Ausstellung des Fotografen Michael Johann Dedeke im Theater
Momente von Mühe und Anmut

Münster -

Der münsterische Fotograf Michael Johann Dedeke durfte Münsters Tanztheater seit dem Jahr 2016 begleiten. Über 37.000 Fotos sind innerhalb der drei Jahre entstanden. Seine Ausstellung im Theater zeigt jetzt, wie gut es ist, dass sich mit der Kunst der Fotografie Momente einfangen lassen.

Mittwoch, 06.03.2019, 10:30 Uhr aktualisiert: 06.03.2019, 16:06 Uhr
Ausstellung des Fotografen Michael Johann Dedeke im Theater: Momente von Mühe und Anmut
Michael Johann Dedeke (r.) durfte das Tanztheater Münster drei Jahre lang mit seiner Kamera begleiten. Foto: Michael Johann Dedeke

Die Zeit hat den Nachteil, dass sie nur in und als Erinnerungen Bestand hat. Das gibt ihr das Einzigartige, aber durch ihre Bewegung geht die Zeit verschwenderisch mit dem Besonderen um. Davon speziell betroffen ist die Tanz-Kunst. Der münsterische Fotograf Michael Johann Dedeke durfte Münsters Tanztheater seit dem Jahr 2016 begleiten. Seine Ausstellung im Theater zeigt jetzt, wie viel Mühen darin steckt, einen abendfüllenden Ablauf besonderer Momente zu schaffen, und wie gut es ist, dass sich mit der Kunst der Fotografie Momente einfangen lassen.

Über 37.000 Fotos sind innerhalb der drei Jahre für die Ausstellung „behind the curtain“ entstanden, die das Ensemble abseits der Bühne von Bauproben über den Ballettsaal bis zu den Generalproben zeigt. Es sind die Menschen zu sehen und ihre Mühen, Persönlichkeiten und ihr Spaß an der Arbeit. Wie Bewegungen erkundet und anschließend auf dem Tablet reflektiert werden.

Die Schwarzweiß-Fotos bilden eine breite Dokumentation der Arbeit „Tanz“. Ein Objekt verblüfft in der Ausstellung: ein Skizzenbuch. Es dokumentiert die Akribie, mit der sich Dedeke mit Tänzern und Choreographien vertraut gemacht hat. Anhand der selbst angefertigten Zeichnungen hat sich der Fotokünstler die Choreographien vom Chef des Tanztheaters, Hans Henning Paar, eingeprägt, um dann wie ein unbemerkbarer Beobachter, einem Geistwesen gleich, unter den Tänzern gegenwärtig zu sein.

Zu der Ausstellung „behind the curtain“ hat Michael Johann Dedeke erste Bilder seiner neusten Serie „dance with light“ gehängt. Durch das Vertrauen zwischen Fotograf und Tänzern sind im Atelier Inszenierungen von hoher Qualität entstanden. Einmal agieren die Tänzer (durch Belichtungskunst und Bewegungsunschärfe) mit ihren eigenen Schatten, ihren Selbstbildern, scheinbar mit und in ihren physischen und psychischen Netzen. Auf der anderen Seite hat Dedeke den Tänzern einen Blitz in die Hand gegeben, mit dem sie Bewegungen entwickeln.

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Die Ausstellung ist bis zum 21. März im Theater Münster, neben den Fotos ein Trailer zur Ausstellung sowie ein einstündiger Film mit Interviews zu sehen.  www.fotograf-muenster.de

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Es sind besonders auf diesen Farbbildern jene Momente zu sehen, die im Rausch der Bewegung allzu leicht verfliegen. Da zeugen Pflaster an beiden großen Zehen von den Mühen und Schmerzen der Arbeit; gerötete Haut erinnert an den Kollegen Schwerkraft – Gegner und Partner zugleich. Mehr noch als diese Zeugnisse der Mühsal vermögen die Fotos jenem Moment Kontinuität zu geben, der Ausdruck sein will. Wenn aus der Bewegung heraus das Auge des Tänzers den Betrachter trifft, anblickt, dann bündeln sich darin existenzielle Fragen aus dem Leben, an das Leben.

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