Pro Musica Orchester im Rathausfestsaal
Frisch und walzerselig

Münster -

Brittens „Soirées Musicales“ versprechen zehn Minuten spritziger Unterhaltung, basieren auf Ideen Rossinis und dienten zugleich dem damals jungen Britten als Übungen im Ins­trumentieren. Das Pro Musica Orchester eröffnete am Sonntag das Konzert im Rathausfestsaal mit diesen fünf bunten, kurzweiligen Sätzen Brittens – eine gute Wahl.

Montag, 28.01.2019, 18:18 Uhr
Jinhoo Kwag
Jinhoo Kwag Foto: Heike Eickhoff

Der vitale, burleske Marsch stand am Anfang – sauber in den Einsätzen und mit gut gearbeiteten Soli machten die Musikfreunde des Pro Musica Orchesters gleich nach wenigen Takten einen guten Eindruck. Die hohen Streicher kitzelten in der Canzonetta über dem gnadenlos langen Bordunton der Oboe verträumte Klänge heraus, ein wenig schüchtern, aber insgesamt gelungen. Frisch und walzerselig tänzelte das Orchester durch die Tirolese, bewegte sich elegant beim Bolero. Etwas brav tanzte es jedoch am Ende im ruhigen Tempo gegen den Biss der Spinne in der Tarantella an, sorgsam geführt von Gerhard Wild .

Haydns Cellokonzert (Nr.1, C-Dur) folgte und bot der Musikstudentin Jinhoo Kwag die Möglichkeit, im gut besuchten Rathausfestsaal und mit Orchesterbegleitung ihr Können zu zeigen. Gerhard Wild achtete auch hier auf ausgewogenen Klang und saubere Dynamik im Orchester, betonte die eleganten und zarten Saiten und konnte sich jederzeit auf sein Orchester verlassen. Die trockene Akustik des Raums sorgte für die Durchhörbarkeit bis ins Detail. Technisch sicher und gut vorbereitet spielte Kwag den Solopart des Konzerts. Jedoch blieb sie musikalisch, auch in den auf Sicherheit gearbeiteten Kadenzen, recht vorsichtig und kam mit ihrem zarten Ton nicht immer präsent durch den Raum. Möglicherweise muss sie einfach noch einige Mal vor einem Orchester spielen, um mehr Erfahrung im solistischen Spiel zu sammeln.

Nach der Pause kam mit Haydns Sinfonie Nr. 103 („Mit dem Paukenwirbel“) das Orchester als Ensemble zum Zuge. Sauber in der besagten Pauke und geadelt mit schönen Soli des Konzertmeisters sowie technisch geläufigen und musikalisch sicheren Soli der ersten Oboe (Birgit Kocian) zeigte das Pro Musica Orchester sich hier als sympathischer, zuverlässiger und sehr feinfühliger Klangkörper. Das leicht kokette Andante, das fesche Menuett und das kultivierte Finale gefielen – Wild hätte manchmal viel mehr Dampf machen, ein wenig Glitzer streuen können.

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