Hommage für den Musiker, Schriftsteller und Künstler Axel Schulß im Jovel
Das Phantom von Münster: „Keer wattn Mann!“

Münster -

Noch ganz ergriffen von der Kraft der Worte, die er eben gesungen hatte, entschlüpfte Thomas Paßmann-Engel zum Schlussakkord ein gehauchtes „Wow!“. „Heute in meinem Kopf“ hieß das Stück. Urheber des Textes: der am 15. Januar vor zehn Jahren an multipler Sklerose verstorbene Multimedia-Künstler Axel Schulß.

Mittwoch, 16.01.2019, 18:44 Uhr
  Steffi Stephan und Thomas Paßmann-Engel (v.l.) spielten für das münsterische Original Axel Schulß (kl. Bild) die Musik zur Hommage.
  Steffi Stephan und Thomas Paßmann-Engel (v.l.) spielten für das münsterische Original Axel Schulß (kl. Bild) die Musik zur Hommage. Foto: Wolfgang A. Müller

Noch ganz ergriffen von der Kraft der Worte, die er eben gesungen hatte, entschlüpfte Thomas Paßmann-Engel zum Schlussakkord ein gehauchtes „Wow!“. „Heute in meinem Kopf“ hieß das Stück. Urheber des Textes: der am 15. Januar vor zehn Jahren an multipler Sklerose verstorbene Multimedia-Künstler Axel Schulß (geb. Schulz).

Die Atmosphäre im Jovel Club ähnelte der eines Klassentreffens. Zur „Das Phantom von Münster“ betitelten, liebevollen Hommage an den seit den 70er Jahren umtriebigen, genialen münsterschen Querkopf waren zahlreiche Freunde, Verwandte, kreative Mitstreiter und Fans von nah und fern erschienen, die das Andenken an ein beispielloses Werk eines ebenso singulären Typen feierten. Während Initiator Marius Münster letzte grafische Arbeiten von Schulß an einer unvollendeten Fortsetzung des Webber-Musicals „Das Phantom der Oper“ präsentierte (collagenartige „Digitalradierungen“), erinnerten launige Wortbeiträge und Live-Musik von der Gebrüder Engel All Star Band an dessen immer wieder überraschende Vielseitigkeit. Lo Graf Blickensdorf, der einst die Cover der Gebrüder Engel entwarf, bei denen Schulß für „Texte, Ideen, Verlautbarungen“ (so das Presseinfo zum Album „Die Wahrheit“, 1983) zuständig war, und später von Berlin aus dessen experimentierfreudiges Schaffen verfolgte, war von dessen farbensatter, scheinbar aus dem Hut gezauberten „Munkenmalerei“ ergriffen. Münster-Marketing-Chefin Bernadette Spinnen, der Schulß als früherer Leiterin des Kulturamtes der Stadt einen Auftritt im wunderbar grantigen Song „Vernissage“ zukommen ließ, schätzte seinen scharfen Blick auf beide Seiten des Kulturbetriebs. Er verstand es, „Löcher in die Folie zu machen, die immer drüber ist“. Als Spinnens Ehemann Burkhard den Liedtext von „Gegenander“ rezitierte, trat die Wortverliebtheit und unnachahmliche Gewandtheit seines Schöpfers schier plastisch hervor: „Keer wattn Mann!“ Streitbar, kritisch, sensibel und zärtlich gleichermaßen begegnete Axel Schulß dem Publikum im bunten Set der mit dem Gastgeber und Weggefährten Steffi Stephan aufgestockten Band. Ein großartiger Dichter, der auch höchst pragmatisch „Sei kein Poet“ empfehlen konnte. Und ein Mann, dessen Crossover-Kunst auch heute noch sehr inspirierend wirkt.

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