Letzte Aufführung von „24 Stunden Münster“ im Pumpenhaus
Zum Schluss ein Ständchen

Münster -

So viel Publikum wie nie zuvor kam zum Finale des „24 Stunden Münster“-Projekts ins Pumpenhaus. Einer hat gar die gesamten 24 Stunden am Stück geschafft und erhielt dafür Extra-Applaus.

Montag, 26.11.2018, 19:55 Uhr aktualisiert: 27.11.2018, 16:10 Uhr
Götz Alsmann stellte sich zum Abschluss des Projektes „24 Stunden Münster“ mit seiner Quetschkommode in die Mitte von Mitwirkenden und Publikum und sang ein launiges Lied über Münster.
Götz Alsmann stellte sich zum Abschluss des Projektes „24 Stunden Münster“ mit seiner Quetschkommode in die Mitte von Mitwirkenden und Publikum und sang ein launiges Lied über Münster. Foto: Maria Conlan

So viel Publikum wie nie zuvor kam zum Finale des „24 Stunden Münster“-Projekts ins Pumpenhaus. Einer hat gar die gesamten 24 Stunden am Stück geschafft und erhielt dafür Extra-Applaus. Begeisterte Zuschauer, glückliche Mitwirkende und Freude, dass alles so reibungslos geklappt hatte ohne Ausfälle, ohne Verzögerungen. Es war eine Glanz-Gesamtleistung von Carola von Seckendorff, Cornelia Kupferschmid und ihrem Team.

Bei der fünften Vorstellung kamen sowohl die Zuschauer miteinander ins Gespräch (spontan, zwanglos), als auch Publikum und Künstler zwischen den Aufführungen. Viele kannten sich schon vom Sehen.

Unterstützt von den Schauspielern Cornelia Kupferschmid und Hannes Demming setzte sich um 11 Uhr Stephanie Borgert mit der Nazi-Vergangenheit ihres Großvaters auseinander. Sie schaute hinter Fassaden persönlichen Lebens, einer Gesellschaft und hinter Münsters „dicke Schicht Schminke auf dem Paradies der Lebenswertigkeit“. Ab 12 Uhr sprach „Eine Prostituierte aus Münster“ (gespielt von Marieke Fritzen), die sich so Unterhalt fürs Studium verdient, über ihre Begegnungen und Gefühle. Eigentlich war um 13 Uhr veganes Kochen angesagt, aber nicht bei der Derniere – hier tauschte dieses Stück mit „ Felix. Dann bin ich glücklich“ über (Trans-)Identität. Auch beim zweiten Mal verlor dieses Stück nichts von seiner Spannung und Faszination dank des überzeugenden Auftritts von Felix Adrian Schäper und Stefan Nászay.

Anschließend wurde das Publikum Beobachter einer Therapie-Sitzung, gespielt von Christiane Hagedorn und Jonas Riemer. Ein Stück über eine schwierige Mutter-Tochter-Beziehung und verpasste Gelegenheiten.

Dass die Probleme vom Bremer Platz mit den Berichten einer Kunstmäzenin verbunden werden können, bewies um 15 Uhr das Spiel von Regine Andratschke und Rosana Cleve. Zum Finale ab 16 Uhr wurde es noch mal bunt und sehr lebhaft auf der Bühne und im Publikum mit dem Auftritt aller Beteiligten, Improvisation und einem Ständchen von Götz Alsmann.

Zum Ende gehörte zur Begeisterung auch die Wehmut: Dieses faszinierende Projekt ist zu Ende. Auch Beate Reker schwärmte von der freundlichen Aufnahme bei allen Spielorten, der besonderen Atmosphäre. Viele Zuschauer sprudelten über vor Begeisterung, auch ein Gast – bestens gelaunt nach 20 Stunden zuschauen. Treue Besucher waren sich einig: Jeder Ort hatte sein besonderes Ambiente. Untereinander erfuhren sie so etwas wie eine eingeschworene Gemeinschaft, weil man einige immer wieder traf. Nach den Lieblingsstücken befragt, nannten viele gleich eine ganze Palette: Felix, das Hospiz-Stück, Prinzessin A, Mocambo . . .

Dieses Projekt schreit nach einer Fortsetzung. Es bietet schließlich eine geniale Gelegenheit, die vielen Theater-Facetten und Menschen der Stadt kennenzulernen. Chapeau für alle Beteiligten.

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