Atheater eröffnet mit „Solldaten“
Die Kultur im Kauderwelsch

Münster -

Das Atheater ist wieder da. In der Steinfurter Straße 37 haben sich Andrej Lazarev und seine Mitstreiter in einem ehemaligen Fotostudio eine Bühne gebaut. Rund 30 Quadratmeter misst der Aktionsraum für die Schauspieler. An Zuschauern finden 50 bis 60 Leute Platz, zumindest wenn das Ganze so bestuhlt ist, wie bei der Eröffnungsfeier am Samstag. Und die ging natürlich mit einem neuen Stück über die Bühne.

Sonntag, 24.02.2019, 14:40 Uhr aktualisiert: 27.02.2019, 18:54 Uhr
Sie sprechen verschiedene Sprachen, aber verstehen sich: die Darsteller der „Solldaten“.
Sie sprechen verschiedene Sprachen, aber verstehen sich: die Darsteller der „Solldaten“. Foto: Helmut Jasny

In „Solldaten“ dreht sich alles um Flucht. Das Ganze beginnt mit einen wildem Kauderwelsch, denn die sechs Darsteller kommen aus sechs verschiedenen Ländern. Später werden sie aber Deutsch sprechen. Das können sie, denn Regisseur Andrej Lazarev hat sie aus einem Sprachkurs rekrutiert. Und sie können es sogar ausgesprochen gut. Ebenso wie das Schauspielern, obwohl sie keine Profis sind.

Es geht um Kultur und um Werte – solche aus der alten und solche aus der neuen Welt. Da scheint es sowohl Unterschiede wie auch Gemeinsamkeiten zu geben. Aber erstere lassen sich überbrücken und letztere betonen. Beispielsweise, wenn ein arabischer Gesang unmittelbar in eine Rezitation von Goethes „Erlkönig“ übergeht. Und wenn man schon bei deutschem Kulturgut angekommen ist, kann man auch gleich über die Zukunft des Landes sprechen. Religiöse Fragen, ohne die eine Leitkultur nun mal nicht auskommt, werden beim Tango geklärt.

Für die Flucht selber finden die Akteure aussagekräftige Bilder. Nachdem sie aus einem riesigen Kleiderhaufen ihre jeweiligen Fluchtgewänder herausgesucht und angezogen haben, stoben sie wie gehetzt über die Bühnen, verlieren sich dabei und finden sich am Ende wieder. „Willkommen im Paradies“, schallt es ihnen bei der Ankunft entgegen. Bevor sie rein dürfen, werden ihnen aber erst mal Socken, Hemden und Hosen abgenommen. Und damit irgendwie auch ein Stück ihrer Würde.

Es ist eine gut austarierte Inszenierung, mal lustig, mal nachdenklich stimmend. Und am Ende werden die Koffer geöffnet, die die ganze Zeit auf der Bühne standen. Darin finden sich: eine Handvoll Äpfel, eine Zimmerpflanze, Kuscheltiere und eine Schmusedecke – was man mitnimmt, wenn es kein Zurück mehr gibt.

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