Mozart-Orchester in der Erlöserkirche
Erst bewegt, dann feierlich

Münster -

Kompositionen von Benjamin Godard hört man nicht alle Tage. Mit seiner Musik wanderte das Publikum erst durch den Wald, dann über Felder, auf einen Berg und schließlich ins Dorf, ins „village“ – ausgemalt in „Scènes Poétiques“, wie Godard sein Werk betitelte. Es stand am Anfang des Konzertes, zu dem das Mozart-Orchester Münster in die voll besetzte Erlöserkirche eingeladen hatte.

Freitag, 05.10.2018, 18:04 Uhr
Veröffentlicht: Freitag, 05.10.2018, 18:04 Uhr
Solist Gerd Schnackenberg (l.) und Dirigent Norbert Fabritius konzen-triert beim Konzert in der Erlöserkirche.
Solist Gerd Schnackenberg (l.) und Dirigent Norbert Fabritius konzen-triert beim Konzert in der Erlöserkirche. Foto: anh

Mit zart getupften Trompetenstößen beginnt „Dans les bois“ – spielt sich dort gleich eine Jagd ab? So ist das Werk auch, das auf den Berg zwischen Himmel und Erde führt und in geselligen Szenen im Dorf endet.

Dem Mozart-Orchester gelingt eine ausdrucksstarke Darbietung, in der sein musikalischer Leiter Norbert Fabritius die üppige Besetzung zu nutzen weiß. Auch die Streicher kommen zu Wort im Werk des Franzosen, der selbst Violinist war und auch die bekannte „Berceuse“ schuf.

Der zweite, weniger bekannte Komponist ist Launy Grondahl. Er setzt im Konzert für Posaune und Orchester aus dem Jahre 1924 ganz andere Akzente. Eine tragende Rolle spielt die geradezu singende Posaune des Solisten Gerd Schnackenberg – er weiß sie harmonisch einzubetten in das Spiel des Orchesters. Nach dem bewegten Godard hört man hier Feierliches – von Schnackenberg virtuos ausgemalt, vom Klavier sekundiert; „Maestoso“ und „Grave“ beherrschen die Szenerie. Starker Applaus ist auch hier der Lohn für Orchester und Posaunist. Schnackenberg, aus Bremen stammend, ist Solo-Posaunist bei der Neuen Philharmonie Westfalen

Solche Werke auszugraben ist zum Teil Sache von Fabritius, erzählt Sabine Theising, er wisse auch immer gute Solisten mitzubringen. Andere Ideen kämen aus dem Orchester.

Dem Dänen Grondahl lässt es eine Symphonie Franz Schuberts folgen, die fünfte. Sie schließt gewissermaßen den Kreis des Programms, indem sie an den bewegten Godard anknüpft: Schubert nimmt schnell Fahrt auf, Fabritius kitzelt aus Bläsern und Streichern große Dynamik heraus. Die brauchen sie auch in den Ausbrüchen des Allegro vivace.

Für das Mozart-Orchester geht das Proben nach diesem zweiten Konzert im Oktober – am vergangenen Sonntag wurde im Haus der Begegnung in Albachten gespielt – gleich weiter. Am 1. Advent spielt es mit dem Domchor im Dom – eine Premiere zumindest für die letzten 30 Jahre, so Theising.

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