Atheater mit eigenem Theaterraum an der Steinfurter Straße
Verschiedene Kulturen in direktem Zuschauerkontakt

Münster -

Noch wird im ehemaligen Fotostudio an der Steinfurter Straße gestrichen, geschraubt und aufgebaut. Doch schon bald soll es dort Aufführungen, Diskussionen und Kurse aller Arten geben. Am Wochenende eröffnet das Atheater einen eigenen Theaterraum.

Mittwoch, 20.02.2019, 10:16 Uhr aktualisiert: 21.02.2019, 20:06 Uhr
Das Atheater um Regisseur und Leiter Andrej Lazarev hat sich an der Steinfurter Straße einen eigenen Theaterraum geschaffen.
Das Atheater um Regisseur und Leiter Andrej Lazarev hat sich an der Steinfurter Straße einen eigenen Theaterraum geschaffen. Foto: Atheater

Die Anfänge liegen fünf Jahre zurück, wie Leiter Andrej Lazarev erzählt. Damals führte der Regisseur eine Sprachschule in Münster: „Wir fingen an, uns einmal pro Woche in einer Theater-AG zu treffen, um zu schauern, wie man anders Deutsch lernen kann.“ Die Gruppe (viele Mitglieder mit Mi­grations­hin­ter­grund) entwickelte eigene Stücke. Es folgten Auftritte beim Theaterfestival „Playstation“ und im Paul-Gerhardt-Haus. 2015 trat die Gruppe in Berlin auf, wie Lazarev erzählt: „Das Publikum wollte nicht glauben, dass es sich um Laien handelt.“ Zwei Jahre kooperierte das Atheater mit der Theaterakademie Köln, um eine eigene Theaterschule in Münster zu installieren, die offen für alle ist. „Jetzt wollen wir den Schritt wagen.“

Doch wie sticht das Atheater in Münster hervor? „Nach jedem Stück gibt es eine offene Runde. So kommen die Darsteller in den direkten Kontakt mit dem Publikum. Wir hatten bereits die Diskussion, ob das – ähnlich wie am Maxim-Gorki-Theater in Berlin – das zukünftige Modell des Theaters sei.“ Außerdem spiegele die Tatsache, dass nicht nur Deutsche mitmachen, die Gesellschaft besser wider: „Die Mischung aus verschiedenen Kulturen ist das, wodurch wir uns positionieren wollen.“

Zudem handele es sich um ein „Autodidakten-Theater“. Angeboten werden Theaterkurse für Erwachsene, Kinder und Senioren, aber auch Musikunterricht, Yoga-, Tanz und Pilates-Kurse. Alles sei „locker und nicht streng“, sagt Lazarev. Den Raum gestaltet die Gruppe offen: „Es gibt keine klassische Guckkasten-Bühne. Je nach Produktion lässt sich der Raum anders gestalten und mit Modulen trennen.“ In Planung sind weitere Theaterstücke, beispielsweise zum Thema „Starke Frauen“. Noch finanziert die fünfköpfige Gruppe des Atheaters alles aus eigener Tasche. „Geholfen haben uns viele Freunde. Investiert wurden Zeit und Geld.“

Im ersten Stück im neuen Raum geht es um „Flucht“ in sämtlichen Aspekten. Auf das Publikum warte nicht nur ein lustiges, sondern auch ein anrührendes Schauspiel, so Lazarev.

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Die Eröffnung mit dem Stück „Solldaten“ findet am Samstag (23. Februar) um 20 Uhr im Atheater, Steinfurter Straße 37, statt. Am Sonntag (24. Februar) ab 20 Uhr, können Besucher an der Performance „Komm näher“ teilnehmen.   | www.atheater.de

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