Kunstakademie Münster komplettiert Bistums-Ausstellung
Junge Künstler bieten Frieden

Münster -

Kleine Interventionen, aber auch spektakulärere Eingriffe: Was 14 Studenten der Kunstakademie Münster mit dem altehrwürdigen Paulus-Dom anstellen, das sollte sich kein Kunstfreund entgehen lassen. Die Wahl der Mittel reicht von der Tafelmalerei bis hin zu Environments. Während der Katholikentag die Losung „Suche Frieden“ ausgab, heißt es nun „Biete Frieden“. Die künstlerischen Akteure wollen mit ihren Arbeiten ihre persönlichen Gedanken zum Frieden aufzeigen.

Dienstag, 05.06.2018, 17:30 Uhr
Veröffentlicht: Dienstag, 05.06.2018, 15:36 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Dienstag, 05.06.2018, 17:30 Uhr
Kunstakademie Münster komplettiert Bistums-Ausstellung : Junge Künstler bieten Frieden
Besucher des Paulus-Doms können noch bis zum 2. September große Augen machen und sehen: 14 Studenten der Kunstakademie Münster haben sich dort kreativ ausgetobt. Foto: Oliver Werner

Pascale Feitners „Augen“ an den Domtürmen schauen weit ins Land und geben der Kathedrale ein eigenwilliges „Gesicht“. Doch darum geht es nur vordergründig. Die Künstlerin will verdeutlichen, dass der alttestamentliche Spruch „Auge um Auge, Zahn um Zahn“ nichts mit Rache, sondern mit Wiedergutmachung und Frieden zu tun hat.

Impressionen: Skulptur-Projekte im Dom

Die Friedensbotschaft als verbindender Aspekt der abrahamitischen Religionen: Fridolin Mestwerdt lässt Friedensgrüße aus Judentum, Christentum und Islam in Form von Leuchtschriften über jeweils anderen Gotteshäusern stehen – also „As-salamu ’alaikum“ am St.-Paulus-Dom, „Friede sei mit euch“ an der Synagoge und „Shalom aleichem“ an der Attawba-Moschee.

Die 14 Projekte

Jinuk Choi projiziert bei „Ein ruhiger Altar“ in liturgischen Farben ein Konzert von Gustav Mahlers „Auferstehungs“-Sinfonie in eine Kapelle – ohne Ton;

Pascale Feitner bringt an den Dom-Türmen zwei Riesenbanner mit Augen an: „Auge für Auge“ über Friede und Gerechtigkeit;

Marlena Gundlach stellt in „Nimm das Licht mit oder verschicke es“ an den Opferkerzentisch einen Postkartenständer mit Opferkerzen-Postkarten;

Amelie Hirsch setzt in ihrer Installation „Narben hinterlassen“ die vielen „Verletzungen“, die dem Gottesgebäude widerfahren sind, in Bezug zu Wunden, die Menschen erlitten haben;

Justyna Janetzek lässt ein Friedenstor als Himmelspforte („Porte du Ciel“) vor das Westportal einschweben;

Holger Küper lässt bei „Innerer Frieden“ in den Fenstern auf der Südseite mit Folienfetzen eine frühlingsgrüne Wiese und ein goldgelbes Zelt leuchten;

Ilsuk Lee lässt wie in Kubricks „2001: Odyssee im Weltraum“ einen Monolithen im Domparadies auftauchen. Aus dem Inneren des Kubus leuchtet ein Kreuz: „Ein Denkmodell des Universums: Der Frieden“;

Peter Lepp lädt beim „Hortus Conclusus“ im Kachelzimmer zu einer Teestunde mit dem Hohelied von Salomo auf Arabisch und Hebräisch ein;

Fridolin Mestwerdt bringt in „Wenn ihr in ein Haus kommt, dann wünscht ihm Frieden“ die Friedensgrüße der drei bekanntesten abrahamitischen Religionen am jeweils anderen Gotteshaus an;

Tonio Nitsche ersetzt eine Betbank durch zwei einander gegenüberstehende Sessel auf einem Teppich: „Zusammensetzen, auseinandersetzen“;

Moritz Riesenbeck lässt in „Die Suche nach den Dingen“ vom Inneren des Dachstuhls im Westwerk durch den Gewölbe-Abschlussstein einen Leuchtstab langsam in den Innenraum des Domes herab- und hinauffahren;

Elisabeth (Lis) Schröder ließ am Eröffnungsabend (5. Juni) den Satz „Wir alle machen Fehler“ wie ein Mantra vom Domchor singen.

Yoana Tuzharova: In ihrem knapp fünf Meter hohen und zwei Zentimeter flachen Lichtobjekt „Scheingarten“ steht das Porträt einer bettelnden Frau auf der Schwelle zwischen Schatten und Licht;

Yuren Wu lässt in „Porron“ Kirchenlieder in Grammophon-Qualität aus einem Schiff ertönen – draußen.

...

Es war das „Anliegen, etwas Neues zu wagen“, so formulierte es Dompropst Kurt Schulte bei der Eröffnung der Schau mit 14 Projekten. Für Projektleiter Prof. Thomas Flammer war es wichtig, neben den historischen Ausstellungen gerade auch die moderne Kunst zu befragen und den Dom als Ausstellungsort ins Zentrum zu rücken, da die Domkammer marode ist. Die Klasse für Kunst im öffentlichen Raum unter Leitung der Professoren Maik und Dirk Löbbert nutzte die Freiräume.

Kunst-Ausstellung „Biete Frieden“ am und im Dom

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  • Kunst-Ausstellung „Biete Frieden“ am und im Dom Foto: Matthias Ahlke
  • Der Paulusdom in Münster wird zur Spielwiese für junge Künstler. 14 Studierende der „Klasse Löbbert“ der Kunstakademie präsentieren hier vom 5. Juni bis zum 2. September ihre Werke.

    Foto: Oliver Werner
  • Das „Dom-Gesicht“ ist schon weitem zu sehen.

    Foto: Oliver Werner
  • Justyna Janetzek lässt am 5. Juni ein Friedenstor als Himmelspforte („Porte du Ciel“) vor das Westportal einschweben.

    Foto: Oliver Werner
  • Yuren Wu lässt in „Porron“ Kirchenlieder in Grammophon-Qualität aus Schiffssirenen ertönen – draußen.

    Foto: Oliver Werner
  • Und im Dom? Sieht es teils aus wie in einem Wohnzimmer.

    Foto: Oliver Werner
  • Tonio Nitsche hat eine Betbank durch zwei einander gegenüberstehende Sessel auf einem Teppich ersetzt. Die Botschaft: „Zusammensetzen, auseinandersetzen“.

    Foto: Oliver Werner
  • Was es mit diesem gelben Dreieck wohl auf sich hat?

    Foto: Oliver Werner
  • Holger Küper lässt bei „Innerer Frieden“ in den Fenstern auf der Südseite mit Folienfetzen eine frühlingsgrüne Wiese und ein goldgelbes Zelt leuchten.

    Foto: Oliver Werner
  • Ilsuk Lee lässt wie in Kubricks „2001: Odyssee im Weltraum“ einen Monolithen im Domparadies auftauchen. Aus dem Inneren des Kubus leuchtet ein Kreuz: „Ein Denkmodell des Universums: Der Frieden“.

    Foto: Oliver Werner
  • Fridolin Mestwerdt bringt in „Wenn ihr in ein Haus kommt, dann wünscht ihm Frieden“ die Friedensgrüße der drei bekanntesten abrahamitischen Religionen am jeweils anderen Gotteshaus an. Über dem Eingang des Doms steht „As-salamu ’alaikum“, an der Synagoge „Friede sei mit euch“, an der at-Tawba Moschee „Shalom aleichem“.

    Foto: Oliver Werner
  • Jinuk Choi projiziert bei „Ein ruhiger Altar“ in liturgischen Farben ein Konzert von Gustav Mahlers „Auferstehungs“-Sinfonie in eine Kapelle – ohne Ton.

    Foto: Oliver Werner
  • Das Lichtobjekt „Scheingarten“ von Yoana Tuzharova hat überraschende Dimensionen.

    Foto: Oliver Werner
  • Das Kunstwerk ist knapp fünf Meter hoch und zwei Zentimeter flach.

    Foto: Oliver Werner
  • Amelie Hirsch setzt in ihrer Installation „Narben hinterlassen“ die vielen „Verletzungen“, die dem Gottesgebäude widerfahren sind, in Bezug zu Wunden, die Menschen erlitten haben.

    Foto: Oliver Werner
  • Kunst-Ausstellung „Biete Frieden“ am und im Dom Foto: Matthias Ahlke
  • Kunst-Ausstellung „Biete Frieden“ am und im Dom Foto: Matthias Ahlke
  • Kunst-Ausstellung „Biete Frieden“ am und im Dom Foto: Matthias Ahlke
  • Kunst-Ausstellung „Biete Frieden“ am und im Dom Foto: Matthias Ahlke
  • Kunst-Ausstellung „Biete Frieden“ am und im Dom Foto: Matthias Ahlke
  • Kunst-Ausstellung „Biete Frieden“ am und im Dom Foto: Matthias Ahlke
  • Kunst-Ausstellung „Biete Frieden“ am und im Dom Foto: Matthias Ahlke
  • Kunst-Ausstellung „Biete Frieden“ am und im Dom Foto: Matthias Ahlke
  • Kunst-Ausstellung „Biete Frieden“ am und im Dom Foto: Matthias Ahlke
  • Kunst-Ausstellung „Biete Frieden“ am und im Dom Foto: Matthias Ahlke
  • Kunst-Ausstellung „Biete Frieden“ am und im Dom Foto: Matthias Ahlke
  • Kunst-Ausstellung „Biete Frieden“ am und im Dom Foto: Matthias Ahlke
  • Kunst-Ausstellung „Biete Frieden“ am und im Dom Foto: Matthias Ahlke
  • Kunst-Ausstellung „Biete Frieden“ am und im Dom Foto: Matthias Ahlke
  • Kunst-Ausstellung „Biete Frieden“ am und im Dom Foto: Matthias Ahlke
  • Kunst-Ausstellung „Biete Frieden“ am und im Dom Foto: Matthias Ahlke
  • Kunst-Ausstellung „Biete Frieden“ am und im Dom Foto: Matthias Ahlke
  • Kunst-Ausstellung „Biete Frieden“ am und im Dom Foto: Matthias Ahlke
  • Kunst-Ausstellung „Biete Frieden“ am und im Dom Foto: Matthias Ahlke
  • Kunst-Ausstellung „Biete Frieden“ am und im Dom Foto: Matthias Ahlke
  • Kunst-Ausstellung „Biete Frieden“ am und im Dom Foto: Matthias Ahlke
  • Kunst-Ausstellung „Biete Frieden“ am und im Dom Foto: Matthias Ahlke
  • Kunst-Ausstellung „Biete Frieden“ am und im Dom Foto: Matthias Ahlke
  • Kunst-Ausstellung „Biete Frieden“ am und im Dom Foto: Matthias Ahlke
  • Kunst-Ausstellung „Biete Frieden“ am und im Dom Foto: Matthias Ahlke
  • Kunst-Ausstellung „Biete Frieden“ am und im Dom Foto: Matthias Ahlke
  • Kunst-Ausstellung „Biete Frieden“ am und im Dom Foto: Matthias Ahlke
  • Kunst-Ausstellung „Biete Frieden“ am und im Dom Foto: Matthias Ahlke
  • Kunst-Ausstellung „Biete Frieden“ am und im Dom Foto: Matthias Ahlke
  • Kunst-Ausstellung „Biete Frieden“ am und im Dom Foto: Matthias Ahlke

So hat Holger Küper ein Domfenster farblich verändert. Grün steht für Wiese, ein gelbes Zelt ist zu sehen. Sich zu Hause in der Natur fühlen und Frieden finden, so lautet die Botschaft. Yoana Tuzharova hat eine der Bettlerinnen vor dem Paradies-Portal porträtieren dürfen und setzt sie in einer der hinteren Kapellen des Doms in eine Portalsituation. So hat sie ihren Platz im Dom gefunden. Postkarten mit Gebetslichtern verschicken, sakrale Musik aus Schiffslautsprechern hören, friedliche Gespräche auf der Couch führen: Den Künstlern ist viel Friedliches eingefallen!

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