„Furore“-Revue im Kreativ-Haus
Geständnis unter Glühlampe

Münster -

Wütend reißen sie die Rosen aus den Vasen und prügeln mit ihnen aufeinander ein. Schnaufend, stampfend und in Rage – Furor vom Allerfeinsten.

Sonntag, 25.11.2018, 18:04 Uhr aktualisiert: 26.11.2018, 17:58 Uhr
Lustige Choreografien gehörten zur bunten „Furore“-Revue wie die Geständnisse der Teilnehmer.
Lustige Choreografien gehörten zur bunten „Furore“-Revue wie die Geständnisse der Teilnehmer. Foto: heh

Wie schmal der Grad zwischen Furor (Wut) und Furore (Aufsehen erregen) ist, und was überhaupt nötig ist, um die Fassung zu verlieren, haben Teilnehmer des Kurses „Theaterhandwerk“ des Kreativ-Hauses in den letzten Monaten in Episoden erarbeitet. Heraus kam eine gut einstündige bunte Revue, die am Samstag vor ausverkauftem Haus ihre umjubelte Premiere feierte.

Luisa Hausmann inszenierte, Katrin Reitz war für Technik und Licht verantwortlich und Nathalie Nehuus begrüßte die Zuschauer. Auf der Bühne saßen und wirbelten Lynn Albert, Karl-Heinz Laschke, Jaci Licher, Theresa Paul, Katharina Reinecke, Johanna Stein und Nadja von Lüpke – in den Soli oder im stets punktgenau inszenierten Tutti an der festlich gedeckten Kaffeetafel gab es weder Längen noch Hänger.

Zweimal platzte, mehr hysterisch als wütend, eine junge Frau herein und schilderte in derben Worten, wie ein „Typ“ im Supermarkt ihr durch bloße Anwesenheit den Zugang zur heiß begehrten Thunfischkonserve versperrte und ihr anschließend das einzige Taxi vor der Nase wegschnappte. Keifend schilderte sie, wie er sie damit zu Heulattacken und einem Faustschlag hinriss. Die Zuschauer lachten über diese bewusst überzogene Darbietung.

Karl-Heinz Laschke, Hahn im Korb im Team der wutentbrannten Damen, überlegte, was ihn zur Wut bringen könne: „Der Vorteil und der Nachteil des Alters ist, dass man schon so viel gesehen hat!“ stellte er fest. Nicht funktionierender Umweltschutz und überdimensionierte Autos beispielsweise hätten ihn früher wütend gemacht. Heute empfinde er Angst und Resignation, überlegte er laut, allein auf der dunklen Kiste unter einer Glühlampe stehend, die für die meisten Soli genutzt wurde.

Die abwechslungsreichen und engagiert vorgetragenen Soloauftritte wurden, in Form einer gelungenen Revue, durch die Kaffeetafel im Hintergrund der Bühne zusammengehalten. Zu jedem Solo gab es eine ansprechende Choreografie: Kopfbewegungen oder Kuchenessen. Später entwickelte sich gar ein grandioser Veitstanz.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6214862?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F92%2F646285%2F
Keine Chance auf weiße Weihnachten im Münsterland
Wetter-Vorhersage: Keine Chance auf weiße Weihnachten im Münsterland
Nachrichten-Ticker