„Out of Peace“ – Kunstakademie stellt in der Akademie Franz-Hitze-Haus aus
An Grenzen zum Frieden

Münster -

Frieden ist unhaltbar. Weil stets fragil, gefährdet, missverstanden. Als Traumraum sowohl Illusion zwischen verzehrender Sehnsucht und ignoranter Selbstgefälligkeit als auch Moment zwischen verdrängter oder gar verleugneter Aggression und tiefster spiritueller Ruhe.

Dienstag, 10.04.2018, 10:04 Uhr

Judith Kaminski zeigt Adam und Eva einer virtuellen Welt mit Verweis ans Analoge.Im „Ostbeverner Altar“ (oben) von Malte van de Water schimmern religiöse Motive (Engel und Kruzifix) wie Schatten durch. Bei Judith Kaminski weisen Adam und Eva (l.) einer virtuellen Welt auf die Verantwortung des Betrachters hin. Und Charlotte Frevel zeigt in Glasmalfarben „Arcadia“ – zwei Menschen in Natur. Paradies oder grüne Hölle?
Judith Kaminski zeigt Adam und Eva einer virtuellen Welt mit Verweis ans Analoge.Im „Ostbeverner Altar“ (oben) von Malte van de Water schimmern religiöse Motive (Engel und Kruzifix) wie Schatten durch. Bei Judith Kaminski weisen Adam und Eva (l.) einer virtuellen Welt auf die Verantwortung des Betrachters hin. Und Charlotte Frevel zeigt in Glasmalfarben „Arcadia“ – zwei Menschen in Natur. Paradies oder grüne Hölle? Foto: Gerhard H. Kock

Frieden ist unhaltbar. Weil stets fragil, gefährdet, missverstanden. Als Traumraum sowohl Illusion zwischen verzehrender Sehnsucht und ignoranter Selbstgefälligkeit als auch Moment zwischen verdrängter oder gar verleugneter Aggression und tiefster spiritueller Ruhe. Und dabei ist von der politischen Dimension noch nicht einmal die Rede. Gesellschaft und Staat finden sich nicht in der Ausstellung „Out of Peace“. Dafür gründeln die vier Künstlerinnen und vier Künstler in urmenschlichen Schichten nach Grenzen von Frieden. Deren Gegner ist unberechenbar, unsichtbar und oft ahnungslos: das Selbst.

Kunstakademie im Franz-Hitze-Haus über „Suche Frieden“

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  • Foto: Gerhard H. Kock
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Unter dem Leitwort „Suche Frieden“ wird vom 9. bis 13. Mai der 101. Katholikentag stattfinden. Zusammen mit der Kunstakademie Münster zeigt das Franz-Hitze-Haus begleitend Werke junger Künstler. Ob es dem Ort „katholische Akademie“ oder der jahrtausendealter Kraft biblischer Bilder geschuldet ist – sie sind ein roter Faden. Wenn Charlotte Frevel in glimmernden Glasmalfarben „Arcadia“ präsentiert, bietet das durch wildes Grün huschende Paar Anhaltspunkte für die Situation von Adam und Eva. So gebückt scheint Gottes Krone der Schöpfung das Bewusstsein eigener Sterblichkeit bereits erkannt zu haben . . .

Bei Judith Kaminski ist es offensichtlich: Aber ihr virtuelles Urmenschen-Paar reicht den Verantwortungs-Apfel weiter und verweist auf die Verantwortung des Betrachters: „You are the ­apple (or the snake)“.

Gleichsam die andere Seite der Bibel (aus christlicher Sicht der Schluss) beleuchten Isabel Schober und Malte van de Water. Der Maler hat in der zehntausend Seelengemeinde seinen „Ostbeverner Altar“ gemalt. Das abstrakte Triptychon verweist im Titel auf die große Kirchenmalerei, zeigt aber scheinbar lediglich Farbfläche und -spuren. Wer sein Bildgedächtnis aktiviert findet Schatten eines Kruzifix, Jesus am Kreuz mit hängendem Kopf. Tot. Oder es könnte ein Engel sein. Die Weißen Spots wirken wie Einschusslöcher. Im Hintergrund zieht sich eine blaue Linie über die drei Bildteile: das mit zittriger Hand gezeichnete Christenzeichen Fisch. Und Schober malt mit Fahne und Palmwedel Friedens-Zeichen des Triumphs über den Tod – plus Draht-Kleiderbügel . . .

Salomé Berger stellt in Pool-Sujets Farbräume und -flächen zwischen Chaos und Ordnung vor, eine Abwesenheit von Mensch. Von Krieg, von Frieden?

Il-suk Lee nimmt den Kosmos in den Blick. Seine drei Prints „Die Beziehung von Absolutheit und Relativität“ („Die Kurve“, „Die Gerade“ und „Der Kosmos“) sind Augenfutter und geometrische Beruhigungspillen, als bedeute das Ordnen unüberschaubarer Ewigkeit Ruhe und Frieden. Bei Qiwei Zhang schwimmen Quietsche-Enten in Gläsern mit dunkler Flüssigkeit. „Piece“ (Teil) bringt den Konflikt des Getrenntseins, die Unsicherheit des Nicht-Wissens mit der Entspanntheit eines Schaumbades zusammen.

Jörg Kratz zeigt fast monochrome ruhige Öl-Bilder mit viel Interpretationspielraum.

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Die Ausstellung wird am Dienstag (10. April) um 20 Uhr im Hitze-Haus, Kardinal-von-Galen-Ring 50, eröffnet.

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