Erste Runde von „24 Stunden Münster“ im Wolfgang-Borchert-Theater
„Geburtsstunde eines Riesenbabys“

Münster -

„Ich weiß noch nicht, wann ich heute schlafe“, sagte Carola von Seckendorff zur Premiere und leitete zusammen mit Cornelia Kupferschmidt die „Geburtsstunde eines Riesenbabys“ ein. Das „Baby“ der beiden Theatermacherinnen heißt „24 Stunden Münster“ mit weitaus mehr als 24 Bühnenakteuren aus Münster.

Freitag, 05.10.2018, 18:04 Uhr
Veröffentlicht: Freitag, 05.10.2018, 18:04 Uhr
Impressionen von der „24 Stunden Münster“-Premiere im Wolfgang-Borchert-Theater
Impressionen von der „24 Stunden Münster“-Premiere im Wolfgang-Borchert-Theater Foto: con

Nach eineinhalb Jahren Vorbereitungszeit fand die Premiere am Dienstag im Wolfgang-Borchert-Theater statt, dem Ort, an dem von Seckendorff vor 16 Jahren als Schauspielerin ihre Karriere in Münster begann. „24 Stunden Münster“ heißt rund um die Uhr Geschichten aus Münster über Orte, Originale, Alltägliches, Besonderes, Eindringliches, Lustiges, Berührendes. Derweil das Publikum kommt und geht – stündlich ist ein Wechsel möglich.

Zur Premiere erschienen auch die Hausherren und -damen der anderen vier Spielorte, Sponsoren, Beteiligte, Unterstützer. Steffi Stephan kündigte ein Benefizkonzert im Jovel an. Die Gruppe Uwaga! wird am 19. Oktober auftreten, um Lücken in der Finanzierung zu füllen.

„Grenzen sprengen, Brücken schlagen, was über die Stadt erzählen“, das war der Grundgedanke der Initiatorinnen. Und das Brückenschlagen und Grenzensprengen funktionierte schon bei der Premiere.

Der Theaterabend begann mit dem Opening, bei dem sich Ensemblemitglieder vorstellten: Warum machen sie Theater, was mögen sie an Münster, wovon träumen sie? Das Publikum wurde bei den Wünschen gleich mit einbezogen. Als nächstes schlüpfte Ulrich Bärenfänger in die Rolle des „Wahren Wilsbergs“. Das zielte auf Fans der TV-Krimiserie ab. Anschließend berichtete Felix Adrian Schäper von seinem Glück. Im Duo mit Schauspieler Stefan Nászay entstand eine berührende Umsetzung seiner authentischen Geschichte, ähnlich wie bei Cordula Kahrmann. Hier griff Schauspielerin Beate Reker Zitate lyrisch auf und führte alles zu einer intensiven, emotionalen Bühnenversion zusammen.

Doch zuvor brachte die Niederdeutsche Bühne Münstergeschichte in Platt auf die Bühne. Ab und an tauchen mitten im Stück Gäste auf, wie bei Christiane Hagedorns Darstellung der Türmerin Martje Saljé. Erst erschien Steffi Stephan, anschließend Saljé persönlich beim letzten Musikstück. Die Stückabfolge ist bewusst auf die Uhrzeit abgestimmt und so arrangiert, dass die Spannung im Publikum von Stück zu Stück gehalten wird, auch durch die ineinander übergehenden Umbauten zum jeweiligen Stück-Ende.

Es fiel schwer, sich irgendwann loszureißen. Da blieb nur der Trost: Es geht ja weiter, an einem anderen Ort, zu einer anderen Zeit, ganz nach eigener Wahl und Einteilung. Auf alle Fälle ist „24 Stunden Münster“ ein einmaliges, außergewöhnliches und neuartiges Projekt, das bei den nächsten Terminen wesentlich mehr Zuschauer verdient.

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Die nächsten Termine: 13. Oktober Kleiner Bühnenboden, 24. Oktober Boulevard Münster, 31. Oktober Theater Münster und 24. November Theater im Pumpenhaus. Karten für das pralle 24-Stunden-Vergnügen kosten 97, erm. 48.50 Euro. Wer sich nicht traut, das 24-Stunden-Kartenpaket zu kaufen, kann auch einzelne Tickets an jedem der vier Orte auswählen. Karten gibt es nur an der Theaterkasse, Neubrückenstraße, '  50 09 100.

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