Antonin Dvořáks Requiem in der Mutterhauskirche
Totenmesse verströmt österliche Freude

Münster -

Bevor das Requiem von Antonin Dvořák erklang, wünschte sich Hans-Rudolf Gehrmann, Gemeindepfarrer von St. Mauritz, man möge die Totenmesse auch „mit einem Schuss österlicher Freude“ hören. Der Wunsch nach ewiger Ruhe für die Verstorbenen reiche ihm nicht aus. Und tatsächlich: Das schöne und selten gespielte Werk entsprach in weiten Teilen diesem Wunsch.

Montag, 19.11.2018, 18:40 Uhr
Veröffentlicht: Sonntag, 18.11.2018, 16:34 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Montag, 19.11.2018, 18:40 Uhr
Michael Schmutte mit seinen Chören, der Nordwestdeutschen Philharmonie und den Solisten Catalina Bertucci (Sopran), Sophie Harmsen (Alt), Daniel Johannsen (Tenor) und Falko Hönisch (Bass).
Michael Schmutte mit seinen Chören, der Nordwestdeutschen Philharmonie und den Solisten Catalina Bertucci (Sopran), Sophie Harmsen (Alt), Daniel Johannsen (Tenor) und Falko Hönisch (Bass). Foto: Arndt Zinkant

Dvořák ruft zwar nicht wie sein Vorbild Brahms „Tod, wo ist dein Stachel?“, geschweige denn, dass er auf ein „Dies irae“ verzichtete (wie Fauré). Er komponiert durchaus all die Düsternis und den Schrecken des Todes mit ein – dennoch ist dieses eine Totenmesse, die immer wieder Licht durch die Wolken lässt und jene tröstlichen Lyrismen verströmt, die den genialen „böhmischen Musikanten“ auszeichnen. Das war bei Michael Schmutte in besten Händen und fand in der voll besetzten Mutterhauskirche rauschenden Beifall.

Für das Konzert hatte Schmutte „seine“ Chöre harmonisch vereint: Den preisgekrönten Kammerchor „canticum novum“ sowie den Kammerchor an der Herz-Jesu-Kirche – und sie klangen absolut geschlossen. Die Nordwestdeutsche Philharmonie sorgte für feinen Streicherglanz und satte Bläserpracht. Das exzellente Solistenquartett komplettierte die Besetzung: Catalina Bertucci (Sopran), Sophie Harmsen (Alt), Daniel Johannsen (Tenor) und Falko Hönisch (Bass).

Was in der schönen Akustik der Mutterhauskirche besonders zum Tragen kam, war einmal mehr Schmuttes feine Klangzeichnung, sein Sinn für Maß und Farben, die Transparenz selbst bei dichtem Orchestergewimmel. Dvořák bietet hier genug: Nachdem die Bitte „Requiem aeternam“ aus düsterem Moll entstiegen war, zeigte der Komponist sinnliches Farbenspiel in den Streichern und Holzbläsern.

Und keine Zweifel: Es ist ein Werk, das die Epoche der Romantik im Jahr 1890 bejaht und sich nicht ins Barocke zurücksehnt. Mit Glocken, Tamtam, Orgel und vielem mehr. Selbst ein Fugensatz wird nur kurz angedeutet („Quam olim Abrahae promisisti“). Die 13 Teile des Werkes bieten enorme Vielfalt des Ausdrucks: Etwa das Offertorium mit hinreißenden Soli verströmt in seinen lyrischen Passagen Dvořák pur. Und, wenn man so will, österliche Freude.

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