Inspirierende Benefiz-Tanzgala im Großen Haus des Theaters Münster
Aufziehpuppe mit Pudelmütze

Münster -

Wie eine Trophäe trägt der Tänzer seine Partnerin über die Bühne, eine junge Frau im Glitzershirt, deren angespannte Pose eine faszinierende Kraft vermittelt. „Sortijas“ (Ring) ist der Titel dieses von Cayetano Soto choreografierten Pas de deux (Tanz: Kim von der Put, Salvatore Castelli /Introdans), das den Zusammenhalt zwischen Generationen vermittelt. In Münsters ausverkauftem Großem Haus wirken solche Bande wie kleine Diamanten. Es waren lange nicht die einzigen Schätze dieser 5. Tanzgala zugunsten der Aidshilfe Münster, die unter der Leitung von Tanzchef Hans-Henning Paar auf die Bühne kamen.

Sonntag, 17.06.2018, 16:12 Uhr

Auch das Tanztheater Münster setzte bei der Tanzgala zugunsten der Aidshilfe Münster choreografische Themen herausragend um.
Auch das Tanztheater Münster setzte bei der Tanzgala zugunsten der Aidshilfe Münster choreografische Themen herausragend um. Foto: Sarah Koska

Ausgewählte Choreografien von sieben Gastkompagnien begeisterten das Publikum. Sehnsuchtsvolle Duette sind dabei: Matteo Mersi und Keelan Whitmore aus Paars Tanztheater Münster kämpfen in „True Romance“ um ihre Liebe, Daniel Alwell und Ramon John vom Hessischen Staatsballett (Choreografie: Alejandro Cerrudo) berühren das Publikum durch harmonisch aufeinander abgestimmte Bewegungen. Ayaha Tsunaki und Alejandro Martinez (Semperoper Ballett) wirken in Stijn Celis Choreografie wie Statuen, edel und schön. Das kroatische Nationalballett Split (Choreografie Igor Kirov) zeigt fließenden, klassischen Tanz, Edward Clugs „Hora“ (Ida Anneli Kallanvaara und Giacomo Altovino, Ballett Dortmund) erinnert mit folkloristischen Elementen an Vergangenes: Es ist großartig, wie das Paar in wirbelndem Tanz den Strudel der Zeit visualisiert.

Ergänzt wurden die Choreografien durch Beiträge des charismatischen Chansonniers Vladimir Korneev, der mal als zarter Melancholiker auftrat, mal im Überlebenskampf starke Emotionen zum Ausdruck brachte. Regine Andratschke moderierte den Abend als humorvoll-überdrehte, sympathische Diva, die ihr Publikum hier und da hinter die Kulissen blicken ließ, indem sie „aus dem Nähkästchen“ plauderte und herzlichen Applaus erntete, als sie sich für Toleranz und Vielfalt in der Gesellschaft aussprach.

Zwei Solisten begeisterten besonders: Diego Benito Gutierrez in einer Choreografie von Richard Wherlock (Theater Basel) sowie Ben van Cauwenberghs „Les Bourgeois“, getanzt von Vincenzo Turiano. Gutierres wirkt wie eine Aufziehpuppe, wenn er mit gebeugtem Rücken und schnellen Schritten als komische Figur mit Pudelmütze über die Bühne tänzelt. Van Cauwenberghs Bourgeois hat zu tief ins Glas geschaut, entsprechend humorvoll gestaltet sich die dynamische Choreografie. Bezwingend auch Norikazu Aoki und Sarah Jane Taylor, wenn sie in James Wiltons Pas de deux „Psych Lone“ wie Planeten umeinander kreisen und doch nie zusammenkommen. Stehende Ovationen für einen großen Tanzabend.

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