„Sein oder Nichtsein“ im Großen Haus
Lachen gegen das Böse

Münster -

Als Christian von Treskow Ende August dieses Jahres die Bilder aus Chemnitz sah, wusste er bereits, dass er „Sein oder Nichtsein“ am Theater Münster inszenieren würde. Dennoch: „Man denkt angesichts solcher Bilder unweigerlich an dieses Stück“, sagt Treskow und geißelt die „Wichtigtuerei und nazistische Entblößung“, die in Chemnitz an jenen Augusttagen an der Tagesordnung war. Dass er nun in Münster die Theaterfassung des Ernst-Lubitsch-Filmes „To be or not to be“ inszeniert, ist für ihn deshalb auch eine Reaktion auf die aktuellen Zeitläufte.

Mittwoch, 14.11.2018, 18:28 Uhr
Veröffentlicht: Mittwoch, 14.11.2018, 18:28 Uhr
Eine Probenszene aus der Inszenierung „Sein oder Nichtsein“
Eine Probenszene aus der Inszenierung „Sein oder Nichtsein“ Foto: Oliver Berg

„Sein oder Nichtsein“ heißt das Stück, das am Samstag im Großen Haus Premiere hat. Es basiert auf einer Komödie von Nick Whitby nach der Lubitsch-Satire. Obwohl im Jahr 1942, also auf dem Höhepunkt der nationalsozialistischen Schreckensherrschaft entstanden, wurde, sie erst 1960 in Deutschland erstaufgeführt.

Bis heute gilt Lubitschs Film als Liebeserklärung an die Kraft des Theaters. Im Zentrum der Handlung steht eine Theatertruppe im Warschau des Jahres 1939, die durch besondere Umstände der Zeit Teil der polnischen Widerstandsbewegung wird, wie von Treskow erzählt. Der Regisseur hat am Theater Münster in der vergangenen Spielzeit bereits „Wie es euch gefällt“ inszeniert.

Als „relativ verzweifelt“ beschreibt er den Plot des Stückes. Als der Krieg ausbricht, wird das ursprünglich einstudierte Stück „Ein Geschenk von Hitler“ aus Angst vor den Nazis abgesetzt. Dafür rückt Shakespeares „Hamlet“ auf den Spielplan. Doch jedes Mal, wenn Hamlet-Darsteller Tura (gespielt von Ilja Harjes) zum berühmten Monolog „Sein oder Nichtsein“ ansetzt, verlässt ein Zuschauer den Saal – um sich heimlich zu Turas Gattin in die Garderobe zu schleichen. Die Liaison droht aufzufliegen. Doch dann gelangt eine Liste mit Namen polnischer Untergrundkämpfer in die Hände der Nazis. Um in ihren Besitz zu gelangen, besinnen sich die Theaterleute auf ihr ursprüngliches Stück . . .

Die Ikonographie und Mystifizierung der Nazis ist in von Treskows Inszenierung omnipräsent. Der Regisseur arbeitet, wie Lubitsch und Whitby, mit den Mitteln der Satire, treibt diese aber bis zur Groteske. „Das Stück ist überzeichnet, überdreht und schreckt auch vor Albernheiten nicht zurück.“ Man habe sogar mit einem Körpertrainer gearbeitet, denn in einigen Szenen werde das Stück auch körperlich auf die Spitze getrieben, kündigt von Treskow an. Und begründet sogleich warum: „Gerade für uns Deutsche ist es wichtig, uns auch in der Form der Satire mit dem Nationalsozialismus auseinanderzusetzen.“ Schon Lubitschs ausgetüftelte Filmkomödie habe damals bewiesen, dass das Lachen mitunter das beste Mittel gegen das Böse sei.

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Die Premiere ist am Samstag (17. November) um 19.30 Uhr im Großen Haus, Neubrückenstraße 63. Die nächsten Termine: 24. November, 1.., 8., 14. und 15. Dezember. Karten gibt es an der Theaterkasse, '  59 09 100, und online   | theater-muenster.com

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