Adam-Riese-Show mit Gerd Gorke, Robert Nippoldt und Harry Wijnvoord
Liebe zum Münsterland ist geblieben

Münster -

Draußen vor der Cloud am Germania-Campus tanzen um sieben noch die Schlittschuhläufer auf dem Eis. Drinnen auf Adam Rieses Bühne tanzen zwei Pinsel auf weißem Papier. Die Pinsel des münsterischen Zeichners Robert Nippoldt, der seine Kunst zur nostalgischen (Berlin-)Show macht. Live-Bilder gesellen sich auf der großen Leinwand zum Gesang von Lotta Stein, die im Outfit der Roaring Twenties die Musik jener Epoche zum Leben erweckt. Da ziehen Markus Paßlick und seine „Original Pumpernickel“ stilecht mit.

Montag, 26.02.2018, 23:02 Uhr

Gedankenlesen stand in der jüngsten Show in der Cloud auf dem Programm (v.l.): Gerd Gorke, Robert Nippoldt, Adam Riese und Harry Wijnvoord
Gedankenlesen stand in der jüngsten Show in der Cloud auf dem Programm (v.l.): Gerd Gorke, Robert Nippoldt, Adam Riese und Harry Wijnvoord Foto: Tom Heyken

Einmal mehr hatte der Showmaster sehr unterschiedliche Gäste eingeladen. Dass Blues-Urgestein Gerd Gorke musikalisch gut zu Nippoldt und Stein passen würde, war zu erwarten. Aber auch Show-Urgestein Harry Wijnvoord („Der Preis ist heiß“) schien sich auf Rieses Show-Sofa wie Zuhause zu fühlen und plauderte ohne Punkt und Komma.

Zuhause ist der Holländer schon lange in Senden, der Liebe wegen. Die Liebe ist mittlerweile fort – „aber die Liebe zum Münsterland ist geblieben“. Überhaupt hält er viel von Senden, insbesondere den dortigen Lokalpolitikern. Wie klug und professionell die für ihr Schwimmbad „Cabrio“ gespart haben: „Wenn der Sendener Bürgermeister Sebastian Täger den Berliner Flughafen bauen müsste, wäre der in drei Wochen fertig“, ist sich Wijnvoord sicher. Zur Gameshow, die er während der 90er Jahre 1873 Mal moderierte, kam er wie die Jungfrau zum Kinde. Ins Dschungel-Camp führte ihn sein Weg ebenfalls – Gottlob! Denn beim Gesundheits-Check kam heraus, dass sowohl Diabetes wie Bluthochdruck damals sein Leben bedrohten.

„Extra für Dich spielen wir ’nen Holländer – Friedrich Hollaender!“, wortwitzelte Riese. Da waren wieder Nippoldt und Stein am Zug. In farbigen Scherenschnitten wuselte ein morbider Bilderbogen vorüber, so auch die Geschichte der Seeräuber-Jenny aus der Dreigroschenoper. Robert Nippoldt, angezogen wie ein Dockarbeiter aus Charlie-Chaplin-Filmen, erzählte, dass die Arbeit an seinen Pracht-Bildbänden mitunter fünf Jahre dauert. Und einen Stummfilm à la Chaplin mit ihm selbst als zeichnendem „Buchmacher“ hatte der sympathische Künstler ebenfalls noch parat.

Anekdoten en masse gab es bei Gerd Gorke, der schon als Kind und Rübenernte-Helfer den Blues bekam. Überall hat der Meister bereits gespielt („Italien, Polen, Bayern!“). Der Mann, dessen Harmonika-„Patronengurt“ auf dem letzten Loch pfeift, ist ein cooler Typ. Dennoch winkten die Girls oft ab: „Mein Oppa spielt auch Mundharmonika.“

Einen charmanten Einstieg feierte Rieses neue Show-Assistentin Miss Miri. Sie ist im Übrigen auch Dozentin für Impro-Theater – da sind für die kommenden Shows wohl so manche humorigen Einlagen zu erwarten.

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