Saisoneröffnung im Pumpenhaus
Herausforderung: Sohn trifft Vater

Münster -

Die Naivität der Jugend und die Erfahrung eines Erwachsenen treffen in „Pink Unicorn“ aufeinander. Die Produktion eröffnet die neue Saison im Theater im Pumpenhaus. Choreograph Samir Akika und die Künstlergruppe La Macana proben bereits in Münster.

Dienstag, 28.08.2018, 23:20 Uhr
Veröffentlicht: Dienstag, 28.08.2018, 23:15 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Dienstag, 28.08.2018, 23:20 Uhr
Akrobatische Einheit auf der Bühne: Vater Alexis Fernández (r.) und sein Sohn Paulo proben seit Wochen gemeinsam.
Akrobatische Einheit auf der Bühne: Vater Alexis Fernández (r.) und sein Sohn Paulo proben seit Wochen gemeinsam. Foto: f

Wenn die neue Saison im Theater im Pumpenhaus beginnt, schließt sich bei der ersten Produktion ein Kreis. Der Choreograph Samir Akika und die spanische Künstlergruppe La Macana bringen das Tanztheater „Pink Unicorn“ auf die Bühne. Akika und die Künstlergruppe haben eine lange Pumpenhaus-Geschichte. Jetzt realisieren sie in Münster erstmals gemeinsam ein Projekt. Zu sehen ist es am 7. und 8. September.

In „Pink Unicorn“ trifft langjährige Erfahrung auf jugendliches Ungestüm. Der kubanisch-spanische Tänzer Alexis Fernández steht zusammen mit seinem 14-jährigen Sohn Paulo auf der Bühne. Die beiden tanzen gemeinsam und gegeneinander, sprechen miteinander und schreien sich an.

Für die Künstlergruppe ist es die erste eigenständige Produktion. Die zwei Auftritte in Münster sowie drei weitere in Bremen – hier arbeitet Samir Akika hauptberuflich – sind aber ein Testlauf. Eigentlich ist das Stück für den spanischen Markt konzipiert, zu sehen ist es dort ab Oktober in La Coruña, dem Heimatort der Familie.

„Die Idee für die Produktion ist vor gut einem Jahr entstanden“, sagt Caterina Varela , Lebensgefährtin von Alexis Fernández und Mitbegründerin von La Macana. Paulo sei ein guter, lieber Junge, in der Schule aber oft nicht so fleißig wie er sein sollte. „Aber er hat ein großes kreatives Potenzial“, sagt Varela. „Und wir hatten das Vertrauen, dass so eine Produktion eine gute Erfahrung für ihn sein kann.“

Paulo Fernández hat lange klassisches Ballett getanzt, heute dreht er im Leichtathletik-Stadion seine Runden. Tänze und Akrobatik fallen ihm leicht. „Er steht jeden Morgen auf und ist fit. Mich selbst quält da schon häufiger Muskelkater“, gibt Vater Alexis Fernández zu.

Die Familie (Und Gäste) in Münster (v.l.): Paulo Fernández, Bühnenbildner Tilo Schreieck, Choreograph Samir Akika, Caterina Varela und Alexis Fernández.

Die Familie (Und Gäste) in Münster (v.l.): Paulo Fernández, Bühnenbildner Tilo Schreieck, Choreograph Samir Akika, Caterina Varela und Alexis Fernández. Foto: Anna Spliethoff

Als die Idee geboren war, ging eine kurze E-Mail an Samir Akika. Sie kannten sich über ein Projekt des Choreographen Julio César Iglesias Ungo. Akika sagte sofort zu. Ähnlich schnell sei die Entscheidung im Theater im Pumpenhaus gefallen, sagt dessen Leiter Ludger Schnieder. Akika flog nach Spanien, er wollte die Familie in ihrem gewohnten Umfeld erleben. Nur so konnte er die Geschichte über die Familie auf die Bühne bringen und in Tanz und Schauspiel verwandeln.

Die Produktionszeit beträgt acht Wochen. Erst wurde in Bremen geprobt, seit gut eineinhalb Wochen arbeitet das Team in Münster weiter. Das Pumpenhaus stellt Räume am Hoppengarten zur Verfügung, hier gestaltet Tilo Schreieck auch das Bühnenbild.

Das Stück dreht sich um die Herausforderungen zwischen Vater und Sohn. „Es geht auch um Lügen“, sagt Caterina Varela. So sage Paulo manchmal nicht die Wahrheit darüber, ob er seine Hausaufgaben gemacht oder eine Prüfung bestanden habe. „Er soll hier lernen, dass die Bühne der einzige Ort ist, an dem er lügen darf“, sagt Varela. Es gehe um das, was im Leben wichtig ist und um die Freiheit und die Naivität der Jugend. „Aber es wird eher amüsant als ernst“, so Varela.

Für Alexis Fernández, der seit über 25 Jahren tanzt, ist es eine neue Erfahrung. Mit seinem Sohn auf der Bühne zu stehen: „Ich empfinde das als Geschenk. Es ist schön, das miteinander zu teilen.“

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„Pink Unicorn“ ist am 7. und 8. September um 20 Uhr im Pumpenhaus zu sehen. Karten: ' 233443.

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