Elfriede Möllenbaums „Weihnachts-Talkschau“ im Boulevard Münster
Von „unpassenden Geschenken“

Münster -

„Ich habe wunderbare Gäste heute Abend.“ Und zwar gleich vier! Eine Premiere bei „Frau Möllenbaums“ weihnachtlicher „Talkschau“ im Boulevard-Theater.

Mittwoch, 19.12.2018, 19:56 Uhr aktualisiert: 19.12.2018, 20:01 Uhr
Sie bereicherten dank „Frau Möllenbaum“ (Mitte) das Publikum mit teils kuriosem Weihnachts-Wissen (v. l.): Trixi Bannert, Jan Ole Kriegs, Gertrud Wietholt und Markus von Hagen.
Sie bereicherten dank „Frau Möllenbaum“ (Mitte) das Publikum mit teils kuriosem Weihnachts-Wissen (v. l.): Trixi Bannert, Jan Ole Kriegs, Gertrud Wietholt und Markus von Hagen. Foto: Andreas Hasenkamp

„Ich habe wunderbare Gäste heute Abend.“ Und zwar gleich vier! Eine Premiere bei „Frau Möllenbaums“ weihnachtlicher „Talkschau“ im Boulevard-Theater. Traditionell führte Elfriede Möllenbaum ihre Gäste dichtend ein: „Ich bin wirklich ganz gespannert, ich freue mich auf Trixi Bannert“, die Sommelière; „Mein Herzchen kriegt einen heftigen Piks – gleich ist er hier, Jan Ole Kriegs“ – Direktor des Naturkundemuseums; „Er hat viel Schönes und Interessantes zu sagen – Markus von Hagen“ – Kabarettist, Rezitator und Darsteller. Und in besonderer Mission dabei: Gertrud Wietholt, Botschafterin der Kinderneurologiehilfe.

Zwischen Gesprächen und Singen, Geschenke-Verlosung und Quiz erklärte Wietholt, was es mit der Kinderneurologiehilfe auf sich hat: Kindern mit Erkrankung des Kopfes und deren Familien beizustehen, aber auch in Schulen zu gehen, um über die besondere Situation solcher Kinder aufzuklären. „Da ist ein großer Erklärungsbedarf.“ Wietholt rät zum Fahrradhelm: „Denn eine Kopfverletzung ist nicht wie ein Beinbruch.“ Der Erlös der Verlosung der diesmal acht Geschenke ging an die Kinderneurologiehilfe. Zwei Geschenke von der Illustratorin Antje Vogel gab es noch obendrauf. Die sogar per Los selbst ein Geschenk gewann.

„Alle Jahre wieder“ – dieses Lied nahm Möllenbaum zum Anlass, die Gäste zu fragen, was sie denn „alle Jahre wieder“ zu Weihnachten täten? Ein Groß-Treffen mit der Familie, mit „ehemaligen und gegenwärtigen Partnern“, das schätzt und pflegt Bannert besonders. Markus von Hagen erinnerte sich an eine Ausnahme: Weihnachten feiern mit Obdachlosen in Wien – das zeige, „wie wenig selbstverständlich“ das Treffen mit einer Familie sei.

„Wir haben furchtbar geschwitzt“, erinnert sich Wietholt an Weihnachten in San Francisco. Und ein Zimmer zu verdunkeln, war dort mühsam. Museumsdirektor Kriegs verbrachte einmal Weihnachten in Costa Rica.

Nach „gut gemeinten“ Geschenken wurde gefragt. Bannert habe „immer was Schönes“ bekommen; Kriegs erinnerte sich an geschenkte Kleidung: Erst hätte sie ihm nicht gefallen, in späteren Jahren nicht gepasst. Unpassendes habe er selten erhalten und wenn, so von Hagen, war es „derart gut gemeint, dass es dadurch geadelt“ war.

Viel wurde bei der charmanten Gastgeberin gesungen; als zu fortgeschrittener Stunde fast alle Geschenke verlost waren, stimmten Gäste und Publikum an: „Ihr Kinderlein kommet“.

Gefordert waren die vier beim Weihnachts-Quiz. Seit 1925 gibt es den Adventskranz mit vier Kerzen, war da zu lernen. Leicht fiel die Antwort, wann die russisch-orthodoxe Kirche Weihnachten begeht: 7. Januar. Welches Fest feiern Juden in der Adventszeit? Pessach, Chanukka oder Jom Kippur? Eine Person lag richtig. Vorteilhaft ist bei Fragen nach Ochs und Esel an der Krippe, sich auszukennen mit dem Buch Jesaja und dem Pseudo-Matthäus-Evangelium: So hatte von Hagen nicht nur eine richtige Antwort, sondern eine zweite, und konnte galant zwei weiteren Gästen Quizpunkte bringen.

Bald lag von Hagen im Quiz vorn – doch am Ende hatte die meisten Punkte Wietholt, die ein klitzekleines Siegesgeschenk mit nach Hause schleppen durfte und natürlich den Erlös für die Kinderneurologiehilfe.

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