entwickelte Münsters damalige Kleinkunst-Szene „bei Bluna und Lambrusco“ die Idee zu „Kappe App“, im Februar 1994 war es dann im „Jovel“ erstmals so weit. Zeit also für eine Rückschau – aber auch für den Blick in die Zukunft. Was wird in 100 Jahren sein, was bringen Roboter dem alternden Menschen, was gibt es an Mann-Frau-Problemen? Diesen Fragen gehen die Akteure in ihrem Programm nach, das am 2. Februar Premiere hat.

Was zwischen großer Politik und Alltag aktuell die Menschen umtreibt, soll etwa ein Kegelclub-Kultur-Besuch in einem seit 100 Jahren monarchiefreien Berliner Monumentalgebäude zeigen, das der Teil des Ensembles auf die Bühne bringt, der über je ein Y-Chromosom verfügt. „Das hat schon ganz schön Dynamik“, lobt die Regisseurin Gabriele Brüning ihre Mannen. Schon geht das Verfeinern weiter. Einige knabbern am Text, andere an Salzstangen.

Zu den großen Ensemble-Geschichten kommen Sketche in kleiner Besetzung, Soli und pikante Einlagen mit „fünf Minuten Politik“. In den vergangenen Jahren habe sich ein fester Kern an Mitstreitern herausgebildet, bilanziert Brüning. Diesmal bestreiten Michael Tumbrinck, Matthias Menne, Cornelia Kabbaj, Ulrich Sprenger , Manfred Kehr, Björn Schimpf, Liedermacher Michael Holz und Marcello Lang die sieben Vorstellungen. Die Musik kommt von Sascha Oeing und David Regel, ergänzt von Holz und Schimpf.

Am kommenden Wochenende wird am Programm weitergefeilt. Nur wenige Tage bis zur Premiere am 2. Februar sind probenfrei. Cornelia Kabbaj behagt das: „Die Probenzeit ist intensiv und muss kurz sein“, sagt sie. Jeder Künstler müsse dies schließlich neben normalen Auftrittsterminen stemmen.

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Die „Kappe App“-Vorstellungen bei Lappe, Nieberdingstraße, sind am 2., 3., 9. und 10. Februar (dann mit anschließender öffentlicher Party) um 20 Uhr sowie am 11. Februar um 18 Uhr, ferner am 16. und 17. Februar um 20 Uhr. Karten gibt es im WN-Ticket-Shop am Prinzipalmarkt, unter ' 690 49 33 oder online.  | kappe-app.de

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