Fridolin Mestwerdts übergreifende „Friedensgrüße“
Die Botschaft klingt nur fremd

Münster -

Sie verweisen auf denselben Stammvater (Abraham) und teilen den gleichen rituellen Friedensgruß. Das hat Fridolin Mestwerdt aufgriffen und reibt den jeweiligen Gläubigen Inhalt und Bedeutung ihrer Botschaft raffiniert unter die Nase, dass diese sich die Augen reiben.

Dienstag, 07.08.2018, 14:46 Uhr

Den Friedensgruß hat Fridolin Mestwerdt auf Arabisch an den christlichen Dom, auf Hebräisch an eine islamische Moschee und auf Deutsch an die jüdische Synagoge platziert.
Den Friedensgruß hat Fridolin Mestwerdt auf Arabisch an den christlichen Dom, auf Hebräisch an eine islamische Moschee und auf Deutsch an die jüdische Synagoge platziert. Foto: Gerhard H. Kock

Sie verweisen auf denselben Stammvater (Abraham) und teilen den gleichen rituellen Friedensgruß. Das hat Fridolin Mestwerdt aufgriffen und reibt den jeweiligen Gläubigen Inhalt und Bedeutung ihrer Botschaft raffiniert unter die Nase, dass diese sich die Augen reiben: „Wenn ihr in ein Haus kommt, dann wünscht ihm Frieden.“ Gleich, wer da kommt und welche Sprache er spricht. Mestwerdt hat den Friedensgruß als Leuchtschrift auf Dom, Synagoge und Moschee platziert. Was nichts Ungewöhnliches wäre, wäre da nicht die jeweils fremde Sprache.

„Shalom“ an der Moschee

„Shalom“ an der Moschee Foto: Gerhard H Kock

„As-salamu ’alaikum“ auf den St.-Paulus-Dom, „Shalom aleichem“ auf der Moschee und „Friede sei mit euch“ auf der Synagoge. Das fühlt sich fremd an. Frech? Bedrohlich sogar? Warum? Weil sich das Wort nicht vom Gefühl trennen lässt. Im Klang der Sprache schwingen Emotionen mit, die die Botschaft verschleiern können. Wer lauscht noch auf den Inhalt, wenn Hass und Ressentiments den Verstand geflutet haben? Welcher Muslim grüßt schon mit „Shalom“, welcher Christ mit „As-salamu ’alaikum“? Dabei wäre das gelebte Toleranz und Friedlichkeit.

„Friede“ sei mit euch an der Synagoge

„Friede“ sei mit euch an der Synagoge Foto: Gerhard H. Kock

Mestwerdts Arbeit versucht den Brückenschlag vom Trennenden in den Zungen (der babylonischen Sprachverwirrung) zum völkerverständigenden Pfingsterlebnis. Wie immer, wenn etwas fremd ist, gilt: Es ist letztlich eine Frage der gelebten Übung, der direkten Begegnung. Die „fremde“ Schrift am Gebäude erzeugt Spannung, die im besten Fall zu Neugier, zum Austausch führt.

Dabei ist mit dem Erkennen des Inhalts im fremden Wort „nur“ ein Anfang gemacht. Denn wie zweifelt Faust? „Die Botschaft hör ich wohl, allein mir fehlt der Glaube.“ Die Schriftzüge Mestwerdts befragen zugleich die Glaubhaftigkeit des Sprechens: Wie oft wird „Friede sei mir Dir“ gesagt; wie oft wird es aus tiefstem Herzen gefühlt und gemeint? Und das gilt für Christen, Juden und Muslime gleichermaßen, weil sie als menschliche Geschöpfe halt alle gleich sind.

Klasse Löbbert der Kunstakademie Münster im Dom

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  • „Auge für Auge“ von Pascale Feitner

    Foto: Matthias Ahlke
  • „Auge für Auge“ von Pascale Feitner

    Foto: Oliver Werner
  • „Auge für Auge“ von Pascale Feitner

    Foto: Gerhard H. Kock
  • „Auge für Auge“ von Pascale Feitner

    Foto: Gerhard H. Kock
  • „Porron“ von Yuren Wu

    Foto: Gerhard H. Kock
  • „Porron“ von Yuren Wu

    Foto: Gerhard H. Kock
  • „Porron“ von Yuren Wu

    Foto: Gerhard H. Kock
  • „Porron“ von Yuren Wu

    Foto: Gerhard H. Kock
  • „Porron“ von Yuren Wu

    Foto: Gerhard H. Kock
  • „Porron“ von Yuren Wu

    Foto: Gerhard H. Kock
  • „Porron“ von Yuren Wu

    Foto: Gerhard H. Kock
  • „Porron“ von Yuren Wu

    Foto: Gerhard H. Kock
  • „Frieden“ von Jinuk Choi

    Foto: Gerhard H. Kock
  • „Frieden“ von Jinuk Choi

    Foto: Gerhard H. Kock
  • „Frieden“ von Jinuk Choi

    Foto: Gerhard H. Kock
  • „Ein ruhiger Altar“ von Jinuk Choi

    Foto: Gerhard H. Kock
  • As-salamu ‘alaikum am St.-Paulus-Dom: „Wenn ihr in ein Haus kommt, dann wünscht ihm Frieden.“ (Mt 10, 12) von Fridolin Mestwerdt

    Foto: Gerhard H. Kock
  • As-salamu ‘alaikum am St.-Paulus-Dom: „Wenn ihr in ein Haus kommt, dann wünscht ihm Frieden.“ (Mt 10, 12) von Fridolin Mestwerdt

    Foto: Gerhard H. Kock
  • As-salamu ‘alaikum am St.-Paulus-Dom: „Wenn ihr in ein Haus kommt, dann wünscht ihm Frieden.“ (Mt 10, 12) von Fridolin Mestwerdt

    Foto: Gerhard H. Kock
  • As-salamu ‘alaikum am St.-Paulus-Dom: „Wenn ihr in ein Haus kommt, dann wünscht ihm Frieden.“ (Mt 10, 12) von Fridolin Mestwerdt

    Foto: Gerhard H. Kock
  • Shalom aleichem an der Moschee: „Wenn ihr in ein Haus kommt, dann wünscht ihm Frieden.“ (Mt 10, 12) von Fridolin Mestwerdt

    Foto: Gerhard H Kock
  • Shalom aleichem an der Moschee: „Wenn ihr in ein Haus kommt, dann wünscht ihm Frieden.“ (Mt 10, 12) von Fridolin Mestwerdt

    Foto: Gerhard H Kock
  • „Friede sei mit euch“ an der Synagoge: „Wenn ihr in ein Haus kommt, dann wünscht ihm Frieden.“ (Mt 10, 12) von Fridolin Mestwerdt

    Foto: Gerhard H. Kock
  • „Friede sei mit euch“ an der Synagoge: „Wenn ihr in ein Haus kommt, dann wünscht ihm Frieden.“ (Mt 10, 12) von Fridolin Mestwerdt

    Foto: Gerhard H. Kock
  • „Friede sei mit euch“ an der Synagoge: „Wenn ihr in ein Haus kommt, dann wünscht ihm Frieden.“ (Mt 10, 12) von Fridolin Mestwerdt

    Foto: Gerhard H. Kock
  • „Hortus Conclusus“ von Peter Lepp

    Foto: Gerhard H. Kock
  • „Hortus Conclusus“ von Peter Lepp

    Foto: Gerhard H. Kock
  • „Hortus Conclusus“ von Peter Lepp

    Foto: Gerhard H. Kock
  • „Hortus Conclusus“ von Peter Lepp

    Foto: Gerhard H. Kock
  • „Hortus Conclusus“ von Peter Lepp

    Foto: Gerhard H. Kock
  • „Hortus Conclusus“ von Peter Lepp

    Foto: Gerhard H. Kock
  • „Hortus Conclusus“ von Peter Lepp

    Foto: Gerhard H. Kock
  • „Hortus Conclusus“ von Peter Lepp

    Foto: Gerhard H. Kock
  • „Ein Denkmodell des Universums: Der Frieden“ von Ilsuk Lee

    Foto: Oliver Werner
  • „Ein Denkmodell des Universums: Der Frieden“ von Ilsuk Lee

    Foto: Gerhard H. Kock
  • „Ein Denkmodell des Universums: Der Frieden“ von Ilsuk Lee

    Foto: Gerhard H. Kock
  • „Ein Denkmodell des Universums: Der Frieden“ von Ilsuk Lee

    Foto: Gerhard H. Kock
  • „Ein Fensterbild zum Thema innerer Frieden“ von Holger Küper

    Foto: Gerhard H. Kock
  • „Ein Fensterbild zum Thema innerer Frieden“ von Holger Küper

    Foto: Gerhard H. Kock
  • „Ein Fensterbild zum Thema innerer Frieden“ von Holger Küper

    Foto: Gerhard H. Kock
  • „Ein Fensterbild zum Thema innerer Frieden“ von Holger Küper

    Foto: Gerhard H. Kock
  • „Ein Fensterbild zum Thema innerer Frieden“ von Holger Küper

    Foto: Gerhard H. Kock
  • „Ein Fensterbild zum Thema innerer Frieden“ von Holger Küper

    Foto: Gerhard H. Kock
  • „Ein Fensterbild zum Thema innerer Frieden“ von Holger Küper

    Foto: Gerhard H. Kock
  • „Ein Fensterbild zum Thema innerer Frieden“ von Holger Küper

    Foto: Gerhard H. Kock
  • „Ein Fensterbild zum Thema innerer Frieden“ von Holger Küper

    Foto: Gerhard H. Kock
  • „Ein Fensterbild zum Thema innerer Frieden“ von Holger Küper

    Foto: Gerhard H. Kock
  • „Ein Fensterbild zum Thema innerer Frieden“ von Holger Küper

    Foto: Gerhard H. Kock
  • „Ein Fensterbild zum Thema innerer Frieden“ von Holger Küper

    Foto: Gerhard H. Kock
  • „Narben hinterlassen…“ von Amelie Hirsch

    Foto: Gerhard H. Kock
  • „Narben hinterlassen…“ von Amelie Hirsch

    Foto: Gerhard H. Kock
  • „Narben hinterlassen…“ von Amelie Hirsch

    Foto: Gerhard H. Kock
  • „Narben hinterlassen…“ von Amelie Hirsch

    Foto: Gerhard H. Kock
  • „Narben hinterlassen…“ von Amelie Hirsch

    Foto: Gerhard H. Kock
  • „Narben hinterlassen…“ von Amelie Hirsch

    Foto: Gerhard H. Kock
  • „Narben hinterlassen…“ von Amelie Hirsch

    Foto: Gerhard H. Kock
  • „Narben hinterlassen…“ von Amelie Hirsch

    Foto: Gerhard H. Kock
  • „Narben hinterlassen…“ von Amelie Hirsch

    Foto: Gerhard H. Kock
  • „Zusammensetzen […]“ - „Auseinandersetzen […]“ von Tonio Nitsche

    Foto: Gerhard H. Kock
  • „Zusammensetzen […]“ - „Auseinandersetzen […]“ von Tonio Nitsche

    Foto: Gerhard H. Kock
  • „Zusammensetzen […]“ - „Auseinandersetzen […]“ von Tonio Nitsche

    Foto: Gerhard H. Kock
  • „Nimm das Licht mit oder verschicke es“ von Marlena Gundlach

    Foto: Gerhard H. Kock
  • „Nimm das Licht mit oder verschicke es“ von Marlena Gundlach

    Foto: Gerhard H. Kock
  • „Nimm das Licht mit oder verschicke es“ von Marlena Gundlach

    Foto: Matthias Ahlke
  • „Paradies - Portal“ von Yoana Tuzharova

    Foto: Gerhard H. Kock
  • „Paradies - Portal“ von Yoana Tuzharova

    Foto: Gerhard H. Kock
  • „Paradies - Portal“ von Yoana Tuzharova

    Foto: Gerhard H. Kock
  • „Paradies - Portal“ von Yoana Tuzharova

    Foto: Gerhard H. Kock
  • „Paradies - Portal“ von Yoana Tuzharova

    Foto: Gerhard H. Kock
  • „Paradies - Portal“ von Yoana Tuzharova

    Foto: Matthias Ahlke
  • „Die Suche nach den Dingen“ von Moritz Riesenbeck

    Foto: Gerhard H. Kock
  • „Die Suche nach den Dingen“ von Moritz Riesenbeck

    Foto: Gerhard H. Kock
  • „Die Suche nach den Dingen“ von Moritz Riesenbeck

    Foto: Gerhard H. Kock
  • „Die Suche nach den Dingen“ von Moritz Riesenbeck

    Foto: Gerhard H. Kock
  • „Die Suche nach den Dingen“ von Moritz Riesenbeck

    Foto: Gerhard H. Kock
  • „Die Suche nach den Dingen“ von Moritz Riesenbeck

    Foto: Gerhard H. Kock
  • „Die Suche nach den Dingen“ von Moritz Riesenbeck

    Foto: Gerhard H. Kock
  • „Die Suche nach den Dingen“ von Moritz Riesenbeck

    Foto: Gerhard H. Kock
  • „Die Suche nach den Dingen“ von Moritz Riesenbeck

    Foto: Gerhard H. Kock
  • „Wir alle machen Fehler“ von Elisabeth (Lis) Schröder

    Foto: Matthias Ahlke
  • „Wir alle machen Fehler“ von Elisabeth (Lis) Schröder

    Foto: Matthias Ahlke
  • „Wir alle machen Fehler“ von Elisabeth (Lis) Schröder

    Foto: Matthias Ahlke
  • Porte Du Ciel von Justyna Janatzek

    Foto: Matthias Ahlke
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Neben der Bistumsausstellung im Landesmuseum sind die Installationen im Dom bis zum 2. September zu sehen. Am Eingang links liegen Lagepläne aus.   | Ende der Serie   | www.friedensaus  stellung-muenster.de

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