Pindakaas Saxophonquartett stellte „America!“ vor
Exzellente Musizierkunst

Münster -

„Wahrscheinlich ist dies heute Abend die deutsche Erstaufführung der ‚Suite für Saxofonquartett’ von Leon Stein – die Noten des Werkes sind jedenfalls hier nicht erhältlich.“ Geschickt lenkte Moderator und Quartettmitglied Matthias Schröder zu Beginn des Konzertes „America!“ des „Pindakaas Saxophonquartett“ ein Interesse für das unbekannte, im Jahr 1967 entstandene Werk des US-amerikanischen Komponisten. Ein großes Publikumsinteresse bestand ohnehin: Die Friedenskapelle war am Sonntagabend nahezu ausverkauft.

Montag, 18.02.2019, 18:39 Uhr
Das „Pindakaas Saxophonquartett“ (v.l.): Thorsten Floth, Anja Heix, Matthias Schröder und Guido Grospietsch
Das „Pindakaas Saxophonquartett“ (v.l.): Thorsten Floth, Anja Heix, Matthias Schröder und Guido Grospietsch Foto: Ulrich Coppel

Frisch und unterhaltsam erklang darin der erste Satz „Sonatine“. Dem anschließenden „Recitativo“ folgte ein nahtlos abschließendes Scherzo, welches das Quartett klugerweise nicht allzu schnell angehen ließ. Dies eröffnete kleine Räume für eine Vielzahl verspielter Überraschungen und Kostbarkeiten. Es folgten mit Chick Coreas „Children’s songs“ Nr. 5, 4, 7 und 14 eine Reihe kleiner Charakterstücke. Wie die meisten weiteren Werke waren die Miniaturen eigens vom Pindakaas Quartett geschaffene Bearbeitungen. Ihnen ist die Erweiterung des vergleichsweise nicht sehr üppigen Repertoires für diese Besetzung eine Herzensangelegenheit. Jede ihrer dargebotenen eigenen Bearbeitungen, darunter zahlreiche Hits, klang wie im Original für diese Besetzung geschaffen. Wunderschön musiziert schwebte Samuel Barbers „Adagio for Strings“ in die opulenten Akustik der Friedenskapelle empor. Sopransaxofonist Thorsten Floth formte die zarte Kantilene zu einem innigen Bekenntnis, kongenial gemeinsam musiziert mit Guido Grospietsch (Altsaxofon), Anja Heix (Tenorsaxofon), und Mathias Schröder (Baritonsaxofon). Schöner geht es einfach nicht.

Igor Strawinskys „Tango“ und Piazzollas „Milonga Picaresque“ erklangen zu Beginn der zweiten Konzerthälfte. Zwischen den beiden Werken verlas Grospietsch autobiografische „Erinnerungen“ Astor Piazzollas an seine Kindheit und Jugend in New York.

Über Kurt Weills „Alabama Song“ und George Gershwins „Summertime“ und „Lady be good“ gelangte man schließlich zu Thelonious Monks „Round midnight“.

Das Pindakaas Quartett inspirierte mit exzellenter Musizierkunst und einem in sich komplett stimmigen Programmkonzept mit überwiegend selber geschaffenen Bearbeitungen. Große Klasse!

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