Förderpreisausstellung der Freunde der Kunstakademie in der Kunsthalle Münster
Für jeden was dabei

Münster -

Bei Color-Rado von Haribo heißt es in der Werbung: Es ist für jeden was dabei. So ist es auch diesmal bei der Förderpreisausstellung der Freunde der Kunstakademie.

Mittwoch, 31.10.2018, 10:24 Uhr
Veröffentlicht: Dienstag, 30.10.2018, 21:19 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Mittwoch, 31.10.2018, 10:24 Uhr
Die Südkoreanerin Hyein Han thematisiert in ihrem Video die „Günstlingsbeziehung“ ihrer Heimat zu den USA: binationale Jubelfeiern auf der einen Seite, sexuelle Ausbeutung von Frauen auf der anderen.
Die Südkoreanerin Hyein Han thematisiert in ihrem Video die „Günstlingsbeziehung“ ihrer Heimat zu den USA: binationale Jubelfeiern auf der einen Seite, sexuelle Ausbeutung von Frauen auf der anderen. Foto: Gerhard H. Kock

Bei Color-Rado von Haribo heißt es in der Werbung: Es ist für jeden was dabei. So ist es auch diesmal bei der Förderpreisausstellung der Freunde der Kunstakademie. 26 künstlerische Positionen sind zu sehen. Viel Spannendes ist darunter. Die Jury hat sich gestern für das Fries „Mäander“ von Javkhlan Ariunbold, den Putzwagen mit Kadaverbehang von Eugen Schnabel und das Video „The Role of Sex“ von Hyein Han entschieden. Jeder der Gewinner erhält 1500 Euro.

Förderpreisausstellung der Freunde der Kunstakademie

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Über die Preisträger hinaus lohnt sich die Ausstellung auch. Fridolin Mestwerdt lockt die Besucher an eine Rundraufe für Großvieh, darin liegt menschliches Haar, und aus Kopfhörern wird bezirzt oder gewürgt. Titel: „Bezoar“ – so werden verschluckte Fremdkörper genannt – es kann Gewölle sein oder der Ambra des Pottwals, teure Substanz der Parfümherstellung. Der Künstler verweist auch auf seelisches Verdauen.

Helena Stegmann ist in ihrer Soundwerkstatt an hörbaren Emotionen der Besucher interessiert. Die Wirkung farbintensiver Videos soll gleichsam erlauscht und durch Klang ausgedrückt werden – die einzige partizipative Arbeit der Ausstellung. Mit Humor verschiebt Alexander Wierer Zusammenhänge. In „Mit Messer in Kühe stechen (recto-verso)“ hat er in die echt lederne Rückenlehne eines Freischwinger-Stuhls ein Küchenmesser gedolcht – das könnte auch als Protest eines Veganers gegen Chefsessel sein.

Frederike de-Graft variiert in ihrer dreiteiligen Arbeit „Große Fragen über Raum und Zeit“ spielerisch anhand der Form „Kreis“ Material und Prozesse. Ein Teppich aus Kringelgebäck-Gewebe hängt über der Stange, das Foto einer verkohlten Pizza-Rückseite hängt als Flagge an der Wand, und ein Graphitstift zieht in der Fahrspur eines Gipsabdrucks eine Holz-Eisenbahn seine gravierende Bahn.

Verena Gründel-Brechter belebt virtuos die jahrhundertealte Radier-Technik der Aquatinta wieder. Ihre vielschichtige Serie „Golden Age“ zeigt urbane Orte seltsam verlassener Zeitlosigkeit, die wie verfremdete Fotografien wirken. Judith Kaminski stellt digitale und analoge Bild-Entstehung in einer Ecke direkt nebeneinander. Am Sujet des Blumenstilllebens kann sich der Betrachter Qualitätsfragen über die Unterschiedlichkeit stellen – gleichsam als Maßeinheit steht stimmigerweise eine echte Lilie davor.

Nachdenklich stimmt das „Familienporträt“ von Jiyeon Kang. Hier hängen keine Sonntags-Sippenfotos, sondern die Krankenakten ihrer Familie – in unterschiedlicher Dicke. Denn: Krankheit ist bei Familientreffen immer das Thema . . .

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Die Ausstellung ist bis zum 16. November in der Kunsthalle, Hafenweg 28, zu sehen. Eintritt frei.

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