Zwei neue Puppenspielerinnen im Charivari stellten sich vor
Münster sucht das „Picassodil“

Münster -

Hendrikje Winter und Paula Zweiböhmer präsentierten im Charivari-Theater für ihr (Puppen-)Spielerinnen-Debüt eine Geschichte, die einem Phantom hinterherjagt – dem „Picassodil“ – Untertitel: „Ein Münster-Krimi für Spürnasen ab vier Jahre“.

Freitag, 14.09.2018, 15:34 Uhr
Veröffentlicht: Montag, 10.09.2018, 19:32 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Freitag, 14.09.2018, 15:34 Uhr
Blumen zur ersten Premiere im neuen Haus (v.l.): Hendrikje Winter, Paula Zweiböhmer und Wilfried Plein.
Blumen zur ersten Premiere im neuen Haus (v.l.): Hendrikje Winter, Paula Zweiböhmer und Wilfried Plein. Foto: Günter Moseler

Keiner schickte den Teufel schöner zum Teufel, schwatzte schneller der Großmutter einen Gefallen ab oder tappte sicherer von einem Missgeschick ins nächste: Der (Puppen-)Kasper ist der Held aller kleinen Träume über Gut und Böse. Dem Kasper genügt ein profaner Räuber, um wilde Pläne zu schmieden. Hendrikje Winter und Paula Zweiböhmer präsentierten im Charivari-Theater für ihr (Puppen-)Spielerinnen-Debüt eine Geschichte, die einem Phantom hinterherjagt – dem „Picassodil“. Der Untertitel „Ein Münster-Krimi für Spürnasen ab vier Jahre“ legte die Fährte durch eine Geschichte, die in Lokalkolorit getaucht war wie ein Pinsel in den Farbeimer.

Auf den vorderen Bänken saßen die Kleinen, auf den hinteren die Großen. Erst mal musste Kasper den Vorhang zur Seite schieben: „Hau ruck!“, der aber schnappte immer wieder zu – Begeisterung bei den Kleinen, die am liebsten mitgeholfen hätten. Dann will Kasper einen Kuchen backen – „Jaaa!“ kräht es von irgendwo her. Als Oma mit einem Teppichklopfer den Kuchenteig umrührt, jauchzen die Kleinen. Dann geht’s ans Backen, und die Kinder sind still und gebannt. Als die Großmutter dem Kuchen mit „500 Grad“ einheizen will, murmelt ein kundiger Knirps: „O goddogoddogodd“.

Für Lokalpatriotismus sorgt ein bayrischer Herr mit Schweinsköpfchen, der als nörgelnder Kulturpharisäer auf der Pirsch nach Sehenswürdigkeiten der Westfalenmetropole ist: „Wos hoabt’s ihr denn noch?“. Ein fideles Krokodil („Wo ist das Abenteuer?“) wird sofort mit Applaus begrüßt. Diesmal gilt’s nicht, eine Prinzessin zu befreien, jetzt wird das geheimnisvolle „Picassodil“ gesucht. Quietschendes Vergnügen, als im Allwetterzoo ein riesiger Elefantenrüssel nach Kasper greift. Das Krokodil ist auch da, aber in detektivischer Mission: „Ich habe kein Eintritt bezahlt, die dachten, ich wohne hier!“

Manchmal sind die Spielerinnen zu sehen, wird die Illusion der lebenden Puppen bewusst aufgehoben – und doch leben sie weiter. Die Magie des Analogen ist, das war hautnah zu erleben, keineswegs ausgestorben. Es lebt in den Kindern und selbst in den Erwachsenen. Man muss sich nur ein paar Digitaltricks wegdenken, und schon ist das Leben der (eigenen) Fantasie ein reines Vergnügen.

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