Pumpenhaus zeigt den Tanz-Klassiker „Rosas Danst Rosas“
Von Beyoncé kopiert

Münster -

Auch 35 Jahre nach seiner Entstehung hat der Tanz-Klassiker „Rosas Danst Rosas“ nichts von seiner Klasse und Kraft verloren. Das Signaturstück der „Compagnie Rosas“, das den Weltruhm von Anne Teresa De Keersmaeker begründet hat, ist am Wochenende wieder im Pumpenhaus zu sehen mit einer neuen Generation von Tänzerinnen, zum neu Entdecken oder Wiedersehen.

Mittwoch, 12.09.2018, 18:14 Uhr
Veröffentlicht: Mittwoch, 12.09.2018, 18:14 Uhr
Eine neue Generation von Tänzerinnen zeigt im Pumpenhaus den Tanz-Klassiker „Rosas Danst Rosas“.
Eine neue Generation von Tänzerinnen zeigt im Pumpenhaus den Tanz-Klassiker „Rosas Danst Rosas“. Foto: Anne Van Aerschot

Welchen Eindruck Anne Teresa De Keersmaekers Geniestreich „Rosas Danst Rosas“ (1983) nicht nur in der internationalen Tanzszene, sondern in der gesamten Popkultur hinterlassen hat, das wurde 2011 deutlich. Damals kopierte die Sängerin Beyoncé einige Bewegungen ungefragt für eines ihrer Musikvideos.

Die Schöpferin selbst nahm das Plagiat gelassen. Und rief die Initiative „Re:Rosas“ ins Leben – eine Aufforderung an enthusiastische Tanz-Amateurinnen weltweit, ihre eigenen Versionen von Rosas-Passagen nachzutanzen und das Video an De Keersmaekers Compagnie zu senden. Auf diese Weise ist bereits ein beachtliches Archiv entstanden.

Das Original bleibt dennoch unerreicht. Die Premiere von „Rosas Danst Rosas“ gilt als Initialzündung für den modernen Tanz per se. Die Art und Weise, wie die Choreographin mit Wiederholungen, Variationen, scheinbar alltäglichen Bewegungen und Gesten arbeitet, war damals revolutionär – und hat auch heute, performt von einer neuen, jüngeren Generation von Tänzerinnen, nichts von seiner Klasse und Kraft verloren. Ein zeitloser Klassiker eben.

Vier Frauen, gleich gekleidet, vollführen überwiegend synchrone Choreographien – „Five Movements for Four Women“ lautete der ursprüngliche Untertitel des Stücks. Von Uniformität jedoch keine Spur: Die Protagonistinnen des Stücks, das dem Rhythmus eines Tageslaufes folgt, behalten ihre Individualität, ihren Witz, ihre höchst eigene Ausstrahlung.

Der ungebrochene Reiz von „Rosas Danst Rosas“ verdankt sich dabei nicht zuletzt der musikalischen Komposition von De Keersmaekers Mitstreitern Thierry De Mey und Peter Vermeersch. Deren gern als „maximalistisch“ bezeichnete Komposition gibt den minutiösen Takt vor – vom beschleunigten Puls bis zur völligen Ekstase. Das Wiedersehen mit diesem Meilenstein lohnt sich immer. Die Begegnung zum ersten Mal erst recht.

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Vorstellungen sind am Freitag und Samstag (14. und 15. September) um 20 Uhr im Pumpenhaus, Gartenstraße 123. Karten im WN-Ticket-Shop am Prinzipalmarkt oder online.   | localticketing.de

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