Festliches Konzert in St. Lamberti
Weihnachtsfreudein feinen Klängen

Münster -

Wunderschöne Chor- und Orgelmusik erlebten die Zuhörer am Samstagabend im Weihnachtskonzert des Kammerchors St. Lamberti. Traditionelle Weihnachtslieder und frühbarocke Werke zeichneten das biblische Geschehen klangvoll nach. Im Mittelpunkt stand dabei die Freude in vielen Facetten, von dem adventlichen Wunsch „Nun komm, der Heiden Heiland“ des barocken Komponisten Michael Altenburg über verschiedene Versionen von „In Dulci Jubilo“, einmal aus dem Bach’schen Orgelbüchlein, prachtvoll registriert mit Zimbelstern und Glocken, einmal in dem A- cappella-Chorsatz von Michael Praetorius. Auch Johann Eccards „Resonet in laudibus“ und „Hodie Christus natus est“ von Heinrich Schütz rufen zur weihnachtlichen Freude auf. Andreas Hammerschmidts Motette trägt sie sogar mehrfach im Titel: „Freude, Freude, große Freude“.

Sonntag, 30.12.2018, 15:51 Uhr
Der Kammerchor St. Lamberti unter Alexander Toepper
Der Kammerchor St. Lamberti unter Alexander Toepper Foto: Heeke

Nur zu gerne ließ Kantor Alexander Toepper seinen Chor diese musikalisch verkünden. In aller stimmlichen Fülle und dynamischen Bandbreite genossen die etwa zwei Dutzend Sängerinnen und Sänger die frühbarocken Sätze. Versierte Begleitung erhielt der Chor dabei von Markus Michael an der Chororgel, Johannes Tebbe am Cello und Lukas Oppermann an der Laute. In einzelnen Strophen durften die Zuhörer selbst mitsingen.

Tomasz A. Nowak bereicherte das Konzert um Werke von Bach, Scheidemann, von Paul Siefert und um eine eigene, bewegende „Suite über internationale Weihnachtslieder“. Darin gewann er den Melodien, die um diese Jahreszeit aus den Kaufhauslautsprechern quellen, neue Seiten ab. Sanften Flöten und himmlischen Höhen stellte er ein ruppiges Tutti ohne jeden Zuckerguss entgegen. Das lässt Raum für eine andere Lesart der Weihnachtsbotschaft.

Die Krippe in einem Stall fernab der Heimat galt ursprünglich wohl kaum als geeigneter Ort für eine junge Familie. Hier soll ein König zur Welt gekommen sein? Umso erstaunlicher, genau dieses Ereignis zu feiern wie die Hirten und Engel an der Krippe, beziehungsweise vielleicht auch notwendiger, sich im Festtagstrubel wenigstens manchmal darauf zurückzubesinnen.

Die fünfteilige Carol-Suite des Kammerchors nahm diesen festlichen Faden auf. Männer- und Frauenstimmen schienen in „I saw three ships“ regelrecht um das fröhlichste „rejoice“ zu wetteifern. Wie zuvor übernahmen auch in den „Carols“ einige Choristen mit Bravour kleine Solopartien. Reichlich Applaus in der sehr gut besuchten Lambertikirche ermuntert den Kammerchor im nächsten Jahr hoffentlich wieder zu so einem begeisternden Konzert!

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