Hundt-Gesellschaft zeigt Fotografien von Eva-Marlene Etzel
Die Liebe zwischen Nähe und Distanz

Münster -

Ihren Weg zum künstlerischen Thema und zum fotografischen Motiv ging die Münchnerin Eva-Marlene Etzel (Jahrgang 1989) konsequent. „In meiner Bachelor-Arbeit habe ich mich noch mit Porträts auseinandergesetzt“, sagt die Absolventin des Master-Studiengangs „photographic studies“ der Fachhochschule Dortmund. Für die Master-Arbeit wollte sie dann das Thema Porträt erweitern und Personen in Beziehungen setzen. „Menschen, die behaupten, sich zu lieben“ heißt folglich die kleine Schau, die die Friedrich-Hundt-Gesellschaft in ihrer Reihe „Schaufenster Fotografie“ im Stadtmuseum zeigt.

Donnerstag, 15.02.2018, 17:02 Uhr

Die Münchner Fotografin Eva-Marlene Etzel im Stadtmuseum mit liegenden Liebenden, die sich irgendwo zwischen Nähe und Distanz bewegen.
Die Münchner Fotografin Eva-Marlene Etzel im Stadtmuseum mit liegenden Liebenden, die sich irgendwo zwischen Nähe und Distanz bewegen. Foto: Johannes

Wie nun kann man das Unbegreifliche der Liebe zwischen Menschen auf einem Bild einfangen? So zum Beispiel: Wir treffen auf einen Mann, der verträumt und sehnsuchtsvoll auf einer Fensterbank hockt und dessen Blick in die Ferne schweift. Wir sehen ein Paar, das wie hingegossen auf einer Treppe liegt, die Frau wie entschlafen, der Mann mit distanziertem Blick. Sind die Gefühle echt? Hat sich einer schon aus der Beziehung verabschiedet?

Als Inspirationsquelle für ihre Aufnahmen dienen der Fotokünstlerin Theatervorlagen. Sie lässt sich von Shakespeare-Stoffen inspirieren und rückt ihre Figuren in Positur. „Es sind Freunde und Bekannte aus meinem Umfeld dabei, aber auch mal ein Schauspieler“, erzählt sie bei der Präsentation der Schau.

Die sieben Bilder werden ergänzt durch Videos, die zeigen, wie die gesamte Bilderstrecke zum Thema entstanden ist. Die Variationsbreite der großformatigen Fotos reicht vom verträumten Einzelporträt bis hin zu arrangierten Paaren. Mal stehen sie in Distanz zueinander, dann wieder halten sie sich – in Calvin-Klein-Unterwäsche – heiß und fest umklammert. Die Deutungshoheit mag ein jeder Betrachter für sich erobern. Sind die Gefühle echt? Wo ist echte Nähe zu sehen, wo befinden wir uns im unsicheren Raum des Kennenlernens, wo ist die Liebe bereits erloschen?

Die Masterarbeit der Künstlerin hat Fachleute der Fotoszene für sich eingenommen. Im Jahr 2016 wurde sie mit dem „Upcoming Masters Award“ der Deutschen Gesellschaft für Photographie in Kooperation mit der Leica AG und 2017 mit einem Nagel in Bronze des Art Directors Club Deutschland ausgezeichnet.

Zum Thema

Eva-Marlene Etzel: „Menschen, die behaupten, sich zu lieben“. Ausstellung der Friedrich-Hundt-Gesellschaft in der Reihe „Schaufenster Fotografie“. Eröffnung am Freitag, 16. Februar, um 16.30 Uhr, zu sehen im Stadtmuseum Münster bis zum 25. März.

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