Stadtheimatbund zeigt Werkschau des Fotografen Volkmar Leute
Finder und Entwickler von Formen

Münster -

Wer es paternalistisch formulieren will, kann von „Einmal Kind, immer Kind“ sprechen, wer es mit Christian Morgenstern nehmen möchte vom „Kind im Manne“, in der auf jeden Fall zutreffenden philosophischen Form ist Volkmar Leute ein „Homo ludens“, ein Menschen, der sich und eine Welt im Spiel entwickelt. Und wie seine Ausstellung in der Torhaus-Galerie des Stadtheimatbundes zeigt, sind Kreativität und Schönheit unerschöpflich.

Mittwoch, 23.05.2018, 23:47 Uhr

Formentwicklung: Aus dem analogen Foto einer Eisfläche mit Schneestaub und Ästen (u.) hat Volkmar Leute mittels Symme­trie-Operationen, Farbsteuerung und sogar kleinen malerischen Interventionen neue Formengebilde entwickelt (o.).
Formentwicklung: Aus dem analogen Foto einer Eisfläche mit Schneestaub und Ästen (u.) hat Volkmar Leute mittels Symme­trie-Operationen, Farbsteuerung und sogar kleinen malerischen Interventionen neue Formengebilde entwickelt (o.). Foto: kok

Volkmar Leute in der Torhaus-Galerie

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  • Foto: Gerhard H. Kock
  • Foto: Gerhard H. Kock
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  • Foto: Gerhard H. Kock

Mit 14 Jahren entwickelte Leute schon mit seinem Vater in der Dunkelkammer Schwarzweiß-Fotografien, und im April vollendete der Roxeler sein 80. Lebensjahr. Dazwischen hat sich Volkmar Leute bis 2002 beruflich der Physikalischen Chemie verschrieben, aber im Grunde immer fotografiert. Drei Ausstellungen gab es bislang in seinem Heimatstadtteil Roxel, nun gibt es die erste in Münster-City: „Von der Ästhetik des Unscheinbaren zum Abstrakten“.

Mit der Kamera ist Volkmar Leute weniger Jäger, denn Sammler, erkennt das besondere Detail, und wenn dies seinem Empfinden genügt, zeigt er es unverändert wie bemooste Steine an der Küste, die Holzleiter an einer Scheune. Doch oft scheint ihn die Neugier nach einer unbekannten Schönheit weiter zu treiben. Dann werden die aus der Natur gesammelten Motive mittels neuster Technik (Photoshop) verändert. Symmetrische Operationen duplizieren oder verdrehen Strukturen, mittels Farbreglern werden Effekte herausgelockt oder durch gesteuerte Kamerabewegung eine gezielte Unschärfe erzeugt.

Leutes Fotografien bringen verblüffende Schönheiten hervor. Der Faden eines Spinnennetzes, in dem sich ein Sonnenstrahl verfangen hat, zeigt in der Vergrößerung bunte Scheiben. Die Landschaft, aus der Leute die Farbe herausgezogen hat, wirkt wie ein Scherenschnitt-Raum. Das flach getretene Blatt auf einem Gehweg wird durch Färbung zur Blüte. Makrofotos von Flummis im Wasser gleichen kosmischen Farb-Nebeln. Und Eis-Platten auf einem Acker werden zu mikrobiologischen Mustern (bei bedecktem oder sonnigem Himmel in Grün oder Grau), in denen das Auge gerne einen Hut und einen Löwenkopf erkennen möchte. Das Abstrakte hat der Kopf nicht gern . . .

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Die Ausstellung wird am Sonntag (27. Mai) um 11 Uhr in der Torhaus-Galerie, Torhaus 2, eröffnet.

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