Proben für die aktuelle „Kappe App“-Saison laufen
Gags zwischen Kohlrabi und Ingwer

Münster -

„So funktioniert das!“ Gabriele Brüning ist positiv gestimmt. „Mehr plaudern, mehr unterhalten“, so hat die Regisseurin eben noch ihrem Ensemble geraten und „mehr Energie“ gefordert. Jetzt scheint die Eingangsszene der neuen „Kappe App“-Show halbwegs im Kasten. Die Mitspieler haben Rhythmus, Intonation, Timing und Melodie des für sie noch fremden Textes erfasst. Sie proklamieren: „Da müssen wir dranbleiben!“

Sonntag, 10.02.2019, 16:36 Uhr aktualisiert: 13.02.2019, 18:38 Uhr
Gut aufgelegt bei den Proben zu „Kappe App“: Michael Tumbrinck, Gabriele Brüning, Björn Schimpf, Michael Holz, Marcello Lang, Cornelia Kabbaj und Matthias Menne (von links).
Gut aufgelegt bei den Proben zu „Kappe App“: Michael Tumbrinck, Gabriele Brüning, Björn Schimpf, Michael Holz, Marcello Lang, Cornelia Kabbaj und Matthias Menne (von links). Foto: Wolfgang A.Müller

Das darf in gleich mehrfacher Hinsicht gedeutet werden. Zum einen im Hinblick auf die emsige Vorbereitung der „Appen Kappen“, die in weniger als zwei Wochen ihre 26. Premiere feiern. Im noch schmucklosen Ambiente bei Lappe in der Nieberdingstraße schwenken die Proben auf den Zielparcours ein. Zum anderen als trotzige Selbstverpflichtung, auch nach der Schrumpfung des Teams diese kabarettistische Alternative in Münster zum Sitzungskarneval zu erhalten. Und an lokalen Themen, die das „Dranbleiben“ und „Einmischung“ lohnen und geradezu darauf warten, satirisch aufgespießt zu werden, mangelt es ja weiterhin nicht: Preußen-Stadion, Wohnungsmisere, das Aasee-Desaster, aber auch grundlegende soziale Entwicklungen und Diskurse (Handy-Zombies, Populismus, Frugalismus) werden nach allen Regeln der Kleinkunst demontiert.

Magische Momente inklusive: Marcello Lang ( Brüning : „Unser Zauberkünstler!“) kündigt an, die Tricks seiner Roboterkollegen freizulegen. Michael Holz hat Lieder über Leistungsdruck und Ernährungstrends komponiert. Überhaupt ist Essen auch ein Thema an diesem Probenwochenende; denn der Beitrag, den Michael Tumbrinck druckfrisch an seine Mitstreiter verteilt, nimmt auch Bezug auf Forderungen nach einem geänderten Mampf-Verhalten, das die Welt vor dem Orkus retten soll. Über Kohlrabi, Kekse und Ingwertee wird diskutiert, an Rollen und Text gefeilt: Kommen Gags und Botschaften auch klar rüber?

Knüller-Potenzial beweist indes schon das „Paketbotenlied“, zu dem Björn Schimpf auf der Gitarre zwirbelt, während die anderen in noch imaginären Kartonagekostümen über die Bühne stoppeln, auf der als „zentraler Treffpunkt“ des Geschehens ein niedlicher Kiosk-Stand seines großen Auftritts harrt.

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