Ateliergemeinschaft Breite Gasse lädt zum offenen Atelier „Sommer-Wände“ ein
Malerisch mitten in der Stadt

Münster -

Auskunftsfreudige Künstler, qualitätvolle Kunst und eine traumhafte Lage – die Ateliergemeinschaft Breite Gasse ist eine Kunstperle im Herzen der Stadt. Mit den „Sommer-Wänden“ öffnen die Künstler ihr Atelier am Samstagnachmittag der Öffentlichkeit.

Mittwoch, 18.07.2018, 23:45 Uhr

Die Ateliergemeinschaft Breite Gasse (v.l.): Anastasiya Nesterova, Karl Bischop, Claudia Böger, Maximilian Tomasoni und Corinna Schröer
Die Ateliergemeinschaft Breite Gasse (v.l.): Anastasiya Nesterova, Karl Bischop, Claudia Böger, Maximilian Tomasoni und Corinna Schröer Foto: Gerhard H. Kock

Offenes Atelier Breite Gasse 45

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  • Offenes Atelier Breite Gasse 45 Foto: Gerhard H. Kock

Früher beherbergte das Gebäude im Innenhof die bekannte Bau- und Kunstschlosserei von Bernhard Brannekämper, später eine Buchbinderei, berichtet Claudia Böger, die hier seit 15 Jahren wirkt. Gleich um die Ecke liegen Picasso-Museum und Landesmuseum. Seit 2015 bilden Karl Bischop, Claudia Böger, Anastasiya Nesterova, Corinna Schröer und Maximilian Tomasoni die Gemeinschaft. Die fünf Künstler teilen sich einen rund 100 Quadratmeter langen Raum, der durch bodenlange Vorhänge getrennt ist. Mit Nesterova, Schröer und Tomasoni sind drei Schüler von Prof. Wolfgang Troschke vertreten.

Maximilian Tomasoni erarbeitet sich neue Wege in Malerei und Grafik. Mit Box-Handschuhen traktiert er die Leinwand. So martialisch das Werkzeug klingen mag, so zart sind diese Öl-Gemälde; sein fischendes Kind im Wasser leuchtet pastos oder aquarellig gar. In seiner Porträt-Serie überblendet Tomasoni Gesichter bekannter Persönlichkeiten. Maischberger vermischt sich mit Caesar, John F. Kennedy mit Papst Johannes XXIII.

Dem Holzschnitt hat sich Corinna Schröer verschrieben, wobei auch dies nur ein Mittel ist, einen kreativen Entstehungsprozess zu durchleben, in dem die Neugier auf Techniken und ihre Wirkungen auf das Papier im Mittelpunkt stehen. Kunst als körperliche Arbeit sowie die Präzision und Perfektion darin leiten Schröers künstlerisches Wirken: „Ich mag den Weg.“

Der Holzschnitt ist auch ein Teil der Kunst von Anastasiya Nesterova. Die Ukrainerin, deren Eltern auf der Krim leben, ist durch ihre malende Mutter vorgeprägt. Doch ganz anders als diese tritt das Malerische bei Anastasiya Nesterova deutlich vor das Sujet. Das allerdings ist ebenfalls vom Meer geprägt. Während Nesterova in ihren Farbholzschnitten dem „Malgrund“ einschneidend reduziert, ist ihre Malerei auf der Leinwand additiv, schichtet sich auf wie Wellen und Gischt.

Claudia Böger treiben drei Themen an: Identität und Persönlichkeit, Kommunikation und Interaktion sowie Weiblichkeit und ihre Geschichte. Dabei finden sich ihre Formen und Figuren allesamt in freskoartigen Gemälden wieder.

Karl Bischop kommt von der Düsseldorfer Kunstakademie und hat sich der gegenständlichen Malerei verschrieben. Wobei ihn weniger der Gegenstand als solcher als vielmehr dessen Stofflichkeit interessiert: Bei der Zigarrenkiste mit der Walnuss im Nussknacker ist es die stumpfe Oberfläche, bei den Paprika auf einem anderen Bild der Glanz.

Als Gastkünstler bringt Malte Rommel Skulpturen in die Ausstellung ein. Seine Arbeiten weisen eine Nähe zu Künstlern wie Hans Arp (Dada) oder Picasso (Kubismus) auf, lassen aber auch Elemente von Comics oder Streetart erkennen.

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Die „Sommer-Wände“ haben am Samstag (21. Juli) von 14 bis 19 Uhr in der Breiten Gasse 45 geöffnet. | www.atelierbreitegasse.de

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