Gesamtkunstwerk aus Bild und Musik in der Lambertikirche
Frau Tod steht mitten im Leben

Münster -

Wer hat unterm Kreuz gestanden, als die Welt hoffnungslos schien? Eine Frau. Wer hat den Auferstandenen zuerst gesehen? Eine Frau. Das Dunkel und das Licht – diese Spannung halten Frauen nicht nur in der Bibel aus. Anja Jensen hat auf Einladung des Goethe-Instituts einen lebensbedrohlichen Ort besucht und dort starke Frauen getroffen.

Freitag, 23.03.2018, 23:03 Uhr

Doña Queta gehört zu den starken Frauen an einem Ort voller Gewalt und Tod. Sie hütet den Altar der „Santa Muerte“ (Heilige Frau Tod). Das Meer der Blumen zeigt, wie gigantisch Angst und Not sein müssen, dass Verzweiflung und Hoffnung solche Blüten treibt.
Doña Queta gehört zu den starken Frauen an einem Ort voller Gewalt und Tod. Sie hütet den Altar der „Santa Muerte“ (Heilige Frau Tod). Das Meer der Blumen zeigt, wie gigantisch Angst und Not sein müssen, dass Verzweiflung und Hoffnung solche Blüten treibt. Foto: Anja Jensen

Wer hat unterm Kreuz gestanden, als die Welt hoffnungslos schien? Eine Frau. Wer hat den Auferstandenen zuerst gesehen? Eine Frau. Das Dunkel und das Licht – diese Spannung halten Frauen nicht nur in der Bibel aus. Anja Jensen hat auf Einladung des Goethe-Instituts einen lebensbedrohlichen Ort besucht und dort starke Frauen getroffen. Unter dem Titel „Santa Muerte“ (Heilige Frau Tod) sind ihre Fotografien mit passender Musik begleitet an drei Tagen der Karwoche in St. Lamberti zu sehen.

Mexico-City ist mit 21 Millionen Einwohnern (70 Mal so groß wie Münster) ein Moloch an Stadt, und der lebensgefährlichste Ort heißt „Tepito“. Dort hat die Fotografin Anja Jensen sieben starke Frauen getroffen, die sich Respekt verschafft haben (von genießen kann keine Rede sein). Mit ihnen hat sie ihre Foto-Kunst realisiert, die unter zivilisierten Umständen sorgsam komponiert und inszeniert wird. Das ging hier nicht. Jensen: Es hätte keinen zweiten Versuch gegeben, also: „ein Sprung auf die Straße, alle auf ihre Positionen: Licht an! Licht aus! Und fertig. Runter von der Straße und weg.“

Santa Muerte: Audio-Visuelle Performance in der Lambertikirche

1/23
  • Die Audio-Visuelle Performance ist am Montag, Dienstag und Mittwoch (26., 27. und 28. März) in der Lambertikirche zu erleben. Beginn ist jeweils um 19, 20 und 21 Uhr. Der Eintritt ist frei.

    Foto: Matthias Ahlke
  • Anja Jensen hat auf Einladung des Goethe-Instituts einen lebensbedrohlichen Ort besucht und dort starke Frauen getroffen.

    Foto: Matthias Ahlke
  • Santa Muerte: Audio-Visuelle Performance in der Lambertikirche Foto: Matthias Ahlke
  • Unter dem Titel „Santa Muerte“ (Heilige Frau Tod) sind ihre Fotografien mit passender Musik begleitet an drei Tagen der Karwoche in St. Lamberti zu sehen.

    Foto: Matthias Ahlke
  • In der Lambertikirche werden fünf riesige Projektionsflächen aufgehängt (eine vier mal fünf Meter große am Altar), auf denen die Fotos der Frauen zu sehen sind.

    Foto: Matthias Ahlke
  • Dazu verbreiten die Klangkünstlerin und Akkordeonistin Anja Kreysing sowie Lambertiorganist Prof. Tomasz A. Nowak requiemartige Klänge, die zu den Bildern passen.

    Foto: Matthias Ahlke
  • Ein Flyer skizziert die Lebensgeschichte dieser Menschen.

    Foto: Matthias Ahlke
  • Santa Muerte: Audio-Visuelle Performance in der Lambertikirche Foto: Matthias Ahlke
  • Santa Muerte: Audio-Visuelle Performance in der Lambertikirche Foto: Matthias Ahlke
  • Santa Muerte: Audio-Visuelle Performance in der Lambertikirche Foto: Matthias Ahlke
  • Santa Muerte: Audio-Visuelle Performance in der Lambertikirche Foto: Matthias Ahlke
  • Santa Muerte: Audio-Visuelle Performance in der Lambertikirche Foto: Matthias Ahlke
  • Santa Muerte: Audio-Visuelle Performance in der Lambertikirche Foto: Matthias Ahlke
  • Santa Muerte: Audio-Visuelle Performance in der Lambertikirche Foto: Matthias Ahlke
  • Santa Muerte: Audio-Visuelle Performance in der Lambertikirche Foto: Matthias Ahlke
  • Santa Muerte: Audio-Visuelle Performance in der Lambertikirche Foto: Matthias Ahlke
  • Santa Muerte: Audio-Visuelle Performance in der Lambertikirche Foto: Matthias Ahlke
  • Santa Muerte: Audio-Visuelle Performance in der Lambertikirche Foto: Matthias Ahlke
  • Santa Muerte: Audio-Visuelle Performance in der Lambertikirche Foto: Matthias Ahlke
  • Santa Muerte: Audio-Visuelle Performance in der Lambertikirche Foto: Matthias Ahlke
  • Santa Muerte: Audio-Visuelle Performance in der Lambertikirche Foto: Matthias Ahlke
  • Santa Muerte: Audio-Visuelle Performance in der Lambertikirche Foto: Matthias Ahlke
  • Santa Muerte: Audio-Visuelle Performance in der Lambertikirche Foto: Matthias Ahlke

Trotzdem oder vielleicht deswegen atmen die Porträts dieser Frauen, die stellvertretend für viele im „Barrio“ stehen, sowohl die Bedrückung ihres Lebensortes als auch das Licht, das ihre Stärke an diesen Ort bringt. Das Viertel wird vom Matriarchat solcher Frauen zusammengehalten. Viele Männer sind tot, sitzen im Gefängnis, haben sich abgesetzt, in Sicherheit gebracht.

In der Lambertikirche werden fünf riesige Projektionsflächen aufgehängt (eine vier mal fünf Meter große am Altar), auf denen die Fotos der Frauen zu sehen sind. Ein Flyer skizziert die Lebensgeschichte dieser Menschen. Dazu verbreiten die Klangkünstlerin und Akkordeonistin Anja Kreysing sowie Lambertiorganist Prof. Tomasz A. Nowak requiemartige Klänge, die zu den Bildern passen. Nach den jeweils gut 20 Minuten gibt es noch die Möglichkeit, weitere 20 Minuten zu verweilen. Bis es zur nächsten vollen Stunde wieder Musik für die nächste Gruppe gibt.

Was Mexiko und diese Frauen mit uns zu tun haben? In einer Gesellschaft der Versicherten und Wohlhabenden scheint das „Wir kennen weder Tag noch Stunde“ Ewigkeiten weit weg. Diese Fotografien bringen die Allgegenwärtigkeit des Leidens und Todes unter die Haut. Vielleicht stellt sich Dankbarkeit ein und ruft Achtsamkeit wach, dass Frieden und Sicherheit nicht gottgegeben, sondern von Menschen in sich und mit anderen angenommen und jeden Tage gelebt werden müssen.

Zum Thema

Die Audio-visuelle Performance ist am Montag, Dienstag und Mittwoch (26., 27. und 28. März) in der Lambertikirche zu erleben. Beginn ist jeweils um 19, 20 und 21 Uhr. Der Eintritt ist frei.

...
Anzeige
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/5613900?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F92%2F646285%2F
Fünf Tatverdächtige nach Geldboten-Coup festgenommen
Dieser Mann wird von der Kripo Borken gesucht.
Nachrichten-Ticker