Talkschau von „Frau Möllenbaum“ im Boulevard
Durch Hexenschuss zum Präsidenten

Münster -

Möllenbaum-Talk – das ist wie das Badewannenbad am Samstagabend vor der „Sportschau“ – grenzenlose Entspannung. Als Münster-Promis tummelten sich diesmal Ruprecht Polenz (ehemals Generalsekretär bei Angela Merkel) sowie die Schauspieler Konrad Haller und Pitt Hartmann.

Mittwoch, 31.10.2018, 19:16 Uhr
Veröffentlicht: Mittwoch, 31.10.2018, 19:16 Uhr
Politik und Unterhaltung in der Boulevard-Talkschau (v.l.): Ruprecht Polenz, Elfriede Möllenbaum, Konrad Haller und Pitt Hartmann.
Politik und Unterhaltung in der Boulevard-Talkschau (v.l.): Ruprecht Polenz, Elfriede Möllenbaum, Konrad Haller und Pitt Hartmann. Foto: Günter Moseler

Möllenbaum-Talk – das ist wie das Badewannenbad am Samstagabend vor der „Sportschau“ – grenzenlose Entspannung. Keine Krise, kein Krawall: Elfriede Möllenbaum zelebriert einen Hauch von „früher“, ohne Megamedien und Sensationen. So auch diesmal. Auf der Boulevard-Theaterbühne ein rotes Sofa (Bauhaus-Anklänge?), ein altmodischer Sekretär, ein paar Korbstühle, Blumenbilder – fertig ist der Einrichtungstrip zwischen Wirtschaftswunder und Onkel Toms Hütte. Frau Möllenbaum hantiert in ihrer Talkrunde nicht mit der Stahlbürste, sondern nimmt ihre Gäste mit flauschigem Badetuch in Empfang: Wohlfühlprinzip über alles! Als Münster-Promis tummelten sich diesmal Ruprecht Polenz (ehemals Generalsekretär bei Angela Merkel) sowie die Schauspieler Konrad Haller und Pitt Hartmann.

Wie immer wurde jedem Gast ein kleines Poem­-Entree rezitiert („Er ist ein Knaller – ich freu’ mich auf Konrad Haller“) oder ein biografisches Adelsprädikat verliehen („Ein Mann, der die Angela berührt hat!“). Polenz links, Haller und Hartmann rechts, Möllenbaum in der Mitte, die Karteikarten zur Hand: „Wo sind Sie geboren?“ Polenz bekannte, in der Schule nicht immer der Fleißigste gewesen zu sein („Mathe . . .“); Haller ließ offen, was aus seiner Gymnasialkarriere wurde; Hartmann (messianisches Pumpenhaus-Urgestein) interessierte sich als Drittklässler schon mehr fürs Theater („Oh, Dorfrichter Adam!“).

Zielstrebig waren sie alle. Polenz trat den klassischen Weg übers Studium an, aber erst ein Hexenschuss bescherte ihm („Ein Zufall!“) eine Anstellung beim Regierungspräsidenten. Haller landete als Youngster beim Burgtheater Wien, am Wolfgang-Borchert-Theater und als Intendant des Kammertheaters Kleiner Bühnenboden in Münster. Hartmann konnte sich zum Bildhauer-Studium nicht entschließen.

Als die Kanzlerin anrief, um ihn als Generalsekretär zu gewinnen, meinte der abwägende Polenz: „Ich bin kein „Hau-drauf“-Typ“, wurde aber vom Merkel-Konter „Davon haben wir in der Partei genug“ pragmatisch ausgetrickst (er blieb es nur ein halbes Jahr). Hartmann liebt das Kochen, Polenz den Verzehr. Letzterer saust von Termin zu Termin, da löckt Möllenbaum listig wider den Stachel des Privaten: „Noch Zeit für die Liebe gehabt?“ Allerdings: „Vier Söhne und sieben Enkelkinder!“

Möllenbaums Fangfrage „Watt würdn Se sisch frajen, wennse isch wärn?“ zielt auf des Unerhörte ihrer Gäste. Polenz: „Dass wir noch einmal zittern müssen um politische Zukunft“, hätte er sich nicht vorstellen können. Und als Hartmann erzählt, wie er vom Blitz getroffen zwei Wochen im Koma lag, wurde es still im Auditorium. Die Plauderei bot Politisches und Persönliches. Ein Abend zum Ausatmen.

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