„24 Stunden Münster“ im Pumpenhaus
Die letzte Chance

Münster -

Das Staunen ist groß. Der Respekt auch. Und wer es gesehen hat, kann süchtig werden.

Montag, 19.11.2018, 22:00 Uhr
Veröffentlicht: Montag, 19.11.2018, 21:37 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Montag, 19.11.2018, 22:00 Uhr
Laden zum fulminanten Abschluss eines ungewöhnlichen Theaterprojekts (v.l.): Carola von Seckendorff, Ludger Schnieder und Cornelia Kupferschmid.
Laden zum fulminanten Abschluss eines ungewöhnlichen Theaterprojekts (v.l.): Carola von Seckendorff, Ludger Schnieder und Cornelia Kupferschmid. Foto: Gerhard H. Kock

Das Staunen ist groß. Der Respekt auch. Und wer es gesehen hat, kann süchtig werden. Die letzte Chance, die einzigartige Theaterproduktion „24 Stunden Münster“ zu sehen, besteht von Samstag bis Sonntag im Pumpenhaus. Zeit für eine erste Bilanz der beiden Frauen hinter dem Mammut-Werk: Carola von Seckendorff und Cornelia Kupferschmid.

Das erste Fazit (zugleich ein Kompliment) zieht Ludger Schnieder: „Das ist logistisch und organisatorisch eine Großleistung. Ihr könnt sofort bei mir anfangen“, befindet der Leiter des Pumpenhauses. Nicht nur das freut von Seckendorff: „Ich bin selbst überrascht, wie reibungslos alles läuft.“ Kein Beamer ist ausgefallen, die 50 Protagonisten aus den etablierten Theaterhäusern und der Freien Szene (Schauspieler, Regisseure, Autoren) waren pünktlich, alles lief Hand in Hand in den fünf Theatern Münsters.

Und das Publikum? Es tat sich schwer mit dem ungewöhnlichen Format. Und den ungewöhnlichen Uhrzeiten. Doch eine Beobachtung machte Kupferschmid immer wieder: „Den Suchtfaktor“. Wer sich auf eine Stunde eingelassen hatte, buchte oft noch die nächste hinzu und die nächste und die nächste. Schließlich ist jede Stunde höchst unterschiedlich.

„24 Stunden Münster“ macht fürs Theater aufgearbeitete Geschichten von Münsteranern erlebbar: Hospiz-Bewohner, Prostituierte, der streitbare Opa mit Nazi-Vergangenheit. Die Brandthemen gehen ebenso in die Tiefe wie die Breite wie die Formen: Der Chor der Sprecherzieher singt aus dem münsterischen Telefonbuch. Studierende der Fachhochschule für Design durchwirken die 24 Stunden mit Einspielungen.

Das Projekt hat Künstler und Theater miteinander vernetzt wie nie zuvor. Das wirkt auch in die Zukunft. Das grenzenüberschreitende Experiment, die Vernetzung mit der Stadt, in der die „Stadt zum Inhalt“ wird, hat Fenster für einen neuen Blick auf Münster geöffnet. Vielleicht ein Format für die Zukunft.

Aber: Während der Erfahrungslohn überwältigend ist, ist der finanzielle Lohn enttäuschend. Kupferschmid: „Es ist ein Leidenschaftsprojekt, aber dass es prekär wird, das darf eigentlich nicht sein.“ Jetzt hoffen Kupferschmid und Seckendorff, dass die Besucher der letzten „24 Stunden“ zahlreich kommen und die Großzügigkeit (Jeder zahlt soviel er möchte) würdigen.

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Die letzten „24 Stunden Münster“ beginnen am Samstag (24. November) um 17 Uhr im Pumpenhaus, Gartenstraße 123. Jeder zahlt so viel er möchte. Am Sonntag (25. November) startet um 17 Uhr die Abschlussparty.   | 24h-ms.de

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