Jasmin Tabatabai bei den „Muenster Music Days 4.0“
Mal melancholisch, mal fröhlich

Münster -

„David hat mich zehn Jahre lang immer wieder angerufen und gesagt, ich müsse eine Jazz-CD machen.“ Mittlerweile sind daraus bereits zwei sehr erfolgreich Alben geworden, und am Samstagabend war die Frau am anderen Ende der Leitung zu Gast in Münster – Jasmin Tabatabai. Sie sei froh, dass der Komponist, Arrangeur und Saxophonist David Klein so hartnäckig war, nachdem die beiden für die Tucholsky-Verfilmung „Gripsholm“ erstmals zusammengearbeitet hatten. Das Publikum in der gut besuchten Konzerthalle „Cloud“ am Germania Campus sah es genauso.

Sonntag, 18.03.2018, 16:03 Uhr

Rauschenden Applaus erhielten Jasmin Tabatabai und das David Klein Quartett mit Olaf Polziehn (Klavier), John Goldsby (Bass), David Klein (Saxophon) und Hans Dekker (Drums) in der gut besuchten Konzerthalle „Cloud“ am Germania Campus.
Rauschenden Applaus erhielten Jasmin Tabatabai und das David Klein Quartett mit Olaf Polziehn (Klavier), John Goldsby (Bass), David Klein (Saxophon) und Hans Dekker (Drums) in der gut besuchten Konzerthalle „Cloud“ am Germania Campus. Foto: Heeke

Der titelgebende Song „Was sagt man zu den Menschen, wenn man traurig ist“ täuschte ein wenig darüber hinweg, dass Jasmin Tabatabai und das David Klein Quartett eine abwechslungsreiche und insgesamt eher fröhliche Setlist im Gepäck hatten. Zwar sang Tabatabai auch von bitterem Trennungsschmerz in Beziehungen („After You Killed Me“) und in Michel Sardous Chanson „Je vole“ auch von dem Schmerz der Eltern, wenn Kinder von zu Hause weglaufen. Zu dem Musikstück „Youkali“, von Kurt Weill im Exil als Schilderung einer unerreichbaren Trauminsel geschrieben, weist Tabatabai auf den ernsten Hintergrund hin: „Als dieses Lied entstanden ist, war halb Europa auf der Flucht.“ In „Another Sad Song“ aus dem Film „Bandits“ ging es um die Leiden eines melancholischen Songwriters. Aber Sängerin und Band zeigen sich ebenso gerne von ihrer unbekümmerten Seite, etwa in dem ernüchternden „Nur das und nicht mehr“, gleichzeitig eine Verbeugung vor Hildegard Knef, die diese deutschsprachige Version des Cole-Porter-Songs bekannt machte.

Viel Applaus bekamen Jasmin Tabatabai und das David Klein Quartett auch für ihre witzige, textlich leicht aktualisierte Version von Reinhard Meys „Aller guten Dinge sind drei“, für muntere Filmmusik aus den 90ern und für eigene Songs wie „Eine Frau“, der augenzwinkernde Lebenshilfe bot, verpackt in jazzige Rhythmen. Eine tolle Sängerin und eine fantastische Band, in vielen Songs mit einem Klavier- oder Saxophon-Solo, für das es sich jeweils schon allein gelohnt hätte, das Konzert zu besuchen: Das ergab, zusammen mit der kurzweiligen Moderation von Tabatabai und Klein einen zauberhaften Konzertabend. Perfekt! Die Sängerin bedankte sich für den rauschenden Applaus mit zwei Zugaben. Tabatabai lobte das Quartett, den Pianisten Olaf Polziehn als „Mann mit den magischen Händen“, den „fabelhaften Schlagzeuger Hans Dekker“, den Saxophonisten David Klein und den Bassisten John Goldsby, der laut Tabatabai am Samstagabend in Münster zum ersten Mal dabei war: „Wir sind sehr stolz.“

Anzeige
Anzeige
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/5600322?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F92%2F646285%2F
„Dann müssen wir aufwachen und etwas dagegen tun"
Interview: Ranga Yogeshwar zu Folgen des digitalen Wandels: „Dann müssen wir aufwachen und etwas dagegen tun"
Nachrichten-Ticker