Die Westfälische Schule für Musik präsentiert sich bei den „AaSeerenaden“
Von Trauermarsch bis Bossa Nova

Münster -

Sommer, Sonne – Regenschirm? Was sonst gegen Feuchtigkeit von oben schützt, dient nun als Schattenspender. Denn die kühleren Plätze sind rar gesät, als mit Brassissimo am Samstagnachmittag die erste Combo der Westfälischen Schule für Musik den zweiten Tag der AaSeerenaden eröffnet. Mit der „Kleinen Nachtmusik“ von Mozart, die hier zur „Kleinen Nachmittagsmusik“ wird. Als solche stellt sie jedenfalls Friedrun Vollmer vor.

Sonntag, 15.07.2018, 17:30 Uhr

Erstmals unterstützte eine Streicher-Gruppe die Big Band der Musikschule bei den AaSeerenaden (gr. Bild). Brassissimo und Galaxy Brass freuten sich über den herzlichen Applaus.
Erstmals unterstützte eine Streicher-Gruppe die Big Band der Musikschule bei den AaSeerenaden (gr. Bild). Brassissimo und Galaxy Brass freuten sich über den herzlichen Applaus. Foto: Gerharz / Noppeney

Die neue Leiterin der Musikschule gibt an diesem Tag ihren AaSeerenaden-Einstand. Sie tut dies mit viel Esprit nicht nur bei der Moderation. Vollmer ist auch Musikerin der Streicher-Sektion, die erstmals als schönes „Plus“ die Big Band der Westfälischen Schule für Musik unterstützt und dieser den sanften Einstieg in bekannte Pop- und Soul-Klassiker liefert.

Zuvor jedoch präsentieren sich die Blechbläser von Brassissimo und ihre Kollegen von Galaxy Brass, der Blechbläserformation der Westfälischen Wilhelms-Universität – beide werden von Al­fred Holtmann geleitet. Während Aaseestufen und Sitzreihen noch übersichtlich gefüllt sind, lassen Brassissimo die „Glorreichen Sieben“ aufmarschieren – in einem anspruchsvollen Arrangement von Burkhard Schlömer, einst Schüler der Musikschule. Galaxy Brass wählen Gershwins „Summertime“, was selbst manchen flotten Aasee-Umrunder zuhören lässt. Im Tutti dann tragische Klänge: Acht Trompeten, drei Hörner, acht Posaunen, zwei Tuben und das Schlagzeug intonieren Griegs „Trauer-Marsch“. Der verhaltene Applaus verrät, dass den Zuhörern der Sinn mehr nach einem heißen „Soul Bossa Nova“ von Quincy Jones steht, den beide Gruppen sichtbar spielfreudig über den Aasee schicken.

Mit Cajón-Rhythmen geht es weiter – und mit einem Integrationsprojekt, das an diesem Nachmittag positiv aus dem Rahmen fällt. Sieben Flüchtlinge überwiegend aus Syrien klopfen Cajón-Rhythmen, die mitreißen. Mike Förster , bekannter Schlagzeuger aus Münster, leitet das Projekt „Percussionist International“, das jungen Menschen aus Flüchtlingseinrichtungen über die Musik bei der Integration helfen soll. Dass er als Schlagzeuger mitunter Mühe habe, mit den Geflüchteten mitzuhalten, nimmt man Förster nach dieser ungewöhnlichen Performance durchaus ab. Besonders der kubanisch angehauchte, Cajón-begleitete „Havana-Song“ von Camila Cabello, von der zwölfjährigen Maryam Kiefou gesanglich unterstützt, bleibt im Ohr. Das lebensbejahende „Live in the Moment“ singt sie dann auf Arabisch.

Knapp 20 Minuten dauert die Darbietung. Es zieht sich hin, bis die Big Band unter der Leitung von Lars Motel den mitreißenden Schlusspunkt unter das Nachmittagsprogramm setzt. Von Jürgen Knautz stammen die Arrangements zu Lalo Schifrins „Down here on the Ground“ oder Marvin Gayes „Ain’t no mountain high enough“, die mit Streichern dargeboten werden. Ein hörbarer Zugewinn, auch für die beiden Sänger Kristina Labs und Michael Jahnig.

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