Chor- und Orchesterkonzert mit MarQant
Von Oper bis Spiritual

Münster -

Wenn der Münsterchor MarQant zum Konzert in die Aula der Waldorfschule einlädt, dann erwartet die Zuhörer ein Konzert mit vielen Gästen. Am Samstagabend hieß der Moderator Elmar Kolter den Männerchor Westkirchen, Sopranistin Julie Klos und Pianistin Juhee Lee als bewährte Partner willkommen. Mit Bassist Dr. Zelotes Edmund Toliver stieß zudem ein weiterer Solist hinzu.

Freitag, 05.10.2018, 18:04 Uhr
Veröffentlicht: Dienstag, 02.10.2018, 08:06 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Freitag, 05.10.2018, 18:04 Uhr
Die befreundeten Männerchore MarQant (Münster) und Westkirchen, hier mit den Solisten Julie Klos und Zelotes Edmund Toliver.
Die befreundeten Männerchore MarQant (Münster) und Westkirchen, hier mit den Solisten Julie Klos und Zelotes Edmund Toliver. Foto: ukc

Mit Jacques Offenbachs „Chor der Gäste“ aus „Hoffmanns Erzählungen“ begann unter der erfahrenen Leitung von Gerhard Wild ein zweieinhalbstündiges ambitioniertes Programm mit Vokalwerken aus Oper, Operette, Musical, Chanson, Spiritual und Jazz, begleitet vom Pro Musica Orchester. Julie Klos brillierte mit der „Arie der Olympia “ sowohl stimmlich als auch darstellerisch – als mechanische Puppe des Physikers Spalanzani. Toliver zeigte in der „Spiegelarie“ ebenfalls eine großartige sängerische Leistung.

Mit dem „March Nr. 2“ aus Edward Elgars „Pomp and Circumstances“ begann ein orchesterbetonter zweiter Programmteil, der mit Johannes Brahms „Ungarischem Tanz“, hier in einer Bearbeitung für Chor und Orchester, wieder an die Welt der Vokalmusik anknüpfte. Souverän dirigierte Gerhard Wild die beiden Chöre, die jederzeit zu einem homogenen Klangbild fanden. Und ausnahmslos gemeinsam sangen, etwa beim pompösen „O Fortuna“ aus Carl Orffs „Carmina Burana“.

Die zweite Konzerthälfte war der facettenreichen Gattung Lied gewidmet. Mit „My Lord, what a morning“ und „Deep River“ eröffneten Toliver und Klos einen Block aus folkloristischen Spirituals, der sich am Ende zu George Gershwins Opernwelt hin öffnete.

Wunderschön gelang Julie Klos das fast schon zur Hymne gewordene „Summertime“, dem Toliver vergnügt das bekannte „I Got Plenty O’Nuttin“ hinterherschickte.

„Autumn leaves“ ist eines der bekanntesten Jazz-Standards. Dass der Song selbst eine Coverversion des französischen Chansons „Les feuilles mortes“ ist, war vielen Zuhörern kaum bekannt. Kolter wies unterhaltsam auf diesen Ursprung hin.

Natürlich durfte auch Charles Dumonts „Non, je ne regrette rien“, eines der wohl populärsten Chansons, nicht fehlen. In der Tat: Julie Klos trug viel Edith Piaf in der Stimme. Großartig!

Kräftiger Applaus vom Publikum am Schluss.

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