Examenskonzert mit Chanho Park
Den Everest-Gipfel erklommen

Münster -

Bei den Examenskonzerten der Musikhochschule folgt derzeit ein Gipfelstürmer auf den anderen. Nun setzte der 34-jährige Chanho Park bei seinem Konzertexamen noch einen drauf: Rachmaninoffs drittes Klavierkonzert ist als schwerer Brocken legendär. „Der Mount Everest“, so nannte es ein Kenner während der Pause. Und auch hier darf man verkünden: Gipfel erklommen!

Sonntag, 20.01.2019, 15:24 Uhr
Pianist Chanho Park, Gastdirigent Martín Baeza Rubio und das Hochschulorchester
Pianist Chanho Park, Gastdirigent Martín Baeza Rubio und das Hochschulorchester Foto: Zinkant

Bei den Examenskonzerten der Musikhochschule folgt derzeit ein Gipfelstürmer auf den anderen. Die beiden Brahms-Klavierkonzerte, welche im Dezember hintereinander in der Aasee-Aula erklangen, sind noch in staunender Erinnerung – pianistische „Achttausender“ sozusagen. Nun setzte der 34-jährige Chanho Park bei seinem Konzertexamen noch einen drauf: Rachmaninoffs drittes Klavierkonzert ist als schwerer Brocken legendär. „Der Mount Everest“, so nannte es ein Kenner während der Pause. Und auch hier darf man verkünden: Gipfel erklommen!

Sicher auch ein Verdienst von Gastdirigent Martín Baeza Rubio, der immer wieder die Tasten des Solisten in den Blick nahm, um Orchester und Solist zu verschmelzen. Überhaupt hatte Rubio mit dem Orchester der Hochschule exzellente Vorarbeit geleistet; die jungen Musikerinnen und Musiker lieferten noch mehr Präzision ab als bei dem erwähnten Brahms-Abend. Wunderschöner Streicherklang im Adagio; Flöte und Oboe spielten delikate Soli und wurden gebührend gefeiert. Der Dirigent – in den Neunzigerjahren übrigens noch Trompeter und Musiker unter Claudio Abbado – kitzelte aus dem derzeit hochklassigen Orchester eine tolle Leistung heraus.

Und der Solist? Chanho Park, Absolvent der Klavierklasse von Prof. Michael Keller, ging „Rach 3“ mit einer filigranen Leichtigkeit an, die man selten hört. Und seine zierlichen Hände (die bei Rachmaninoff-Interpreten verblüffend oft vorkommen) passen dazu. Nur in wenigen Passagen, etwa in der elefantösen Solokadenz des Kopfsatzes, lässt Park den Steinway mächtig erzittern. Ansonsten herrschen Klarheit und sensibles Legato-Spiel vor. Gleichsam eine Mount-Everest-Gipfeltour mit leichtem Gepäck. Man kann vor solch bravourösem Examenskonzert nur den Hut ziehen.

War das Orchester an diesem Abend bei Rachmaninoff oft „nur“ seidenes Passepartout, so musste es bei der zweiten Brahms-Symphonie wirklich alle Register seines Könnens ziehen. Die Streicher hatten zu Beginn des Abends bereits wirbelnde Sturmwellen bei Wagners Ouvertüre zum „Fliegenden Holländer“ geliefert. Die Hörner nicht minder. Johohe! Hojohe!

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