Premiere von Theater Scintilla und Cactus
Lockere Eroberung der neuen Welt

Münster -

Der Garderobenständer kommt unverkennbar aus einer Schule. Also schon mal bekanntes Terrain für die Zielgruppe ab acht Jahren. Aus all den Mänteln und Jacken kugeln dann die Schauspieler hervor und blicken erstaunt um sich, als hätte man sie in ein neues Leben geworfen. Für einen Teil des Ensembles mag das sogar stimmen. Die Darsteller von „zeit.punkt.neu“ kommen aus Syrien, dem Iran und Deutschland.

Montag, 05.03.2018, 23:03 Uhr

In „zeit.punkt.neu“ setzen sich die Ensemble-Mitglieder aus Syrien, dem Iran und Deutschland zahlreichen ungewöhnlichen neuen Situationen aus.
In „zeit.punkt.neu“ setzen sich die Ensemble-Mitglieder aus Syrien, dem Iran und Deutschland zahlreichen ungewöhnlichen neuen Situationen aus. Foto: Ralf Emmerich

Der Garderobenständer kommt unverkennbar aus einer Schule. Also schon mal bekanntes Terrain für die Zielgruppe ab acht Jahren. Aus all den Mänteln und Jacken kugeln dann die Schauspieler hervor und blicken erstaunt um sich, als hätte man sie in ein neues Leben geworfen. Für einen Teil des Ensembles mag das sogar stimmen. Die Darsteller von „zeit.punkt.neu“ kommen aus Syrien, dem Iran und Deutschland. Am Sonntag hatte das Kinderstück der Theater Scintilla und Cactus an der Meerwiese Premiere.

So gelungen wie die Eingangsszene gestaltet sich auch der Rest der einstündigen Aufführung. Der Garderobenständer erweist sich als wandlungsfähiges Requisit und zieht sich wie ein roter Faden durch die zahlreichen kleinen Geschichten. Mal dient er Gartenzaun, mal als Segelschiff, und manchmal ist er wirklich nur ein Garderobenständer, unter dem die Mädchen sitzen und über die Jungs tuscheln – und umgekehrt.

Inhaltlich geht es um neue und unerwartete Situationen im Leben und darum, wie man mit ihnen umgeht. Das kann ein neuer Schüler sein, der erst mal wie ein Wesen aus einer anderen Galaxie angesehen wird. Oder ein Herzinfarkt, den ein Gartenbesitzer erleidet, bei dem man gerade Äpfel klauen wollte. Was tut man dann? Weglaufen und unerkannt bleiben oder Erste Hilfe leisten und sich damit verraten?

Eine herrlich witzige Szene geht zurück in die Zeit, als man die Erde noch für eine Scheibe hielt und Columbus gerade dabei ist, Amerika zu entdecken. Dafür haben die Darsteller tief im Kostümfundus gewühlt und eine Schiffsmannschaft zusammengestellt, die selbst Monty Python Ehre machen würde. Allerdings will es mit der Eroberung der neuen Welt dann doch nicht so recht klappen. Die Eingeborenen haben die ständigen Entdecker satt und schicken sie einfach wieder heim.

Was hingegen bestens klappt, ist die Art, wie Regisseur Bart Hogenboom und sein Ensemble an die Sache herangehen. Alles wirkt erfrischend leicht und spielerisch, und selbst pädagogisch angehauchte Themen kommen ohne Zeigefinger aus. Gesangs- und Tanzeinlagen sorgen für Abwechslung, und die Komik ist so geartet, dass sie bei Jung und Alt gleichermaßen greift.

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Weitere Vorstellung: Dienstag (6. März) um 10 Uhr im Theater an der Meerwiese, An der Meerwiese 25. Karten: ' 492 41 82.

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