Gitarrengipfel im Pumpenhaus
Drei grandiose Musketiere

Münster -

Erst am Ende spielten alle drei Gitarrenmeister gemeinsam: Clive Carroll, der Alleskönner aus England; Dave Goodman (nomen est omen), der coole Virtuose aus Kanada, der seine eigenen Akkordkaskaden mit rauer und emotionaler Stimme bereichert; und Ernie Rissmann, der als „Lokalmatador“ annoncierte, nicht minder coole Singer-Songwriter, der sich im Pumpenhaus als Gastgeber präsentierte. Und die Gitarrenfans bejubelten dies Finale gebührend.

Montag, 10.12.2018, 19:18 Uhr aktualisiert: 11.12.2018, 18:24 Uhr
Gitarrengipfel mit (v.l.) Ernie Rissmann, Clive Carroll und Dave Goodman
Gitarrengipfel mit (v.l.) Ernie Rissmann, Clive Carroll und Dave Goodman Foto: Arndt Zinkant

Erst am Ende spielten alle drei Gitarrenmeister gemeinsam: Clive Carroll, der Alleskönner aus England; Dave Goodman (nomen est omen), der coole Virtuose aus Kanada, der seine eigenen Akkordkaskaden mit rauer und emotionaler Stimme bereichert; und Ernie Rissmann, der als „Lokalmatador“ annoncierte, nicht minder coole Singer-Songwriter, der sich im Pumpenhaus als Gastgeber präsentierte. Und die Gitarrenfans bejubelten dies Finale gebührend. Das vierte Mal bereits war nun die Bühne des Pumpenhauses Treff- und Gipfelpunkt der Akustikgitarren-Virtuosen, die zunächst jeder für sich ihre Kunst präsentierten.

Ernie Rissmann legte vor. Er plauderte von seiner Vorliebe für Werner Lämmerhirt (mit dem er später zusammen spielte) und von seinem ersten Berufswunsch „Indianer“. Die Kindheit spielte in den Songs auch eine wichtige Rolle: „Boats and Birds“ – ein Song vom Davonsegeln und Davonfliegen, von Kindern, die ihr schlimmes Zuhause fliehen. Rissmann sang meist auf Englisch. Und am Ende mit jener zufällig entstandenen Verstimmung seiner Gitarre, mit welcher er vor Jahren den Tod Werner Lämmerhirts (1949-2016) betrauerte.

Traurig ging es bei Clive Carroll keinen Takt lang zu. Beim „Prince of Wales“ sei er bereits aufgetreten – sowie in vielen anderen Londoner Pubs. Keine Frage, der Mann hat echt britische Entertainer-Qualitäten. Und so blitzsauber, wie er die Saiten zupft und Akkorde greift, hätte er Schelmerei gar nicht nötig. Da gibt es wilden Irish Folk, welcher verblüffend die Stimmen der „Fiddles“ nachahmt. Überhaupt kann Carroll toll die Violine imitieren, das merkt man besonders bei dem berühmten Csárdás von Vittorio Monti (eine beliebte Zugabe für Geiger). Und eine Renaissance-Suite gibt es auch, wo Personal aus der Artus-Sage auftritt, wie Sir Gawain und der „Grüne Ritter“. Grandios!

Nicht minder grandios wirkt das Spiel von Dave Goodman, der sich in lässiger Wildheit durch Blue­grass-Gefilde zupft. Aber auch er ist im Herzen Sänger – ober nun seiner Exfrau nachsinniert oder einen Randy-Newman-Klassiker („I think it’s going to rain today“) interpretiert: Alles hat Herz und Seele. Am Schluss, als die Gitarren-Helden sich wie drei Musketiere zum Jammen finden, fühlt sich dann auch Clive Carroll ausnahmsweise gedrängt zu singen. „I am Johnny Cash!“, grinst der Brite.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6249785?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F92%2F646285%2F
Remis für DFB-Elf gegen Serbien: Generation Umbruch noch auf der Suche
Bayern-Star Leon Goretzka (3.v.r) bejubelt sein Tor zum 1:1 mit seinen Mannschaftskollegen.
Nachrichten-Ticker