Friedrun Vollmer, Elisabeth Fürniss und Andreas Küper-Wohlers im Konzert
Dieses Trio spielt auf höchstem Niveau

Münster -

Das Mozart-Foyer in der Musikschule an der Himmelreichallee platzte am Freitagabend fast aus allen Nähten. Kein Wunder, denn die Neugier war groß: Wie spielt sie denn, unsere neue Musikschulleiterin? Kann sie was auf der Geige? Gleich vorweg: Friedrun Vollmer kann! Und wie!

Sonntag, 02.12.2018, 16:34 Uhr aktualisiert: 03.12.2018, 18:44 Uhr
Ins Spiel vertieft: Friedrun Vollmer (l.), Andreas Küper-Wohlers und Elisabeth Fürniss
Ins Spiel vertieft: Friedrun Vollmer (l.), Andreas Küper-Wohlers und Elisabeth Fürniss

Seit zehn Monaten ist Vollmer Direktorin der Westfälischen Schule für Musik. Ein Amt, das erst einmal wenig mit dem eigenen Musizieren zu tun hat. Und doch lässt Vollmer es sich nicht nehmen, mit dem Bogen ihre Geigensaiten zu streicheln, wahlweise auch ruppig anzukratzen. Beides kam vor in dem Programm, das sie gemeinsam mit Cellistin Elisabeth Fürniss und Pianist Andreas Küper-Wohlers präsentierte: Musik von Leonard Bernstein, Alfred Schnittke und Ludwig van Beethoven. Also nichts, was man auf „die leichte Schulter“ nehmen könnte, ganz im Gegenteil. Denn alle drei Komponisten stellen in ihren Werken sowohl technisch als auch musikalisch höchste Ansprüche. Und wenn man als Zuhörer so rein gar nichts von diesen Schwierigkeiten gemerkt hat, dann wurde schlicht und ergreifend absolut professionell musiziert. Genau dies muss man dem Trio Vollmer/Fürniss/Küper-Wohlers attestieren.

Bernsteins Trio steckt voller Witz und Überraschungen. Hier mal etwas Kontrapunkt, dort ein paar Anleihen beim Jazz und am Ende sogar noch würzige Folklore, die direkt aus Irland importiert zu sein schien. Das Ganze garniert mit „schrägen“ Rhythmen, die es in sich haben. In krassem Gegensatz dazu Alfred Schnittkes Trio – eine Musik zwischen Leben und Tod, zwischen schroffer Diesseitigkeit und eschatologischer Hoffnung. Schnittke spiegelt hier seine persönliche Lebenssituation und schafft immense musikalische Spannung vom fratzenhaft wispernden Streicher-Flageolett bis hin zu liedhaften Sequenzen, als drehe Schuberts Winterreisen-Leiermann seine Kurbel. Solche Extreme substanziell miteinander zu verbinden, ist den Interpreten auf ganz beeindruckende Weise gelungen.

Und Beethovens Trio op. 70 Nr. 2? Auch keine lockere Fingerübung, für keines der drei Instrumente. Schließlich lauern auch in diesem disparaten Werk Ecken, Kanten, Stolperfallen. Dennoch soll der Gesamtklang ausgewogen wirken, die Streicher sich wie Amalgam verbinden, das Klavier das rechte Maß an Zurückhaltung wie auch solistischem Profil beweisen. Dies alles förderten die Interpreten mit großer Selbstverständlichkeit zutage. Bravo!

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