Kunstakademie zeigt trashiges „Wrecklinghausen“ im Pumpenhaus
Nach dem Kampf wird geknutscht

Münster -

Einen Boxring hatte das Pumpenhaus vor einiger Zeit schon mal auf der Bühne. Ausgetragen wurden damals politische Grabenkämpfe. Jetzt war es ein Wrestling-Ring, der zwischen den Zuschauerreihen aufragte.

Mittwoch, 27.06.2018, 17:56 Uhr

Junge Kunststudenten zelebrierten den fingierten Kampf als Show im Pumpenhaus.
Junge Kunststudenten zelebrierten den fingierten Kampf als Show im Pumpenhaus. Foto: Klasse Mik

Einen Boxring hatte das Pumpenhaus vor einiger Zeit schon mal auf der Bühne. Ausgetragen wurden damals politische Grabenkämpfe. Jetzt war es ein Wrestling-Ring, der zwischen den Zuschauerreihen aufragte. Hineingestellt hat ihn die Klasse Aernout Mik der münsterischen Kunstakademie. Und was das 14-köpfige Team veranstaltete, war eine Show, die das Trashige dieser Sportart geradezu feierte. So brachial ging es in „Wrecklinghausen“ zu, dass es schon wieder schön war.

Wrestling ist Schaukampf. Wer gewinnt, steht vorher fest. Deshalb müssen die Kämpfer auch schauspielerisch was draufhaben, um das Publikum bei der Stange zu halten. Das ist bei der ersten Akteurin zweifelsohne der Fall. Sie nennt sich „Krawall Barbie“ und führt sich auch so auf. Brüllend stürmt sie in den Ring und legt gleich den Pausenclown auf die Bretter, der vorher noch grinsend seine Runden gedreht hatte. Der Kommentator im Transvestiten-Fummel kriegt sich vor Begeisterung gar nicht mehr ein.

Machen die Studenten hier Kunst oder wollen sie nur spielen? Das ist schwer zu sagen. Auf jeden Fall haben sie sich gut vorbereitet und für ihre Show extra ein Training beim Kampfsportverein Vestside Warriors in Recklinghausen absolviert. Das merkt man den Aktionen im Ring auch an. Zwar wirkt alles bewusst trashig, aber es sind auch einige recht spektakuläre Figuren dabei.

Und es gibt Gefühle, die man in dieser Sportart eher nicht erwartet. Dass der Schiedsrichter ins Geschehen hineingezogen und nach Strich und Faden verprügelt wird, ist beim Wrestling vielleicht nicht ungewöhnlich. Dass sich die Kämpferinnen nach dem Clinch in den Armen liegen und abknutschen, wahrscheinlich schon. Der Kommentator, der die ganze Zeit bereits schwule Witze gerissen hatte, meint einschreiten zu müssen. Kriegt aber eine Abfuhr, sodass ihm nichts übrig bleibt, als den Ringrichter für den nächsten Kampf wiederzubeleben.

Was die Klasse von Aernout Mik hier aufführt, ist so grotesk und überzogen, dass man kein Fan sein muss, um Freude daran zu haben. Der jugendliche Überschwang der Akteure tut das Seine dazu. Allerdings hat Trash von Natur aus keine allzu lange Halbwertszeit. Als die Vorstellung nach einer Stunde mit einem Showdown aller gegen alle endet, reicht es auch wieder.

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