Freies Musical-Ensemble zeigt im Waldorf-Saal „Scrooge“
Der ewig junge Weihnachtshasser

Münster -

Ein geschmückter Weihnachtsbaum vor der Tür erscheint Anfang November reichlich früh, doch nach der „Scrooge“-Aufführung des Freien Musical-Ensembles Münster in der Waldorfschule kann man es kaum bis Weihnachten abwarten. Knapp drei Stunden lang spuken die Weihnachtsgeister auf der Bühne und kriechen nach und nach ins Gemüt der Zuschauer bei dieser gelungenen Neuauflage der alten Geschichte vom Weihnachtshasser, der sich zum Menschenfreund wandelt: frisch, jung und mitreißend.

Sonntag, 04.11.2018, 17:00 Uhr
Veröffentlicht: Sonntag, 04.11.2018, 17:00 Uhr
Vorgezogene Weihnachtsfreude: Das Freie Musical-Ensemble im „Scrooge“-Bühnenbild mit dem prächtigen Christbaum.
Vorgezogene Weihnachtsfreude: Das Freie Musical-Ensemble im „Scrooge“-Bühnenbild mit dem prächtigen Christbaum. Foto: Maria Conlan

Jeder der über 100 Aktiven, ob auf der Bühne, im Orchester oder hinter der Bühne, setzt sich ohne Gage ein – und so ist es schon seit 19 Jahren. Die 150. Aufführung feierte das Ensemble am Freitag mit der „Scrooge“-Premiere. Seit Anfang des Jahres wurde mit Akteuren von acht bis über 50 Jahren geprobt.

Fantastischer Chor-Auftritt

Mirko Wienke und Ingo Budweg (Dirigent und Regisseur) hatten vorweg eine deutsche Musicalfassung erstellt. Katharina Laukemper erarbeitete eine Choreographie, die begeistert. Chorleiter Budweg, Carsten Jaehner und Melvin Schulz-Menningmann leisteten ebenfalls ganze Arbeit: Der Klangkörper des großen Chores ist fantastisch.

Mit Liebe zum Detail

Dazu kommt der optische Genuss mit einem Bühnenbild und Requisiten (Sonja Roeske, Jonas Hilbert, Frank Janßen, Henrike Schelling) sowie Kostümen (Matthias Betke, Viktoria Schmitz), die sich mit viel Liebe zum Detail zu einem atmosphärischen Gesamtbild fügen. „Das ist auch alles durchchoreografiert“, erläuterte Pressesprecherin Katharina Kleber die Umzüge und Umbauten. Und es klappte reibungslos, selbst beim Schlussbild mit dem sechs Meter hohen Weihnachtsbaum. Sogar die Zuschauersitze bekamen rote Hussen, jedes Notenpult trug Baumschmuck.

Volles Haus bei der Premiere

Das Ambiente wird gekrönt und mit Leben gefüllt durch die Spielfreude des Ensembles, vorweg Carsten Jaehner. Als Scrooge spielt er sich in die Herzen des Publikums. Doch auch die Kinder, zum Beispiel Jon Engel als Tim mit seiner engelsgleichen Stimme, die Geister, Neffe Harry, Bob Cratchit … Alle hätten es verdient, namentlich genannt zu werden. Zum Glück wird das im Programmheft umgesetzt: mit Fotos und kurzer Vita.

Dass dieses Laien-Ensemble vom „Musical-Kompass“ zum besten Deutschlands gekürt wurde, wird bei „Scrooge“ einmal mehr verständlich. Volles Haus brachte bereits das Premierenwochenende. Neun weitere Termine folgen an den Novemberwochenende, wobei die Samstage bereits ausverkauft sind.  

Tickets und Infos

Das FME führt „Scrooge“ noch neun Mal im Konzertsaal der Waldorfschule, Rudolf-Steiner-Weg 11 in Münster, auf. Die meisten Vorstellungen sind bereits ausverkauft. In den Vorverkaufsstellen und online sind noch Tickets (23 / 18 Euro) für Freitag (9. November, 19.30 Uhr) und Sonntag (11. November, 17 Uhr) sowie den 16., und 23. November erhältlich.

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