Oratorienchor sang in der Mutterhauskirche das Duruflé-Requiem
Schöne Töne verströmen Tröstliches

Münster -

Großes Heulen und Zähneknirschen fallen in diesem „Requiem“ ebenso aus wie die Drohung mit dem Höllenfeuer. Darin ist sich der Pariser Organist und Komponist Maurice Duruflé mit seinem älteren Kollegen Gabriel Fauré einig. Stattdessen verströmt Duruflés Musik viel Trost. Wenn dann auch noch schön gesungen wird wie am Samstag vom Oratorienchor Münster, bekommt die Vorstellung vom Jenseits durchaus freundliche Züge.

Montag, 15.10.2018, 18:50 Uhr
Veröffentlicht: Sonntag, 14.10.2018, 18:08 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Montag, 15.10.2018, 18:50 Uhr
Der Oratorienchor und das „Concertino Münsterland“ traten in der Mutterhauskirche der Franziskanerinnen vor ein interessiertes Publikum.
Der Oratorienchor und das „Concertino Münsterland“ traten in der Mutterhauskirche der Franziskanerinnen vor ein interessiertes Publikum. Foto: Schulte im Walde

Seit einem Jahr leitet Ma­thias Staut den gut 40-köpfigen Oratorienchor, für den Duruflés Totenmesse genau die richtige Konfektionsgröße war: anspruchsvoll, aber mit dem stimmlichen Material gut machbar, da konzentriert bei der Sache, wenn es etwa um rhythmisch nicht ganz ungefährliche Stellen wie das „Libera eas de ore leonis“ ging. Da konnte Staut die große Orgel (Michael Bottenhorn), das kleine Instrumentalensemble (Concertino Münsterland) und seinen Chor prima übereinanderbringen. Auch große dynamische Steigerungen wie im „Sanctus“ kamen gut zur Entfaltung, in mystischen Momenten wie dem „Chorus angelorum“ schwebte der Klang förmlich gen Himmel. Optimierbar wären das gemeinsame Absprechen von Konsonanten und genau fokussierte Intonation überall dort, wo die begleitenden Instrumente in den Hintergrund treten.

Von Duruflé relativ wenig gefordert waren Bariton Frederik Schauhoff (im „Hos­tias“) und Henrike Jacob, der Mathias Staut neben dem „Pie Jesu“ auch noch kurze Phrasen anvertraut hatte, die eigentlich dem Chor-Sopran obliegen. Beide Solisten, bestens disponiert, bekamen aber in diesem gut besuchten Konzert in der Mutterhauskirche der Franziskanerinnen noch zusätzlich Gelegenheit, sich jenseits von Duruflé zu präsentieren: Jacob in Felix Mendelssohn Bartholdys Hymne „Hör mein Bitten“, Schauhoff in Johann Sebastian Bachs „Kreuzstab-Kantate“. Aufhorchen ließ hier das „Concertino Münsterland“, durchaus historisch informiert musizierend und mit einer perfekten Solo-Oboe glänzend. Im „Pie Jesu“ von Duruflé war es dann schließlich ein warm timbriertes, sauber intonierendes Solo-Cello, das Henrike Jacobs Sopran veredelte.

Ein schöner Erfolg also nach einem Jahr der Zusammenarbeit des Chores mit seinem neuen Leiter. Groß war der Applaus des Publikums.

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