Theater Titanick
„TraumWelten“ in der Eissporthalle: Stationen-Reise für Schlafwandler

Münster -

Vor fast einem Jahr erging es Uwe Köhler wie so vielen Besuchern der „Skulptur-Projekte“ in Münster. Er musste erst lange anstehen, und als er endlich im Innern der von Pierre Huyghe mit einer Installation bespielten ehemaligen Eissporthalle an der Steinfurter Straße stand, war er „vollkommen baff“. 

Dienstag, 29.05.2018, 16:00 Uhr

Ein Embryo gehört zu den verwunschenen Wesen, die im September die Eissporthalle bevölkern.
Ein Embryo gehört zu den verwunschenen Wesen, die im September die Eissporthalle bevölkern. Foto: Gunnar A. Pier

„Hier müsste man auch mal was machen“, schoss es Köhler durch den Kopf. Und so ist es ein großes Glück, dass der künstlerische Leiter des Theaters Titanick vor Monaten tatsächlich das Angebot erhielt, mit seinem 20-köpfigen Team in der Halle ein Projekt zu realisieren. „TraumWelten“ wird es heißen. Die Premiere ist am 6. September.

Skurrile Wesen tapsten zur Vorstellung des Projektes am Dienstagmorgen schon mal durch die in Kunstnebel gehüllte Moränenlandschaft im Innern der Halle. Diese soll sich im Herbst laut Köhler „clean und archaisch“ präsentieren. Und in Dunkelheit gehüllt. Schließlich wird sie dann einen sieben Stationen umfassenden Parcours beherbergen und von verwunschenen Gestalten wie Erdfrau und Embryo, Hirsch-Lude, Fischfrau und anderen bevölkert sein.

Installationskunst in der Eissporthalle

„In ,TraumWelten’, so Köhler, „wird der Zuschauer in den Zustand eines Schlafwandlers versetzt“ – inspiriert von den mittelalterlichen Jenseits-Visionen des Malers Hieronymus Bosch oder grotesken Bildern der Familie Breughel. Köhler spricht von einem „Notturno mit Sogkraft“ und verspricht „sehr mystische, sehr sinnliche Bilder“.

Theater Titanick stellt TraumWelten in der Eishalle vor

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  • In TraumWelten gibt es kuriose Figuren.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Schafe zum Beispiel, die hier in den Bodennebel in der Eishalle schauen.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Neulich erst ein Kunstwerk der "Skulpturen" - bald schon Theaterspielplatz: Die ehemalige Eishalle an der Steinfurter Straße in Münster.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Uwe Köhler (Künstlerischer Leiter Theater Titanick)

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Im gesamten Innenraum wird gespielt.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Clair Howells (Direktorin Theater Titanick), Andreas Ermeling (stellvertretender Kulturamtskleiter der Stadt Münster, stehend),  Ralf Mertins (Stadtwerke, hockend), Uwe Köhler (Künstlerischer Leiter Theater Titanick) und Frank Knura (Stiftungspräsident der Kulturstiftung der Sparkasse Münster, von links) bei der Pressekonferenz zur Vorstellung des Stücks "TraumWelten" des Theater Titanick am 29. Mai 2018 in der Eishalle Münster. "TraumWelten" wird hier ab dem 6. September 2018 voraussichtlich zehn mal aufgeführt.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Foto: Gunnar A. Pier
  • Foto: Gunnar A. Pier
  • Foto: Gunnar A. Pier
  • Foto: Gunnar A. Pier
  • Foto: Gunnar A. Pier
  • Foto: Gunnar A. Pier
  • Foto: Gunnar A. Pier
  • Foto: Gunnar A. Pier
  • Foto: Gunnar A. Pier
  • Foto: Gunnar A. Pier

Wer die Titanicker kennt, weiß, dass weitere spektakuläre Elemente zu erwarten sind. Als da wären ein Feuerbaum und eine Brunnenanlage, eine Leiterkonstruktion, auf der ein Buckliger eine Frau freit. Ein Hirsch in roter Lackhose hockt auf einem Hochsitz und bläst das Alphorn. „Anziehung und Ablehnung“, nennt Köhler als gestalterisches Prinzip: „Das Hässliche entpuppt sich als anziehend, das Haarsträubende als harmonisch.“

Heijo Bierbaum, Eigentümer des Eissporthallengeländes und Fan der Titanicker, zeigte sich am Dienstag erfreut, dass das Projekt (in Kooperation mit dem Theater im Pumpenhaus und unterstützt von der Stadt Münster und den Stadtwerken) noch einmal Installationskunst in die Eissporthalle bringt.

Genehmigungsverfahren neu gestellt

Mitte des nächsten Jahres soll das Gebäude dann endgültig abgerissen werden. Nicht nur Clair Howells, die Leiterin des Theaters Titanick, ist darum froh, „sie mit unserem Team im September noch einmal bespielen zu dürfen“. Die Halle mit dem grotesk aufgesägten Betonboden, so Howells, biete eine „hervorragende Landschaft für unsere Bilder“.

Damit das Theater Titanick hier spielen kann, musste das Team allerdings „bei null anfangen“. Sämtliche Genehmigungsverfahren in Sachen Statik und Sicherheit mussten neu gestellt werden, erzählt Köhler. Inzwischen liegen alle Anträge beim Bauordnungsamt. „Ich hoffe“, so Köhler, „dass wir bis September die Genehmigung bekommen.“

Termine

Zehn Vorstellungen des Stückes „TraumWelten“ mit je 300 Besuchern sind in der Eissporthalle an der Steinfurter Straße geplant. Die Vorstellungen finden am 6. (Premiere), 7. und 8. sowie am 14. und 15. September statt – jeweils um 18 und um 21 Uhr. Tickets zum Preis von 18, ermäßigt 12 Euro, gibt es im Internet. 

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