Titanick zeigt „Traum Welten“ in der Eissporthalle und öffnet die Abendkasse
Perfekter Ort fürs Fegefeuer

Münster -

Die Schafe sind schon da. Zierlich hoppeln zwei Schauspielerinnen mit entsprechenden Masken durchs Foyer und werfen neugierige Blicke auf die Besucher. Es ist kurz vor neun, und noch ist die Welt in Ordnung.

Freitag, 07.09.2018, 23:20 Uhr
Veröffentlicht: Freitag, 07.09.2018, 23:16 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Freitag, 07.09.2018, 23:20 Uhr
Seltsame Figuren in poetischen bis apokalyptischen Szenen sind in der ehemaligen Eissporthalle beim Theater Titanick zu erleben.
Seltsame Figuren in poetischen bis apokalyptischen Szenen sind in der ehemaligen Eissporthalle beim Theater Titanick zu erleben. Foto: Matthias Ahlke

Die Schafe sind schon da. Zierlich hoppeln zwei Schauspielerinnen mit entsprechenden Masken durchs Foyer und werfen neugierige Blicke auf die Besucher. Es ist kurz vor neun, und noch ist die Welt in Ordnung. Ein paar Minuten später sieht das völlig anders aus. Mit Betreten der Halle gerät das Publikum in eine Traumwelt, die von merkwürdigen Wesen bevölkert ist, die merkwürdige Dinge tun. Dabei ist der Ort selbst schon merkwürdig genug.

Titanick zeigt „Traum Welten“ in der Eissporthalle

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Für seine neue Produktion „Traum Welten“ hat sich das Theater Titanick die alte Eissporthalle an der Steinfurter Straße ausgesucht. Schlittschuhe hat das Gebäude lange nicht mehr gesehen. Für die „ Skulptur-Projekte“ voriges Jahr wurde es in ein Kunstwerk verwandelt. Jetzt verbirgt sich darin eine geheimnisvolle Zwischenwelt, bei der Dantes „Göttliche Komödie“ und die Gemälde von Hieronymus Bosch als Inspirationsquelle dienten.

Was in der weitläufigen Halle mit dem aufgerissenen Boden als erstes ins Auge fällt, ist ein mächtiger Hirsch auf einem fahrbaren Hochsitz, der in ein Alphorn bläst. Der Anblick ist grotesk genug und wird noch grotesker, wenn das Tier von seinem Thron herabsteigt und seine rote High Heels sehen lässt. Röhrend stolziert es durch die Zuschauerreihen, brünstig noch im Fegefeuer.

„Traum Welten“ ist kein Theater im engeren Sinn. Eher eine Art Tableau oder ein Museum der Merkwürdigkeiten. Für die Zuschauer gibt es eine Tribüne und einen Parcours, sodass sie während der 60 Minuten zwischen den Schauplätzen wechseln können. Die Halle selbst ist in ein schummriges Halbdunkel getaucht, aus dem aufblendende Spots Einzelstationen markieren. Auf diese Weise gibt es stets Neues zu entdecken.

Dazu gehört beispielsweise eine hexenhafte Alte, die diverse Körperteile aus einem Erdhaufen zieht und diese irgendwie zu verarzten scheint. Mit Verbandsmaterial hantiert auch ein mumienhafter Mann, nur dass es bei ihm Bäume sind, um die er sich kümmert – eigenwillige Bäume, die nicht nur mit dem Astwerk im Boden stecken und die Wurzeln gen Himmel strecken, sondern auch noch beständig Blut absondern.

An einer anderen Stelle kämpft sich ein bleicher Embryo aus einer riesigen Blase. Mit einem Gesicht, so alt, als hätte er schon alle Qualen des Lebens hinter sich, geistert es durch den Raum, der von einem beständigen Tuten, Heulen, Keckern und Kreischen erfüllt ist. Wer vor einigen Jahren „Sonnambulo“ gesehen hat, wird ihn und einige der anderen Figuren wiedererkennen, die sich hier zu einer ebenso schaurigen wie schönen Albtraumwelt vereinen. Die alte Eishalle in ihrem Zustand des Übergangs erweist sich dafür als idealer Aufführungsort.

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Sechs Leser unserer Zeitung können kostenlos dabei sein: Wir verlosen dreimal zwei Eintrittskarten für die Dernière am Samstag (15. September) um 21 Uhr. Um an der Verlosung teilzunehmen, brauchen Sie nur unter der Nummer 0137 / 8 22 70 20 60 das Stichwort „Titanick“ sowie Name und Adresse zu hinterlassen. Ein Anruf aus dem deutschen Festnetz kostet 50 Cent (mobil ggf. abweichend). Teilnahmeschluss: Sonntag (9. September). Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Teilnahmebedingungen unter www.wn.de/teilnahmebedingungen.

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